Emotionen: Wie war 2016 für Sie?
Gesellschaft

Emotionen: Wie war 2016 für Sie?

Tod, Traumurlaub, Trump: 2016 haben wir gelacht, geweint und Fehler begangen. Wie war das Jahr für Sie? Eine Umfrage am Donaukanal.

Für Gabi (49) war 2016 ein grausliches Jahr. Ihr Partner ist gestorben, finanziell war es auch sehr schwer. „Jetzt muss ich heulen,“ sagt sie und beginnt zu weinen. Gabi ist selbständig und hat dieses Jahr nur wenige Aufträge bekommen. Außerdem war sie acht Wochen berufsunfähig. „Nach dem ganzen Drama habe ich mir dann einen Hund gekauft.“ Der 10 Monate alte Mischling ist ihr ganzer Stolz. Gabis Vorsatz für 2017: „Weniger ungeduldig sein, weil das kommt bei manchen nicht gut an.“

Kurt (42) hat sich 2016 seinen Traum verwirklicht und eine Motorradreise gemacht. Österreich, Schweiz, Frankreich bis nach Spanien ist er gereist. Fünf Wochen lang. Voriges Jahr hat sich Kurt das Motorrad gekauft. Erst dieses Jahr hat er die Zeit gefunden, seine Reise auch zu planen. Der 42-Jährige behauptet dieses Jahr keine Fehler gemacht zu haben. „Und wenn schon, man muss zu dem stehen, was man tut.“

Heimhelferin Sabine (50) steht dem Jahr 2016 mit gemischten Gefühlen gegenüber. Persönlich ging es ihr sehr gut. Ihre Eltern, Kinder und sie selbst sind gesund. Sie erzählt von der diesjährigen Kreuzfahrtreise mit ihren Eltern und beginnt zu weinen. Seit sieben Jahren wollte sie sich diesen Wunsch erfüllen. Kurz vor der Abfahrt ist eine ihrer langjährigen Kundinnen gestorben. Sie war im Alter von Sabines Eltern. „Das schönste der ganzen Reise war, dass meinen Eltern dabei waren und dass es ihnen gut geht.“ Die 50-Jährige möchte positiv in die Zukunft schauen und bemüht sich auch nächstes Jahr nicht nur Gefahr und Angst zu sehen. Was sie dieses Jahr besonders stolz gemacht hat? „Dass Van der Bellen gewonnen hat.“

Andras (32) ist zufrieden mit 2016. Der Künstler hat endlich seinen Führerschein gemacht. Er hatte eine gute Zeit mit seinen Freunden, war auf diversen Ausstellungen und Weiterbildungen und konnte in seinem Kunstbereich mehr Erfahrungen sammeln. Andras zeichnet gerade ein Graffiti. „BAND“ – sein Künstlername. Es ist das letzte Graffiti dieses Jahr. Ob ihm 2016 auch etwas Schlechtes wiederfahren ist? „Ja, Krankheit in meiner Familie. Mein Onkel hat Krebs bekommen und ist gestorben.“

Philip (21) ist politisch unzufrieden mit diesem Jahr. „Es wurden Entscheidungen getroffen, die mir wiederstreben.“ Trump-Wahl und Brexit. Persönlich ging es ihm aber sehr gut. Der 21-Jährige ist mit seinem Studium fast fertig und hat einen Blog gestartet, auf dem er sein Hobby, die österreichische Politik beobachten, ausleben kann. Außerdem hat er 2016 viele neue Leute kennengelernt. „Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, nicht mehr zu spät zu kommen. Das habe ich leider nicht geschafft.“ Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr.

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  • So., 01. Jan.. 2017 10:30

    also, banaler geht's ja wohl nicht mehr. 'alles im grünen bereich, wenn nur der onkel redchtzeitig stirbt', wollte man meinen. interessant, dass das profil, die grosse-welcome-refugee-postille keinen EINZIGEN refugee interviewen konnte. dabei gibt's gleich gegenüber, am schottentor jede menge dealer dieser provenienz :))

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