Granada im Interview

Kultur

Thomas Petritsch von Granada: Was ich vom Leben gelernt habe

Graz im Herzen, Dialekt auf der Zunge: Die Band Granada erobert mit ihrer gemütlichen Pop-Melange gerade den deutschsprachigen Raum. Ihr Erfolgsrezept? Nur kein Stress.

Musik kann man nicht kalkulieren. Granada ist ja aus dem Soundtrack-Projekt für den Film „Planet Ottakring“ entstanden. Dabei sind einfach zu viele Songideen liegengeblieben. Dass unsere Musik jetzt auch in Deutschland immer erfolgreicher wird, freut uns natürlich. Es ist schön, soviel Zuspruch und Interesse zu erfahren.

Man kann das Entstehen einer Band ganz gut mit einer Beziehung vergleichen. Zuerst gibt es ein Date, man lernt sich kennen, dann verschaut man sich ineinander, kommt zusammen und irgendwann denkt man sich, das passt doch ganz gut.

Man muss auf die Musik vertrauen können. Richtige Reibereien brauchen wir nicht. So unterschiedlich die Band-Charaktere sind, so unterschiedlich bringen wir uns auch in die Musik ein. Man muss sich nur bei den wesentlichen Punkten einig sein: Wie soll die Platte klingen, was ist der richtige Sound, welche Stimmung, welches Gefühl wollen wir transportieren – und was wollen wir mit der Musik erreichen? Meistens reicht es, wenn wir einfach drauflosspielen.

Fehler bringen dich weiter. Natürlich kann man nicht immer Recht haben. Wünschen tut man sich das natürlich. Am Ende bringen dich aber die Kompromisse weiter.

Neben der Musik gibt es nichts Vergleichbares. Musik ist eine Art Droge, von der man nicht mehr wegkommt – man muss einfach spielen. Alles andere ist ohnehin nur ein Hobby. Mit Worten ist das kaum zu erklären.

Man muss wissen, wo man hingehört. Heute ist es egal, ob man als Band von Graz, Wien oder Berlin aus arbeitet. Das ist in Zeiten von YouTube-Videos, Skype-Gesprächen und globaler Vernetzung auch nicht mehr wichtig. Die ganze Band lebt gerne in Graz. Das passt ganz gut so.

Im Leben muss man sich nach oben arbeiten. Mittlerweile vermissen wir die winzigen Locations, die keinen Fotograben haben. Die Nähe zum Publikum ist essenziell. Man darf das aber nicht falsch verstehen: es ist schon cool, auf größeren Bühnen und vor vielen Leuten zu spielen.

Eine Band ist so ein weiches Bett, in das man sich legen kann.

Granada: Sänger Thomas Petritsch (l) mit Alexander Christof (Akkordeon)

Granada: Sänger Thomas Petritsch (l) mit Alexander Christof (Akkordeon)

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