P20 Pro im Test: Huaweis Meisterstück
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P20 Pro im Test: Huaweis Meisterstück

Mit dem P20 Pro ist Huawei nun endlich ganz oben angekommen. Mit der Leica-Triple-Kamera und langer Akkulaufzeit überzeugt das Smartphone auf ganzer Linie.

Eigentlich hätte schon 2017 das große Jahr von Huawei sein sollen. Die Vorstellung des neuen Kirin 970 Chipsets als erster "KI-Chip" sorgte für internationale Schlagzeilen. Langsam wurde Huawei auch von US-amerikanischen und kanadischen Technik-Youtubern – diese haben auf Übersee gewissermaßen die Smartphone-Weisungshoheit - Beachtung geschenkt. Das Mate 10 als erstes Gerät mit dem neuen Chipset, konnte aber nicht alle überzeugen. Auch wenn Design, Leistung und Preis ein gutes Gesamtpaket bildeten, so konnte zuletzt vor allem die verbaute Kamera nicht mit Samsungs und Apples Flaggschiffen mithalten. Auch die so stark beworbenen KI-Features durch das neue Chipset waren laut einigen Testberichten kaum merkbar. Dennoch konnte Huawei den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 28,1 % erhöhen. Mit dem Release des P20 Pro dürfte das Wachstum auch trotz der aktuellen Probleme im US-Markt fortgesetzt werden.

Von Außen nichts Neues

Wer sich beim ersten Blick auf das Huawei P20 Pro an das Design des iPhone X erinnert fühlt, der ist mit dieser Assoziation sicherlich nicht alleine. Vor allem ist es die Kerbe im Display, der sogenannte "Notch", aber auch die Positionierung der Kameras auf der Rückseite, die stark an Apples Design erinnern. Dennoch ist das in diesem Fall nichts Negatives. Das P20 Pro besitzt nämlich trotzdem genug Alleinstellungsmerkmale und es lässt sich nur schwer bestreiten, dass es das bis jetzt optisch ansprechendste Smartphone von Huawei ist. Das Gehäuse ist überdies erstmals in der P-Reihe IP67 wasser- und staubgeschützt, einen Klinkenanschluss sucht man dafür vergebens. Dafür befindet sich an der Vorderseite ein Fingerabdrucksensor, der wie immer blitzschnell reagiert.

Gutes OLED-Panel

Das Display des P20 Pro ist eines Top-Smartphones in fast jeder Hinsicht würdig, auch wenn es nur in 1.080 x 2.244 (FullHD+) auflöst. Der Unterschied zu einer höheren Auflösung wäre ohnehin kaum erkennbar. Außerdem wirkt sich die geringere Auflösung positiv auf die Akkulaufzeit und Performance des Gerätes aus. Einziger Kritikpunkt am 408 ppi 6,1-Zoll-Display ist die Helligkeit. Im Tageslicht ist der Bildschirm nämlich - wie bei vielen anderen Smartphones – zu dunkel.

Performance

Ein Smartphone in diesem Preisbereich muss natürlich auch genug Leistung haben und das hat das P20 Pro auch. Mit beeindruckenden 6 GB Arbeitsspeicher und dem bereits im Mate 10 verbauten Kirin 970 Chipset gab es keine Situation, in der das Gerät im Test nicht durch Schnelligkeit überzeugt hat. Multitasking und Gaming jeder Art stemmt das P20 Pro locker und das dürfte auch in nächster Zeit so bleiben. Die neuste Version von Android, 8.1 Oreo, ist übrigens vorinstalliert.

Beeindruckend ist vor allem die Akkulaufzeit. Bei einer Größe von 4000 mAh - andere Geräte haben oft nur zwischen 3300 und 3500 mAh verbaut - waren die Erwartungen groß und wurden sogar übertroffen. Mehr als einen Tag kommt man in der Realität mit kaum einem Smartphone durch, egal was beworben wird. Mit dem P20 Pro waren im Test zwei Tage ohne Zwischenstopp an der Steckdose möglich.

Beeindruckende Kameras

Nachdem sich Technik und Design im vergangenen Jahr innerhalb der Branche ein ganzes Stück weit nach vorne bewegt haben, erwartete man für 2018 eher nur kleinere Verbesserungen und Anpassungen. Nun hat aber Huawei mit dem P20 Pro dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung gemacht und der Grund sind vor allem die in Zusammenarbeit mit Leica verbauten Kameras. Das P20 Pro kombiniert drei Sensoren, die mit 40, 20 und 8 MP auflösen. Wird ein Foto gemacht, so bündelt die Software je vier Pixel aus der 40 MP Hauptkamera und errechnet daraus einen einzigen Pixel, der schließlich für das Foto verwendet wird. Die Blende liegt bei diesem Sensor bei f/1,8. Zusätzlich dazu ist, wie bei Huawei üblich, ein 20 MP monochrom Sensor verbaut, der zusätzlich Informationen liefern soll um eine Blende von f/1,6 hat. Mit dem dritten Sensor ist ein 3x-Zoom möglich, insgesamt sogar ein beinahe verlustfreier 5x-Zoom. Weder Samsung noch Apple bieten momentan vergleichbare Möglichkeiten.

Was die Bilder selbst betrifft, sind auch diese zum Großteil sehr beeindruckend. Hin und wieder spuckt der KI-Automatikmodus noch Fotos aus, die zu stark gesättigt sind, aber im Test fiel auf, dass sich dieses Problem mit zunehmender Betriebsdauer verbesserte. Alles in allem besitzt das P20 Pro mit Abstand die beste Kamera, die Huawei jemals geliefert hat und schlägt in vielen Situationen, besonders im Lowlight-Bereich, auch die großen Konkurrenten. Die Frontkamera löst mit 24 MP auf und hat eine Blende von f/2,0. Auch wenn die Software für den Portraitmodus noch ein wenig überarbeitet werden muss, überzeugt die Selfiekamera auf ganzer Linie. Ähnlich urteilt auch das Team von DxOMark, das Kameratests durchführt und das P20 Pro momentan auf Platz Eins gelistet hat.

Fazit

Mit dem P20 Pro ist Huawei endlich ganz oben angekommen und legt der Konkurrenz einiges vor. Nicht nur die beeindruckende Kamera, sondern auch die lange Akkulaufzeit machen das Smartphone wohl zum derzeit besten Premiumgerät am Markt.

*Das Gerät wurde für den Testzeitraum von Huawei zur Verfügung gestellt.

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