Ragweed, auch Traubenkraut oder Beifußambrodie genannt, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts aus Amerika nach Europa eingeschleppt.

Ragweed, auch Traubenkraut oder Beifußambrodie genannt, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts aus Amerika nach Europa eingeschleppt.

Wissenschaft

Alien-Invasion

Noch setzen Allergikern vereinzelt Beifußpollen zu, doch bald ist mit einer Belastung durch einen höchst unangenehmen Verwandten der traditionellen heimischen Pflanze zu rechnen: durch Ragweed, auch Traubenkraut oder Beifußambrosie genannt.

Das Gewächs ist eine extrem robuste invasive Art, die Mitte des 19. Jahrhundert aus Amerika nach Europa eingeschleppt wurde und sich seither beharrlich über den Kontinent ausbreitet - nicht nur mithilfe des Windes, sondern etwa auch in den Profilen von Autoreifen.

Die Hauptprobleme an Ragweed sind das hohe allergene Potenzial sowie die späte Blütezeit bis in den Oktober hinein, weshalb manche Allergiker glauben, von der ersten Grippewelle des Jahres erwischt worden zu sein. In deutschen Städten sind bereits eigene "Ambrosia-Scouts" unterwegs, die das Unkraut mechanisch bekämpfen. Hier einige aktuelle Fakten über die vermutete weitere Ausbreitung des Korbblüters:

  • Momentan ist Ragweed in vielen Teilen von Österreich, Ungarn, Kroatien, Slowenien, der Slowakei sowie weiterer osteuropäischer Staaten nachgewiesen. Regionen Süd- und Ostdeutschlands wurden zuletzt ebenfalls besiedelt.
  • Aufgrund steigender Temperaturen erklimmt die Beifußambrosie nicht nur immer weitere Gebiete im Norden - in absehbarer Zeit vermutlich zumindest solche in Norddeutschland -, sondern allmählich auch höhere Lagen, sodass die Bergwelt in Zukunft wohl auch keine Fluchtmöglichkeit mehr für Allergiepatienten darstellt.
  • Ragweed ist ein hochaggressives Allergen: Schon wenige Pollenkörner pro Kubikmeter Luft können Symptome auslösen. Doch die tatsächliche Konzentration ist viel höher. Prognosen eines internationalen Forscherteams aus dem Vorjahr gehen zudem von einer stetig steigenden Belastung aus. Bis 2050 könnte sich die ausgeschüttete Pollenmenge vervierfachen - auf etwa 13.000 Pollenkörner pro Kubikmeter Luft.
  • Schuld daran sind die höheren Temperaturen, aber auch der Einfluss von CO2 und anderen Umweltschadstoffen wie etwa Stickoxiden. Mittlerweile ist nachgewiesen, dass Kohlendioxid nicht nur allgemein als Dünger fungiert, sondern im Speziellen dafür verantwortlich ist, dass die Pollenproduktion der Pflanzenwelt steigt.
  • In nur einem Jahrzehnt, zwischen 1997 und 2007, hat sich die Zahl der Betroffenen mehr als verdoppelt: Rund 17 Prozent aller Allergiker in Europa reagieren inzwischen überempfindlich auf Ragweed.
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