#brodnig: Shut up and take my money
Meinung

#brodnig: Shut up and take my money

Zum Glück lassen sich Technikprobleme mit Geld beseitigen!

Meistens lösen IT-Konzerne nur jene Probleme, die sie zuvor verursacht haben. Computerhersteller Apple ist besonders erfolgreich darin, Ärgernisse herbeizuführen, die er dann mit sündteurer Technologie wieder ausmerzt.

Das beste Beispiel ist das iPhone 7: Das Handy besitzt keine Kopfhörerbüchse, was seit Monaten für Irritationen sorgt. Denn normale Ohrhörer lassen sich jetzt nicht mehr an das neueste Modell anschließen.

Man braucht nun spezielle Ohrhörer für das neue iPhone - oder kann sogar die absolute Nobellösung direkt bei Apple kaufen. Laut dem Konzern ist "drahtlos die Zukunft“.


Krimskrams

Konkret kostet diese Zukunft 179 Euro und heißt "AirPods“: Zwei weiße Stöpsel, die an Zigarettenstummeln erinnern und die man sich in die Ohren steckt. Per Bluetooth wird dann kabellos Musik abgespielt. Allerdings verursacht diese Technik wiederum eigene Probleme - man verliert Bluetooth-Kopfhörer vergleichsweise leicht. Die sind schließlich winzig und hängen an keinem Kabel.

Auch dieses Manko lässt sich mit Geld und noch mehr Krimskrams bekämpfen: Es gibt mittlerweile Kabel, die kabellose Kopfhörer miteinander verbinden (kein Scherz!). Diese Bänder helfen, dass die "AirPods“ nicht unbemerkt aus der Handtasche oder beim Joggen aus dem Ohr und auf den Boden fallen. Hersteller Spigen bietet ein solches Kabel beispielsweise für 9 Euro an.

Rechnen wir kurz ab: Man kann sich um 759 Euro ein iPhone 7 kaufen (das günstigste Modell), um 179 Euro die Luxus-Ohrstöpsel und um weitere 9 Euro ein Kabel, das diese Stöpsel zusammenhält. Macht 947 Euro.

Manchmal frage ich mich, ob Apple in Wirklichkeit eine geheime, weltweite Studie durchführt: Sie wollen wahrscheinlich einfach testen, wie viel Unsinn wir zahlungsfreudige Konsumenten über uns ergehen lassen.

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41 Prozent Marktanteil - mehr als jeder andere Hersteller - hat Apple bei kabellosen Kopfhörern . Zu Apple gehört auch die Audiotechnik-Marke Beats.

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