Durchschnittlich und glücklich
Gesellschaft

Durchschnittlich und glücklich

Was wirklich gegen den Extremismus spricht:

Im Durchschnitt ist der Mensch in Österreich 40 Jahre alt, verdient 20.000 Euro im Jahr, trinkt währenddessen 105 große Biere und liest täglich fünf Minuten in einem Buch. Außerdem ist der Mensch im Durchschnitt am glücklichsten, weil sich selbst am nächsten. Mit diesem Argument warnt der New Yorker Autor und Rechtswissenschafter Tim Wu vor jeglichem Extremismus, vor allem aber vor jenem in der Freizeit.

Extremismus verhindert, dass Menschen einfach tun und lassen, was ihnen gefällt, denn Extremismus verhindert Hobbys. Hobbys funktionieren heute, so Wu, zunehmend wie Arbeit: Es geht um Leistung, um Perfektion. Die Erwartungen übersteigen das Erleben. Man kann es sich nicht mehr leisten, einfach nur ein bisschen Fahrrad zu fahren oder zehn Minuten in einem Buch lesen, ohne gleich für einen Mountainmarathon zu trainieren oder Sloterdijk zu widerlegen. Wer sich nur die Zeit vertreibt, verwirkt sein Leben. Der Hobbyist wird zum Professionisten - oder er lässt es gleich bleiben und schaut den Yoga-Profis auf Instagram zu. Und das ist, wie der durchschnittliche Österreicher weiß, allerhöchstens mittellustig.

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