Sven Gächter: Mediamarkt
Gesellschaft

Sven Gächter: Mediamarkt

Felix Baumgartner hat eine Identitätskrise, und das kam so: Vergangene Woche wurde seine Facebook-Seite vorübergehend gesperrt, weil die Betreiber des sozialen Netzwerks davon ausgingen, "dass ich“, so Baumgartner, "mich für jemand anderen ausgebe“ - mit anderen Worten: dass er, Baumgartner, auf Facebook eine falsche Identität angenommen habe.

"Das klingt wie ein schlechter Witz“, empörte sich Baumgartner. Abgesehen davon, dass es eher wie ein ziemlich guter Witz klingt, ist den Facebook-Betreibern im Zweifelsfall nur eines vorzuhalten: Sie kennen Felix Baumgartner schlecht! Denn niemals würde der Mann, der 2012 aus der Schwindel erregenden Höhe von 38.969,4 Metern tollkühn ins stratosphärische Nichts sprang (ein Weltrekord, den ihm rücksichtsloserweise zwei Jahre später zwar kein Facebook-, aber immerhin ein Google-Manager abjagte), eine andere Identität als seine ureigene beanspruchen wollen. Baumgartner ist mit sich selbst so unerschütterlich im Reinen, dass er griechische Lkw-Fahrer vermöbelt (rechtskräftige Verurteilung wegen Körperverletzung), eine "gemäßigte Diktatur“ herbeisehnt, Stimmung gegen Flüchtlinge macht, Viktor Orbán für den Friedensnobelpreis vorschlägt und Alexander Van der Bellen als "Präsidenten der Lügen“ verunglimpft.

Warum sollte irgendjemand so herzzerreißend dumm sein, Baumgartner eine solche Identität streitig zu machen? "Also, Mark Zuckerberg, löse dieses Problem!“, schrieb er dem Facebook-Chef ins Stammbuch. Vorsicht, Mark Zuckerberg: Mit Felix Baumgartner ist nicht zu spaßen!

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