Die Bauchtasche ist wieder da. Hier auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin.

Die Bauchtasche ist wieder da. Hier auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin.

Portfolio

Bauch-Speck

Das "Wimmerl“! Die Babyboomer unter den Lesern werden sich noch erinnern können, welchen Segen, es darstellte, als es über den Skisport kam.

Endlich ein praktisches Accessoire, das man sich um Taille oder Hüfte schnallen und alles darin unterbringen konnte, was - abgesehen von Skiern und Stöcken - beim Skifahren erheblich war: Liftpass, Traubenzucker, Labello, Sonnenschutz, ein paar gefaltete Geldscheine und Taschentücher. Genannt wurde es aufgrund seiner rundlichen Kleinheit so; außerdem steht "Wimmerl“ im österreichisch-bayerischen Raum scherzhaft für "Bauch“.

Jetzt ist es wieder da und nennt sich Bauchtasche, weil es offenbar erwachsen geworden ist. Allerdings trägt man es nach wie vor wie einen lässigen Laden vor sich her. Die Größe ist gleich geblieben. Und der Inhalt vermutlich auch. Heute muss außerdem ein Smartphone darin Platz haben. Lediglich Materialien und Ausführung wurden veredelt. Früher war Nylon State-of-the-art, jetzt darf es schon mal Leder sein - strukturiert, perforiert, zur Echse veredelt oder einfach klassisch glatt. Nicht selten wird die Bauchtasche mit Nieten, Swarowski-Steinen oder Quasten aufgemotzt.

Auf die Körperhaltung hat der neue alte Modeliebling Top-Wirkung. Denn um ihn ordentlich zu präsentieren, muss man die Wirbelsäule durchstrecken, die Schultern gerade halten; einseitige Belastung ist auszuschließen. Fast ein Fall für den Orthopädieladen - wenn einem bloß nicht die Preise für das kleine Ding solche Kopfschmerzen bereiten würden!

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