Ferngesteuert
Österreich

Rainer Nikowitz: Ferngesteuert

Bundeskanzler Kern hat verraten, dass der Innenminister während Sitzungen SMS vom „Paten“ mit Hinweisen zum gewünschten Abstimmungsverhalten bekommt. Ist aber sicher eh nicht wahr.

profil: Herr Minister, Sie …
Sobotka: Momenterl, i krieg da grad a SMS. Könnt wichtig sein. Ah ja. Also, die Antwort is: Nein.
profil: Aber ich hab ja noch gar nichts gefragt.
Sobotka: In mein SMS steht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass i auf jedwede profil-Frag’ mit „Nein“ antworten muss, bei 82,9 Prozent liegt.
profil: Ich wollte aber eigentlich nur fragen, ob Sie auch einen Kaffee wollen.
Sobotka: Ah so. Moment, i frag eam schnell. Okay … Also ich hätt gern einen kleinen.
profil: Milch, Zucker?
Sobotka: I hätt nix dagegen.
profil: Na gut, dann …
Sobotka: Aber er. Also bitte ohne.
profil: Sogar beim Kaffee müssen Sie ihn fragen? Ist Ihnen das nicht …, nun ja. Ein wenig peinlich?
Sobotka: Sie ham ka Ahnung, wie peinlich es wär, wenn ich ihn net frag. Er hat ja doch a gewisses Talent für starke Auftritte.
profil: Also gut, machen wir vielleicht einfach weiter. Herr Minister, es ist jetzt Ende Juli …
Sobotka: Mooment! Aha. Der Erwin sagt, es is no net Ende Juli, sondern grad amoi erst Mitte vorbei.
profil: Aber das ist doch völlig wurscht!
Sobotka: Sie ham leicht reden.
profil: Sagt wer?
Sobotka: Er. Wer sunst? I sag nur was, wenn er vorher gsagt hat, dass i was sagen derf. Aber für heut hab i ka Freigabe. Wissen S’ eh, Interviews san immer haklich.
profil: Sagen Sie, was dürfen Sie überhaupt allein? Außer aufs Klo gehen, mein ich.
Sobotka: Aufs Klo gehen? Träumer!

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