Im Visier internationaler Verbrechersyndikate
Österreich

Im Visier internationaler Verbrechersyndikate

profil vor 25 Jahren.

Österreich gerate zunehmend "ins Visier internationaler Verbrechersyndikate“, schrieb profil in der Ausgabe vom 21. April 1992. Die Täter seien professionell organisiert und rekrutierten vor allem Arbeitslose aus Osteuropa und Lateinamerika, um sie auf Diebstour zu schicken. Die Beute - Autos, Schmuck, Scheck- und Kreditkarten - werde dann international vermarktet. Die Polizei sei dagegen machtlos, denn während sich die Verbrechergangs modernster Technik bedienten und "mit Computerfax und Satellitentelefon grenzenlos kommunizieren“, hätten viele Exekutivbeamte nur "klapprige Schreibmaschinen“ zur Verfügung und müssten überdies "jedes Telefonat außerhalb des Ortsnetzes penibel begründen“, berichtete profil. "Wir arbeiten wie vor 100 Jahren“, klagte ein Kripo-Beamter.

"Platt wie selten“ verlief der Wahlkampf um den nächsten österreichischen Bundespräsidenten. Da Rudolf Streicher (SPÖ) und Thomas Klestil (ÖVP) kontroversielle Sachthemen weitgehend mieden, verpflichteten ihre jeweiligen Wahlkampfbüros Prominente und Halbprominente, die publikumswirksam für die Kandidaten werben sollten - bei Kabarett-Abenden und Konzerten, bei Skirennen oder beim Krapfenessen. Der Einsatz der Promis als Wahlhelfer verdiene in den meisten Fällen höchstens das Prädikat "älplerisch-peinlich“, urteilte profil.

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