Reunion feiert Frankreichs EM-Helden: "Payet president"

Dimitri Payet - Frankreichs Held von La Reunion

Dimitri Payet - Frankreichs Held von La Reunion

In über 9.000 Kilometern Entfernung auf einer Insel im Indischen Ozean kennt die Verehrung für Frankreichs neuen Helden keine Grenzen. "Payet president", stand am Sonntag in großen Lettern auf der Titelseite des "Le Quotidien" auf Reunion. Auch "Le Journal" widmete Dimitri Payet, dem Siegtorschützen Frankreichs beim 2:1-Erfolg im EM-Auftaktmatch gegen Rumänien die erste Seite: "Der Nationalheld".

"Ein kleiner Junge von uns ist auf dem Weg, die Gipfel zu erklimmen. Wir sind enorm stolz", sagte Payets Jugendtrainer Harris Maillot, unter dem der damals sechsjährige Dimitri beim AS Saint-Philippe in La Reunion seine ersten Versuche als Vereinsfußballer unternommen hatte. Mit neun, zehn Jahren sei er bereits aufgefallen, erzählte Maillot laut französischer "L'Equipe" (Sonntag).

Mit 29 kennt nun fast die ganze Fußball-Welt diesen dribbelstarken, schnellen und schussgewaltigen Dimitri Payet - dank seines spektakulären Treffers am Freitagabend im Stade de France von Saint-Denis und vor allem seiner anschließenden Tränen. Die könnten nach der EM auch die Fans von Premier-League- Club West Ham United vergießen. Denn die Angebote für Payet, dessen Vertrag bei den Londonern bis 2021 läuft, könnten nach der EM unmoralische Höhen erreichen.

Ein Jahr spielte Achterbahn-Kicker Payet in der französischen Nationalmannschaft keine Rolle. Der Stürmer war vorher noch bei keiner EM dabei, auch bei keiner WM. Seit seinem Debüt im Oktober 2010 hatte es Payet auf lediglich 20 Einsätze gebracht - ein Viertel davon in diesem Jahr. Sein viertes Tor im Dress der Equipe tricolore war das mit Abstand wichtigste.