Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche holt den Papst in Chile ein.

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Papst bat Missbrauchsopfer in Chile um Vergebung

In Chile ist das Ansehen der katholischen Kirche schlechter als in den übrigen lateinamerikanischen Ländern. Kürzlich wurden erneut Brandanschläge auf mehrere Kirchen in Chile verübt.

Papst Franziskus hat die Opfer von Missbrauch durch katholische Geistliche bei seinem Besuch in Chile um Verzeihung gebeten. "Es ist richtig, um Entschuldigung zu bitten und den Opfern mit aller Kraft zu helfen", sagte Franziskus am Dienstag in Santiago de Chile.

Er empfinde "Schmerz" und "Scham", wenn er an den "irreparablen Schaden" denke, der "diesen Kindern" durch Kirchenfunktionäre zugefügt worden sei.

Die Kirche müsse sich darum bemühen, dass "sich das nicht wiederholt", sagte der Papst im Präsidentenpalast, wo er von Staatschefin Michelle Bachelet empfangen wurde. Wie in zahlreichen anderen Ländern sieht sich die katholische Kirche auch in Chile mit Skandalen um sexuellen Missbrauch konfrontiert. Nach Angaben der US-Organisation Bishop Accountability wurden seit dem Jahr 2000 Vorwürfe gegen rund 80 chilenische Geistliche erhoben.

Opfervertreter kritisierten die Erklärung des Papstes als unzureichend. Nur um Verzeihung zu bitten genüge nicht, sagte Juan Carlos Claret von der Laienvereinigung in Osorno. "Der Papst muss mit konkreten Taten gegen den Missbrauch in der chilenischen Kirche vorgehen."

In Chile ist das Ansehen der katholischen Kirche schlechter als in den übrigen lateinamerikanischen Ländern. Die scheidende Präsidentin Bachelet hatte in den vergangenen Jahren mehrere gesellschaftspolitische Reformen durchgesetzt. Dazu zählt die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und die Legalisierung von Abtreibungen in bestimmten Fällen.

Am Dienstag wurden erneut Brandanschläge auf mehrere Kirchen in Chile verübt. Ein Gotteshaus in der Hauptstadt und zwei Kapellen in der Region La Arucania wurden angegriffen. In den vergangenen Tagen waren bereits fünf weitere Kirchen in Santiago attackiert worden.

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