Harnik für Platz in EM-Startformation zuversichtlich

Martin Harnik weiß um seine Stärken

Martin Harnik weiß um seine Stärken

Martin Harnik ist zuversichtlich, seinen Platz in der Startformation des österreichischen Fußball-Nationalteams auch im ersten EM-Spiel am Dienstag gegen Ungarn zu behalten. "Ich glaube, dass der Trainer weiß, was er von mir erwarten kann und was nicht", sagte der Offensivspieler am Donnerstag in der ersten Pressekonferenz im ÖFB-Teamcamp in Mallemort.

Harnik hat ein schwieriges Frühjahr hinter sich. Mit dem VfB Stuttgart aus der deutschen Bundesliga abgestiegen, vermochte der Angreifer, der am Freitag seinen 29. Geburtstag feiert, zuletzt auch im ÖFB-Team nicht restlos zu überzeugen. Bei der EM-Generalprobe gegen die Niederlande (0:2) stand an seiner Stelle Marcel Sabitzer in der Startformation, Harnik wurde in der 68. Minute eingewechselt.

"Wir haben sicherlich die Qualitäten, dass wir auch in der Breite gut besetzt sind, dass jeder Spieler zu ersetzen ist", sagte Harnik. Mit seiner Kurz-Vorstellung gegen die Niederländer war der rechte Flügel nicht unzufrieden. "Ich habe gut reingefunden, auch gute Szenen gehabt. Ich glaube, dass jeder im Kader den Anspruch hat, zu spielen. Dementsprechend machen wir es dem Trainer nicht leicht."

Den Abstieg mit Stuttgart will Harnik mittlerweile verarbeitet haben. "Seit gut einer Woche habe ich das relativ gut abgehakt", erklärte der gebürtige Hamburger. In den freien Tagen vor dem Abflug nach Frankreich habe er noch einmal Zeit gehabt, das Erlebte sacken zu lassen. "Jetzt ist Ruhe eingekehrt, was das ganze Thema betrifft. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich mich voll auf die EURO konzentriere."

Dabei muss sich Harnik nach der EM einen neuen Arbeitgeber suchen. Sein Vertrag mit Stuttgart ist nach sechs Jahren ausgelaufen. Der Fokus gilt vorerst aber nur dem EM-Auftaktgegner Ungarn. "Das Turnier ist ein großer Anreiz für uns alle", erklärte der 58-fache ÖFB-Internationale (14 Tore). "Die Vorfreude ist schon sehr, sehr lange da."

Auf einen ähnlichen Erfahrungsschatz wie Harnik kann auch Innenverteidiger Sebastian Prödl zurückgreifen. Das Duo absolvierte miteinander nicht nur die Heim-EM 2008, sondern war ein Jahr davor auch bei der U20-WM in Kanada mit dem ÖFB-Nachwuchs Vierter geworden. Lange Zeit teilten sich die früheren Werder-Bremen-Kollegen auch ein Zimmer.

Prödl ist nur elf Tage jünger als Harnik, hat aber auch schon 57 Länderspiele auf dem Buckel. Der Steirer hofft ebenfalls auf einen Platz in der EM-Startformation. "Ich habe mich bestmöglich vorbereitet. Ich habe meine Hausaufgaben erfüllt, um dem Trainer die Wahl so schwer wie möglich zu machen", sagte der Watford-Legionär.

Sofern dieser fit war, hat Koller zwar zumeist auf Martin Hinteregger gesetzt. Gegen die Niederlande begann aber Prödl neben Abwehrchef Aleksandar Dragovic. "Ich habe mich gut gefühlt. Ich habe mich auch in der Vorbereitung gut gefühlt", betonte Prödl, der in der EM-Qualifikation wie Hinteregger fünfmal von Beginn an zum Einsatz kam. Den entscheidenden Quali-Herbst hatte Hinteregger allerdings wegen Knieproblemen verpasst.

Seit der Heim-EM habe das ÖFB-Team einen enormen Schritt gemacht, meinte Prödl. "Es ist ein Riesenunterschied zur EURO 2008. Das Gesamtpaket war ein ganz anderes." Nicht nur die Spieler hätten sich weiterentwickelt, sondern auch der ÖFB. "Der österreichische Fußball an sich ist wieder eine Marke geworden." Das sei auch in der Mannschaft zu spüren. "Wir sind abgeklärter, erfahrener." Daher gehe man auch anders ins Turnier als vor acht Jahren.