Eine Frau demonstriert im Oktober 2015 in Sydney gegen die Bedingungen in den Flüchtlingslagern auf Nauru und Manus Island.

Eine Frau demonstriert im Oktober 2015 in Sydney gegen die Bedingungen in den Flüchtlingslagern auf Nauru und Manus Island.

Ausland

Flüchtlingskrise global

Die Flüchtlingskrise in Europa hat weltweit für Debatten über den Umgang mit Flüchtlingen und Asylwerbern gesorgt. profil hat sich angesehen, wie Staaten außerhalb Europas mit Flüchtlingen umgehen.

Laut Flüchtlingskommisariat der Vereinten Nationen (UNHCR) gab es im Jahr 2015 weltweit 21.3 Millionen Flüchtlinge. Davon kamen 4.9 Millionen aus Syrien. Das sind mehr als aus jedem anderen Land. Die Türkei nahm global gesehen die meisten Flüchtlinge auf. Für 2.5 Millionen Menschen auf der Flucht wurde die Türkei das Gastgeberland.221.600 Flüchtlinge kamen 2015 aus Burundi. Damit ist Burundi das Land mit den zweitmeisten Flüchtlingen weltweit. Somalia ist seit mehr als zwei Jahrzehnten ein Krisenherd. Bei dem Bürgerkrieg handelt es sich um die drittgrößte Flüchtlingskrise weltweit. Wo werden Menschen auf der Flucht aufgenommen, und wie gehen nicht-europäische Staaten mit Flüchtlingen um? Ein Überblick.

USA

Die Zahl der Flüchtlinge aus Zentralamerika in den USA steigt beständig. Die Gründe für die Flucht sind meist die anhaltende Kriminalität und regionale Unruhen. Die USA blieben auch 2015 das größte Land der Wiedereingliederung von Flüchtlingen.

In Nordamerika gab es 2015

  • 409.976 Flüchtlinge
  • 307.455 Asylwerber
  • Davon nahmen die Vereinigten Staaten 66.500 umgesiedelte Flüchtlinge auf.

Südafrika

In Südafrika dürfen Flüchtlinge und Asylwerber sich frei bewegen, arbeiten und haben Zugang zu Sozialeinrichtungen.

In der Region Südafrika gab es 2015

  • 122.382 Flüchtlinge
  • 1.096.347 Asylwerber
  • Davon wurden 93 Prozent von dem Land Südafrika aufgenommen.

Australien

Australien ist das einzige Land, das sich strikt daran hält, Menschen ohne Visum auf australischem Boden, festzunehmen. Besonders Flüchtlinge aus Südostasien, die mit dem Boot in Australien ankommen, werden auf den Inseln Nauru und Manus Island in Papua-Neu-Guinea in Camps festgehalten. Die schlechten Bedingungen in diesen Flüchtlingslagern wurden bereits von mehreren Menschenrechtsorganisationen beklagt. Die Konditionen unter denen die Menschen in den Lagern leben, seien nicht nur inhumanitär, sondern auch eine Gefährdung für die psychische Gesundheit der Flüchtlinge. Am 26. April verbrannte sich ein Iraner in einem der Camps selbst, um gegen die dortigen Bedingungen zu protestieren. Er starb im Krankenhaus. Der Umgang mit Flüchtlingen in Australien wird von beiden Regierungsparteien unterstützt.

In Ostasien und im Pazifik gab es 2015

  • 348.838 Flüchtlinge
  • 43.884 Asylwerber
  • 13.756 Flüchtlinge und Asylwerber erhielten ein australisches Visum.

Argentinien

Argentinien zeigte sich solidarische mit Flüchtlingen aus aller Welt. Das Humanitäre Visa Programm wurde im vergangenen Jahr von der argentinischen Regierung verlängert. Etwa 13 Prozent der neu ankommenden Flüchtlinge in Argentinien kommen aus Syrien. Die Zahlen wachsen stetig.

Brasilien

Im letzten Jahr war Brasilien das Gastgeberland in Lateinamerika, das die meisten Flüchtlinge und Asylwerber aufnahm. Im Dezember 2015 war der erste Jahrestag des sogenannten Brazil Plan of Action (BPA). Im Jahr 2014 hatten sich Vertreter der lateinamerikanischen Staaten getroffen, um ein Szenario für den Umgang mit Flüchtlingen festzulegen. Es wurden mehrere Initiativen gestarten, um den lokalen Status von Flüchtlingen feststellen zu können. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Staaten wurde intensiviert.

Ende 2015 hatte Brasilien bereits 8.863 Flüchtlinge anerkannt. Davon waren 28 Prozent Frauen. Die Mehrheit der Flüchtlinge kam aus Syrien.

In Lateinamerika gab es 2015

  • 86.408 Flüchtlinge
  • 43.242 Asylwerber
  • Davon nahm Argentinien 10.428 Menschen auf.
  • Brasilien nahm 35.790 Flüchtlinge und Asylwerber auf.

Tadschikistan

2015 ratifizierte Tadschikistan die Flüchtlingskonvention von 1951. Durch die andauernden Konflikte an der Grenze zu Afghanistan, wie auch in Afghanistan selbst, kommt die Mehrheit der Flüchtlinge in Tadschikistan aus dem benachbarten Afghanistan. Die Anzahl der afghanischen Asylwerber in Tadschikistan hat sich 2015 im Vergleich zum Jahr davor verdoppelt. Flüchtlinge haben in Tadschikistan Zugang zum Arbeitsmarkt.

In Zentralasien gab es 2015

  • 3.164 Flüchtlinge
  • 543 Asylwerber
  • 130.324 Staatenlose, hauptsächlich aus der ehemaligen Sovietunion
  • Davon nahm Tadschikistan 21.779 auf, davon waren 19.469 Menschen staatenlos.

Libanon

Die Situation für syrische Flüchtlinge im Libanon hat sich 2015 verschlechtert. Probleme gab es besonders bei der Registrierung und mit dem Zugang zu Wohnmöglichkeiten. Flüchtlinge haben im Libanon nur sehr eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Die Umsiedelung vieler Menschen auf der Flucht ist aktuell die einzig langfristige Lösung für die Situation im Libanon.

Im Mittleren Osten gab es 2015

  • 2.303.454 Flüchtlinge
  • 67.976 Asylwerber
  • 13.498.781 vertriebene Menschen aus der Region
  • Davon nahm der Libanon 1.088.231 Menschen auf.
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  • Anna Willomitzer
    Anna Willomitzer Do, 04. Aug. 2016 09:16

    Man muss sich einfach nur die Zahlen und die Bedingungen (Australien, USA usw. suchen sich die Flüchtlinge aus unter denen die Flüchtlinge aufgenommen werden, anschauen. Europa braucht eine Abschottung. Ein Europa, das nur mit Erdogan seine Grenzen schützen kann , ist nicht das Europa, das ich vernünftige Menschen wollen. Niemand ist sicher, wenn Menschen einfach die Grenzen überrennen.

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    • Günter Pollak (Morgenstern) Mo, 08. Aug. 2016 00:50

      Wenn man die Zahlen für die USA 2015 oder Brasilien 2015 mit denen von Österreich 2015 vergleicht, dann klingt angesichts der Einwohnerzahl dieser Länder der Text vor diesen Zahlen schon recht seltsam ...

      Ach ja, die Zahl für Österreich kommt im Text nicht vor, wohl in der Hoffnung, dass niemand der Vergleich auffällt.

      Warum das Vertrauen in die Medien so sehr abnimmt? (irony off)



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