Alexander Wrabetz

Alexander Wrabetz

Österreich

Showdown auf dem Küniglberg

Am 28. Juli endet die Bewerbungsfrist für die Position des ORF-Generaldirektors.

Am 28. Juli endet die Bewerbungsfrist für die Position des ORF-Generaldirektors, der am 9. August nach einem Hearing vom Stiftungsrat gewählt werden wird. Neben dem bisherigen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und ORF-Finanzchef Richard Grasl hat sich bislang nur Georg Anton, Moderator der Satire-Show "unkorrekt-TV“, offiziell beworben. Ernsthafter bemühen sich beide Haupt-Kontrahenten um Unterstützung der 35 Stiftungsräte. profil fasst die jüngsten Gerüchte rund um die Küniglberg-Kür zusammen.

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Der von der ÖVP und vor allem Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll favorisierte bisherige Finanzdirektor Richard Grasl will mit einem neuen Konzept, das vier Direktoren für die Bereiche TV-Information, TV-Programm, Radio und Digital vorsieht, punkten, während Alexander Wrabetz die alte Geschäftseinteilung verteidigt. Wrabetz hat aber zuletzt auch schwarzen Landeshauptmännern im Rahmen einer Charmeoffensive versprochen, bei Budget und Personal der Landesstudios nicht zu kürzen.

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Falls Grasl unterliegt, soll die ÖVP als eine Art Trostpflaster Anspruch auf den Posten des Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes angemeldet haben. Der derzeitige Präsident, Gerhart Holzinger, der in der ÖVP nicht beliebt ist, geht in Pension.

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Sowohl Wrabetz als auch Grasl stellen personelle Neuerungen in Aussicht. So soll Grasl die derzeit für Sicherheits- und Umweltagenden zuständige OMV-Managerin Michaela Huber für einen Direktorenposten umgarnen. Angeblich hat er auch Wolfgang Bergmann, derzeit Vorstandsmitglied der "Standard“-Medien AG, ein Angebot für eine Führungsfunktion im ORF gemacht. Wrabetz sucht für sein Führungsteam neben Kathrin Zechner ein zweites weibliches Mitglied, vermutlich als ORF-Finanzchefin.

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Die FPÖ könnte bei der Kür des ORF-Chefs wieder entscheidend mitmischen. Thomas Prantner, derzeit Technik-Vizechef und zuvor Online-Direktor, könnte als Verbindungsmann zu Norbert Steger, Stiftungsratsmitglied der FPÖ, gute Dienste leisten. Zum Dank könnte er nach Karl Amon neuer Radio-Chef werden, was im Funkhaus jetzt bereits für Wirbel sorgt.

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Bei dem sich abzeichnenden Patt zwischen SPÖ und ÖVP kommt den fünf restlichen Stiftungsräten (Team Stronach, NEOS, Grüne, FPÖ und Caritas) erhebliche Bedeutung zu. Allerdings könnte die Art der Stimmenabgabe wahlentscheidend sein. Für wen einer der Unabhängigen zuerst stimmt, würde die anderen vier möglicherweise beeinflussen.

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