Serge Falck

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Österreich

profil-Podcast: Serge Falck liest Ernst Benedikt

Novemberpogrom 1938: Ernst Benedikt, ehemaliger Chefredakteur und Herausgeber der "Presse", hat seine Erlebnisse in Wiener Notarresten aufgezeichnet, ein literarisches Dokument, souverän, voll innerer Würde. Schauspieler Serge Falck liest die Aufzeichnungen im profil-Podcast.

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"Wir eilten unter dem brüllenden Zuruf der SS-Leute - Tempo, Tempo! - in das Gebäude, das uns als Kerker dienen sollte ( ) mussten in tiefer Kniebeuge mit ausgestreckten Armen unsere Personaldaten mitteilen. () Das Regime des Tempos. Wer spricht, wird erschossen, wer zum Fenster geht, wird erschossen, wer nicht gehorcht, wird erschossen, so krachte es aus dem Munde der SS-Leute." "Als erster - dies stand zu erwarten - fiel ein junger Lehrer des Hebräischen in ihre Klauen. () eine schlanke Gestalt, mit einem schwarzen Talar bekleidet (..) und der Blick, der starke, schöne Blick des Schwärmers und des Priesters.

Auf ihn konzentrierte sich naturgemäß die Aufmerksamkeit der Raubtiere ( ) und man beschloss, auf seine Kosten die Vorstellung zu eröffnen. () Du wirst erschossen. Jetzt sing etwas! Da fuhr schon die Hand des Peinigers ihm ins Gesicht und packte seinen Bart. Sing, du! Nun begann er wirklich zu singen. Zuerst zögernd, ersichtlich freier, immer - ich kann es nicht anders sagen - erhabener. Wir alle standen atemlos dieses Schauspiel begleitend, mitleidend, mitweinend und innerlich mitsingend."

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