Rainer Nikowitz: Reisegefährten
Meinung

Rainer Nikowitz: Reisegefährten

In China kam man sich natürlich innerhalb der österreichischen Delegation auch menschlich näher.

Kurz: Dieses Zeug glitscht einem aber a dauernd aus de Staberln … Was war des noch einmal?
Van der Bellen: Quallensalat.
Kurz: Manchmal kann’s auch a Gewinn sein, wenn ma sei Essen net ­derwischt.
Van der Bellen: Na gehen S’! A bisserl mehr Neugier und Abenteuerlust, ha? I mein, in Ihrem Alter! Außerdem: Sonst haben S’ ja auch einen recht guten Magen.
Kurz: Wie meinen S’ das?
Van der Bellen: Na ja, was die Partnerwahl betrifft und so.

Kurz: Sagen S’, woll ma net lieber in Ruhe staatsbesuchen und die Innenpolitik einmal daheim lassen?
Van der Bellen: Eh, stimmt scho. Ich wollt ja auch gar net … I hab mir nur gedacht, wir sind no gar net so zum Reden kommen, seit der Angelobung. Und wenn ich denk, wie ich mich gfühlt hab in meinen ersten paar Monaten. Wie geht’s Ihnen denn so damit?
Kurz: Eh gut.
Van der Bellen: ‚Eh gut‘ hab ich früher immer zu meiner Mutter gsagt, wenn i wollt, dass sie mi in Ruh lasst.
Kurz: Tatsächlich? So a Zufall.

Van der Bellen: Schaun S’, junger Mann, wir kommen zwar weltanschaulich aus verschiedenen Ecken, aber jetzt ham uns die Wahlergebnisse halt zsammbracht. Und hier in China zieh ma ja überhaupt am selben Strang. Also i würd vorschlagen: Simma per Du. I bin der Sascha. Wie sagen deine Freund zu dir?
Kurz: Herr Bundeskanzler.
Van der Bellen: Das ist selbst für deine Verhältnisse erstaunlich. Aber wie sagt Konfuzius?
Kurz: I weiß: „Don’t call us – we call you.“
Van der Bellen: Des könnt a lange Wochen werden.

rainer.nikowitz@profil.at

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