Israelischer Unternehmer klagt Casinos-Gruppe

Karl Stoss. Der Unternehmer und Politikberater Tal Silberstein wirft dem Casinos-Chef vor, ihn über Monate mit einem Scheinprojekt genarrt zu haben.

Karl Stoss. Der Unternehmer und Politikberater Tal Silberstein wirft dem Casinos-Chef vor, ihn über Monate mit einem Scheinprojekt genarrt zu haben.

Tal Silberstein fordert mehr als 800.000 Euro Schadenersatz von Österreichischen Lotterien.

Seit Donnerstag vergangener Woche läuft vor dem Handelsgericht Wien ein gegen die Casinos-Austria-Gruppe gerichtetes Schadenersatzverfahren. Der Kläger, der israelische Unternehmer und Politikberater Tal Silberstein, fordert von der Österreichische Lotterien GmbH 822.000 Euro zuzüglich Zinsen – dies in Zusammenhang mit einem ab dem Frühjahr 2014 verfolgten Gemeinschaftsprojekt.

Silberstein wollte über eine maltesische Fondsgesellschaft mittelfristig mehr als 200 Millionen Euro in das von den Lotterien exklusiv betriebene Geschäft mit sogenannten Video Lottery Terminals investieren. Aus dem Unterfangen wurde allerdings nichts, die Casinos-Gruppe stieg im April 2015 aus den Verhandlungen aus. Silberstein (vertreten durch Anwalt Leopold Specht), einst unter anderem Wahlkampfberater von Alfred Gusenbauer, macht nun einen „Vertrauensschaden“ geltend und fordert projektbezogene Aufwendungen für Reisen, Rechts-, Steuer- und sonstige -beratung ein. Die Casinos-Gruppe (vertreten durch Anwalt Gerald Ganzger) bestreitet die Forderungen der Höhe und dem Grunde nach. Am 16. Juni wird weiterverhandelt. Silberstein und Casinos/Lotterien-Chef Karl Stoss werden als Zeugen erwartet.

Mehr zum Thema lesen Sie im aktuellen profil 6/2016.