Protest gegen Groer-Denkmal: Pfarrer bezieht Stellung

Protest gegen Groer-Denkmal: Pfarrer bezieht Stellung

In der oberösterreichischen Gemeinde Hohenzell bei Ried im Innkreis formiert sich Protest gegen ein Denkmal für den verstorbenen ehemaligen Wiener Erzbischof Hans Hermann Groer.

Das Denkmal erinnert seit Jahren daran, dass Hans Hermann Groer in der Hohenzeller Kirche 1989 für ungeborene Kinder gebetet hat. 1995 musste Groer wegen Missbrauchs von Zöglingen zurücktreten. In profil bezieht Pfarrer Josef Bauer erstmals Stellung. Er will die Gedenktafel nicht entfernen lassen: „Es hat keine gerichtliche Verurteilung Groers stattgefunden. Ich kannte ihn persönlich und kann mir nicht vorstellen, dass an den Vorwürfen etwas dran ist.“ Auch die Diözese Linz habe kein Interesse, das Denkmal zu demontieren, sagt Sepp Rothwangl (siehe Bild), Obmann der Plattform "Betroffene kirchlicher Gewalt". Generalvikar Severin Lederhilger habe einem Missbrauchsopfer, das sich beschwerte, gesagt, er könne in dieser Angelegenheit nichts machen.

An der Kirchenwand in Hohenzell prangt – ausgerechnet – der Beginn eines Bibelzitats aus dem Matthäus-Evangelium: „Wer aber eines von diesen Kleinen...“, in der Bibel heißt es weiter: „...die an mich glauben, ärgern wird, dem wäre nütze, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt, und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“ Die Plattform "Betroffene kirchlicher Gewalt" brachte aus Protest einen Mühlstein mit dem Foto Groers an dem Denkmal an. „Es soll an die Verbrechen Groers erinnern, die weiterhin von seinen Anhängern geleugnet werden“, sagt Rothwangl. Er ärgert sich auch über die Klasnic Kommission, die "mit allen Mitteln verhindert, dass sich Groer-Opfer untereinander vernetzen. Man will nicht, dass das Gesamt-Horrorbild des Missbrauchs und der Vertuschung im Falle Groer bekannt wird", so Rothwangl.