Platzangst
Österreich

Kampf um den Ball

Der Niederösterreichische Fußballverband (NöFB) verbietet dem SC Schwarzbach, auf dem eigenen Platz zu spielen. Der Grund: Der Verein hat sich mit dem Nachbarort zusammenschlossen, und der liegt im Burgenland.

Johann Giefing ist SPÖ-Bürgermeister im niederösterreichischen Schwarzenbach, einer 960-Einwohner-Gemeinde in der Buckligen Welt. Es gibt hier eine keltische Siedlung und glasklares Bachwasser, aber wenig Jobs. Die Jungen ziehen weg. Das bekommt der Fußballverein zu spüren, der in der Gebietsliga kickt. Fünf Kilometer entfernt liegt Oberpetersdorf, eine burgenländische Gemeinde mit 800 Einwohnern und ähnlichen Nachwuchsnöten. Was lag also näher, als sich zusammenzuschließen? Doch der Niederösterreichische Fußballverband (NÖFV) legte sich quer.

"Tote Hose"

Tenor: Eine Spielgemeinschaft mit Sitz im Burgenland habe auf niederösterreichischem Terrain nichts verloren. Es kam zu Gerichtsterminen und Vermittlungsversuchen, in die sich ÖFB-Chef Leo Windtner einschaltete. Vergeblich. Bürgermeister Giefing versteht die Welt nicht mehr: "Unseren Fußballplatz gibt es seit 1932, jetzt ist hier tote Hose. Überall gehen Grenzen auf, hier lässt man für eine Grenze ein Dörfl sterben." NÖFV-Präsident Johann Gartner erklärt sinngemäß, man fürchte, Vereine aus der Region könnten sich ein Beispiel nehmen und ebenfalls Richtung Burgenland abwandern.

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