Staatsanwaltschaft ermittelt bei Plasser & Theurer

Staatsanwaltschaft ermittelt bei Plasser & Theurer

Verdacht des Betrugs und der Wirtschaftsspionage gegen Konkurrenten System 7

Wie profil in der aktuellen Ausgabe berichtet, lässt die Staatsanwaltschaft Krems seit 2016 im Umfeld des Linzer Plasser & Theurer-Konzerns (PT) wegen des Verdachts des Betrugs und der Wirtschaftsspionage ermitteln. Nach profil-Recherchen führt die StA derzeit 13 Beschuldigte, unter ihnen der Industrielle Josef Theurer, dessen Enkel Johannes Max-Theurer, der Manager der Deutsche Plasser Bahnbaumaschinen GmbH Peter Josef Flatscher sowie der langjährige „Sicherheitsberater“ der Deutschen Plasser, Sascha Wandl. Wandl hatte nach einem Zerwürfnis mit seinem Auftraggeber Anfang 2016 in Österreich Selbstanzeige erstattet, das Landeskriminalamt Niederösterreich und das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung nahmen die Ermittlungen auf.

Wandl soll in Flatschers Auftrag (angeblich mit Wissen und Billigung der Theurers) zwischen 2014 und 2015 „verdeckte Operationen“ gegen den österreichischen PT-Mitbewerber System 7 Railsupport GmbH (S7) organisiert haben. Eine von Wandl geleitete Gruppe privater „Ermittler“ soll S7 in betrügerischer Absicht (etwa unter Einsatz eines an einem Geschäftsabschluss vermeintlich interessierten „Tarnunternehmens“) Geschäftsgeheimnisse entlockt und diese an die Deutsche Plasser übergeben haben.

In einer profil vorliegenden Stellungnahme Flatschers an die StA Krems bestätigt dieser zwar, Wandl mit „legalen Ermittlungen“ gegen S7 beauftragt zu haben, bestreitet aber mit aller Vehemenz, „illegale Aktivitäten“ angeordnet, gebilligt oder auch nur davon gewusst zu haben. Die Anwälte der Familie Theurer betonen in einer Stellungnahme an profil, dass Josef Theurer und Johannes Max-Theurer über Art und Umfang von Wandls Leistungen für die Deutsche Plasser zu keinem Zeitpunkt informiert gewesen seien.

PT führt seit 2016 in Linz ein Privatanklageverfahren gegen die Gründer von System 7, zwei ehemalige PT-Ingenieure. Sie sollen, so der Vorwurf, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse mit in die Selbstständigkeit genommen haben – was S7-Anwalt Gerold Wietrzyk entschieden zurückweist.