Martin Staudinger in Abidjan

Martin Staudinger in Abidjan

Österreich

Aus der Redaktion

Martin Staudinger besuchte den EU-Afrika-Gipfel und Michael Nikbakhsh sprach mit Medienanwalt Ralf Höcker. Die Woche in der profil-Redaktion.

Wie viele Facetten das Thema Migration hat, wurde Martin Staudinger bei seinen Recherchen zur aktuellen Titelgeschichte bereits auf der Anreise zum EU-Afrika-Gipfel in Côte d’Ivoire vor Augen geführt. Im Flugzeug saß er neben einer jungen Frau, die ihm erzählte, dass sie gerade ihre dritte Auswanderung vorbereite. Die erste hatte sie von Kamerun in die USA geführt, die zweite aus den USA nach Frankreich, wo sie inzwischen eine Internet-TV-Show produziert – nun plant sie, nach Afrika zurückzukehren. Staudinger staunte nicht schlecht, als er seine Gesprächspartnerin wenig später auf dem Gipfel wiedertraf, wo sie eine Abendgala für jene Staats- und Regierungschefs moderierte, die in Abidjan über die Zukunft der Migration sprachen. Einen anderen Aspekt des Phänomens fingen die profil-Mitarbeiter Anna Roxvall und Johan Persson nicht weit vom Schauplatz des Politikertreffens ein: Sie sprachen mit einem jungen Mann aus Côte d’Ivoire, der beim Versuch, nach Europa zu flüchten, in Libyen gefangen genommen und gefoltert worden war. Komplettiert wird der große Afrika-Schwerpunkt in dieser Ausgabe durch Beiträge von Johannes Dieterich, Alicia Prager, Robert Treichler und Christoph Zotter.

Er gilt als Deutschlands härtester Medienanwalt und hat sich diesen Ruf durchaus redlich erarbeitet: Ralf Höcker vertrat unter anderem Jörg Kachelmann und Recep Tayyip Erdoğan. Aus gegebenem Anlass untersuchte er die Qualität der heimischen Berichterstattung im Fall Buwog/Grasser und kam zu dem Ergebnis, dass sie großteils den Tatbestand der Vorverurteilung erfülle. Im Gespräch mit Michael Nikbakhsh wird Höcker seinem Hardliner-Image vollauf gerecht: „Warum sollten Journalisten die Einzigen sein, die man nicht bedrohen darf, wenn sie ihre Kompetenzen überschreiten?“

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