Sven Gächter: Was haben die denn eingeworfen?

Sven Gächter: Was haben die denn eingeworfen?

Die Herren Assinger, Polzer und Pariasek wirken aufgekratzt wie eine Horde entfesselter Maturanten beim All-inclusive-„Summer Splash“ in Antalya.

Doch die einzige Droge, die bei diesem Winterspektakel im Spiel sein kann, ist legal und unter dem Namen Kitzbühel bekannt. Das Hahnenkamm-­Wochenende dürfte für die ORF- Sportredaktion ein ultimatives Hochamt darstellen, das alpine Pendant zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten in einem einzigen, rauschhaften Durchlauf. Mit Assinger gehen vor freudiger Erregung die Buben-Erinnerungen durch: Er spricht Polzer mit ­„Robert“ an, der die Grüße umstandslos an Herrn Seeger weiterleitet und die Generaldevise für den Super-G ausgibt: „Aufstehen verboten zu Hause!“ Aber einen wie Assinger, um keinen erstbesten Schmäh verlegen („Grissmann wirft einen großen Schatten auf Hinterseer“), hält es nicht lange auf seinem Ko-Kommentatoren-Sessel. „Is der deppert, der Weibrecht?“, brüllt er, als der Amerikaner eine Zwischenbestzeit „hinknallt“ (wie ORF-Skisportmoderatoren gern sagen, auch wenn weit und breit keine Schusswaffen zu sehen sind).

Weibrecht wird am Ende Zweiter, was Rainer Pariasek beim Zielrauminterview zu seinem gepflegtesten Englisch inspiriert: „To be here on the podium – is it similar compared to a medal?“ Der Amerikaner apportiert artig: Ja, was sind schon Weltmeisterschaften und Olympische Spiele, gemessen an Kitzbühel! „Erste Schlagsahne“, sagt Assinger und liefert die Kärntner Übersetzung gleich nach: „Erstes Schlogobers.“

sven.gaechter@profil.at