Josef Muchitsch: "Köche gibt es genug"
Österreich

Josef Muchitsch: "Köche gibt es genug"

Die schwarz-blaue Regierung erhöhte in der Vorwoche die Quote für Zuwanderer. Der Gewerkschafter und SPÖ-Abgeordnete Josef Muchitsch lehnt dies vehement ab. Warum eigentlich?

profil: Herr Muchitsch, was haben Sie gegen Ausländer?
Josef Muchitsch: Ein reiner Familiennachzug ist gesellschaftspolitisch zu befürworten. Der Regierung geht es aber darum, die Quoten für Saisonarbeiter zu erhöhen. Außerdem will sie die Mangelberufsliste regionalisieren. Statt Maurern oder Fliesenlegern aus Österreich oder EU-Staaten werden dann Leute aus Drittstaaten beschäftigt. Im Wahlkampf haben ÖVP und FPÖ aber versprochen, Inländer zu bevorzugen. Insofern darf man sich über diese Maßnahmen schon wundern.

profil: Die Wirtschaft beklagt, dass für manche Jobs keine Inländer zu finden sind. Insofern geht Ihre Kritik am Punkt vorbei.
Muchitsch: Wir haben allein in der Bauwirtschaft 60.000 arbeitsuchende Menschen in Österreich. In den handwerklichen Berufen sieht es ähnlich aus. Die Wirtschaft will einfach ältere Arbeiternehmer durch jüngere und billigere aus Drittstaaten ersetzen. Niemand kann mir erklären, dass es in den EU-Ländern keine Maurer, Zimmerer oder Fliesenleger gibt.

profil: Und Köche?
Muchitsch: Auch Köche gibt es genug in Österreich und der EU. Dazu brauchen wir keinen Zuzug aus Drittstaaten.

profil: Die Gastronomie kritisiert, dass Köche und Kellner aus Ostösterreich nicht in den Tourismusregionen im Westen arbeiten wollen.
Muchitsch: Hier gab es bereits Verschärfungen. Mich stört ganz allgemein die Darstellung, dass es sich bei Arbeitslosen um arbeitsunwillige Menschen handle. Die Leute wollen arbeiten. Das AMS hat im Vorjahr 600.000 Menschen vermittelt. Und wer tatsächlich nicht arbeiten will, wird schon jetzt streng sanktioniert.

profil: Übrig bleibt der Eindruck, dass SPÖ und ÖGB wie die Freiheitlichen inländische Arbeitnehmer gegenüber ausländischen bevorzugen.
Muchitsch: Unser Ansatz ist: Jene Menschen, die in Österreich integriert sind, sollen Vorrang auf einen Arbeitsplatz haben. Darunter finden sich zum Beispiel viele Menschen aus dem früheren Jugoslawien, die jahrelang in unser System eingezahlt haben, aber nun zunehmend etwa von jungen Polen verdrängt werden. Auch dagegen wollen wir etwas tun.

Kommentar verfassen
  • rei regav (trumpelstilzchen) Di, 16. Jan. 2018 19:30

    warum sollte ein in ö arbeitsloser 58jähriger mann arbeiten, wenn der ohnehin jährlich €12000,- erhält? und fahrtkosten spart er sich auch.
    <die eisenbahner/die wiener magistratsbediensteten/die ö-bauern/die frauen/die lehrerinnen/die postler/die gendarmen - sie alle sind in dem alter schon meist in pension.
    <und alle jahre kommen 30 000 eu-bürger und 35 000 asylsuchende ins gelobte land.....

    Melden
  • Margarete Nihsl (margretni)
    Margarete Nihsl (margretni) Di, 16. Jan. 2018 18:02

    Es gibt die freie Wahl des Arbeitsortes in der EU. Das ist ein Teil der Freiheit und gut so. Trotzdem muss es möglich sein, bei derartig hoher Arbeitslosigkeit, wie sie in Österreich herrscht, obwohl sie jetzt angeblich etwas zurückgeht, Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft zu beschäftigen - sie sind ja auch EU- Bürger. Das System der
    Nichterwerbstätigkeit ist ganz aufzustellen.

    Melden
  • Peter Eberl (pete7) Di, 16. Jan. 2018 16:28

    Sobvierl ich gelesen Hab, stammen diese Wünsche noch vom früheren linken Sozialminister.
    Also der Sozi opponiert gegen die eigenen Pläne.
    Eine Witzfigur!!

    Melden
  • Xillo Mirko (xillomirko) Di, 16. Jan. 2018 11:04

    Diese Aparatschniks haben nie wirklich selbst gearbeitet und haben von den wahren Probleme der Menschen keine Ahnung.
    Ein typisch bl..... gefressener Funktiuonär.

    Melden