Wissen rund um die Maklerprovision

Wissen rund um die Maklerprovision

Für die Vermittlung von Immobilien fällt viel Arbeit an. Erst, wenn sie geglückt ist und ein Kauf- oder Mietvertrag unterzeichnet wurde, dürfen Immobilienmakler eine Provision verlangen. Wie hoch die Maklerprovision sein darf, hängt von mehreren Faktoren ab.

Wer etwas geleistet hat, möchte einen Lohn dafür. Damit Makler bei einem geglückten Vertragsabschluss die volle Courtage bekommen, müssen sie Einiges beachten.

Den Maklervertrag richtig abschließen

Immobilienprofis dürfen nur eine Maklerprovision verlangen, wenn sie ihren Informations- und Aufklärungspflichten nachkommen. Sie müssen ihre Kunden über folgende Aspekte schriftlich informieren:

  • ihre Maklertätigkeit
  • Höhe der Maklerprovision
  • voraussichtliche Kosten und Nebenkosten

Falls der Immobilienprofi dem Auftraggeber nahesteht, zum Beispiel mit ihm verwandt ist, so muss er darauf hinweisen. Zudem muss er seinen Geschäftspartnern mitteilen, wenn er als Doppelmakler tätig wird, also beispielsweise von Käufer und Verkäufer beauftragt wurde.

Die Höhe der Maklerprovision können Makler und Auftraggeber auf Basis der österreichischen Immobilienmakler-Verordnung eigenständig miteinander vereinbaren. Grundsätzlich ist dies mündlich, schriftlich oder schlüssig möglich. Immobilienprofis sollten die vereinbarte Maklerprovision jedoch im Vertrag schriftlich festhalten.

Maklerprovision bei Kauf und Verkauf von Immobilien

Wird für den Kauf oder Verkauf von Wohnungen und Häusern ein Immobilienmakler beauftragt, darf dieser mit beiden Parteien eine Courtage vereinbaren. Meist teilen Makler die Provision zu gleichen Teilen auf Käufer und Verkäufer auf. Die Höhe der Maklerprovision hängt vom Kaufpreis ab. Die Immobilienmakler-Verordnung definiert folgende Obergrenzen, zu denen 20 Prozent Umsatzsteuer hinzukommen:

  • Kaufpreis bis 36.336,42 Euro: Provision maximal vier Prozent des Kaufpreises
  • Kaufpreis zwischen 36.336,42 und 48.448,51 Euro: Provision maximal 1.453,46 Euro
  • Kaufpreis über 48.448,51 Euro: Provision maximal drei Prozent des Kaufpreises

Maklergebühren bei Mietimmobilien

Auch bei Mietimmobilien können Vermittler als Doppelmakler tätig werden und von beiden Parteien Provision verlangen. Dies muss jedoch vorher schriftlich im Maklervertrag vereinbart werden. Grundlage für die Maklerprovision bei Mietimmobilien ist nach §24 der Immobilienmakler-Verordnung der Bruttomietzins.

Von Vermietern dürfen Immobilienprofis in der Regel bis zu drei Bruttomieten als Maklerprovision verlangen – unabhängig davon, ob es sich um einen befristeten oder unbefristeten Mietvertrag handelt.

Soll der Mieter die Maklerprovision alleine zahlen, hängt die Provisionshöhe von der Laufzeit des Mietvertrags ab:

  • Befristung bis zu drei Jahre: Provision darf maximal einen Bruttomonatsmietzins betragen.
  • Befristung länger als drei Jahre oder unbefristet: Provision darf maximal zwei Bruttomonatsmieten betragen.
  • Unbefristet und Makler ist Wohnungsverwalter: Provision darf maximal einen Bruttomonatsmietzins betragen.
  • Sonderfall Untermiete einzelner Zimmer: Provision darf maximal einen Bruttomonatsmietzins betragen – unabhängig von der Mietvertragslaufzeit.

Courtage bei Gewerbeimmobilien

Bei Geschäftsräumen dürfen Immobilienmakler vom Gewerbevermieter höchstens drei Bruttomonatsmieten als Provision einstreichen. Bei den Mietern richtet sich die Maklergebühr nach der Vertragslaufzeit:

  • Befristung weniger als zwei Jahre: Maklerprovision beträgt einen Bruttomonatsmietzins
  • Befristung zwei bis drei Jahre: Gebühr beträgt zwei Bruttomonatsmieten
  • Befristung länger als drei Jahre oder unbefristet: Courtage beträgt drei Bruttomonatsmieten

Wann ist die Maklerprovision fällig?

Immobilienmakler dürfen erst eine Provision verlangen, wenn sie einen erfolgreichen Vertragsabschluss – Miete oder Kauf – vorweisen können. Einen Vorschuss oder eine Anzahlung auf die Maklercourtage dürfen sie nicht verlangen. Um sich gegenüber ihrem Auftraggeber abzusichern, können Makler allerdings eine Entschädigung in Höhe der Provision festlegen für den Fall, dass der Auftraggeber ohne wichtigen Grund vom Maklervertrag zurücktritt. Diese Aufwandsentschädigung muss schriftlich im Maklervertrag vereinbart sein.

Einen Sonderfall stellt der Alleinvermittlungsauftrag dar: Hier muss die Aufwandsentschädigung nicht im Maklervertrag verankert sein. Gibt der Auftraggeber dem Makler ein befristetes Exklusivrecht an der Immobilienvermittlung, darf der Makler auch dann auf die vereinbarte Provision bestehen, wenn der Auftraggeber den Auftrag ohne wichtigen Grund zurückzieht oder einen anderen Makler beauftragt.

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