Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf freut sich auf die erste demokratische Amtsübergabe in der Geschichte Liberias.

Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf freut sich auf die erste demokratische Amtsübergabe in der Geschichte Liberias.

Ausland

387 Days to go!

Afrikas erste Präsidentin wird auch das erste Staatsoberhaupt ihres Landes sein, das friedlich in Pension gehen kann.

Am 10. Oktober 2017 entscheidet Liberia über ein neues Staatsoberhaupt. Schon jetzt zählt die Nationale Wahlkommission NEC die Tage bis dahin elektronisch herunter - "387 Days to go!“, heißt es diesen Sonntag auf ihrer Website.

Spätestens mit der Bekanntgabe der Endergebnisse am 25. Oktober endet auch die Amtszeit der ersten Frau, die in Afrika das Präsidentenamt bekleidet hat: Ellen Johnson Sirleaf war nach Jahrzehnten Diktatur und Bürgerkrieg im Jahr 2005 zum Staatsoberhaupt gewählt worden.

"Es wird das erste Mal seit 30 Jahren sein, dass ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt sein Amt an ein anderes demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt übergibt“, antwortete die 77-Jährige vergangene Woche in einem Interview mit "Foreign Policy“ auf die Frage, worauf sie besonders stolz sei.

Das hat tatsächlich keiner ihrer Vorgänger geschafft: William R. Tolbert wurde bei einem Staatsstreich 1980 Berichten zufolge in seinem Bett regelrecht ausgeweidet, sein Nachfolger Samuel Doe im Bürgerkrieg 1990 vor laufender Kamera zu Tode gefoltert; dessen Kontrahent Charles Taylor sitzt, in Den Haag als Kriegsverbrecher verurteilt, eine 50 Jahre lange Gefängnisstrafe ab.

Insofern freue sie sich besonders auf eines, so Sirleaf: "Dass ich ganz normal in Pension gehen kann.“

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