Ebola auch in Nigeria: Airline darf nicht mehr fliegen

Afrika - Ebola auch in Nigeria: Airline darf nicht mehr fliegen

Ein an dem Ebolavirus erkrankter Passagier hatte eine Maschine der togoischen Fluggesellschaft ASky benutzt. Die Airline darf seitdem nicht mehr nach Nigeria fliegen. Seit Mitte März wütet in Guinea, Liberia und Sierra Leone die schlimmste Ebola-Epidemie aller Zeiten. 672 Menschen sind schon an dem Virus gestorben.

Wenige Tage nach dem Bekanntwerden des ersten Ebola-Falls in Nigeria hat die Luftaufsichtsbehörde des Landes drastische Konsequenzen gezogen. Sie untersagte der Airline ASky, Ziele in Nigeria anzusteuern. In der vergangenen Woche war ein Liberianer mit Ebola-Symptomen mit einer ASky-Maschine nach Lagos gereist. Dort brach er am Flughafen zusammen und starb wenige Tage später in Quarantäne.

Passagiere eingehend auf Ebola prüfen
"Die Leben von Millionen Nigerianern sind zu kostbar, um sie wegen der Fahrlässigkeit einer Airline aufs Spiel zu setzen", hieß es in einer Mitteilung. ASky dürfe erst dann wieder nach Nigeria fliegen, wenn die Verantwortlichen beweisen könnten, dass alle Passagiere eingehend auf Ebola geprüft würden. Die Gesellschaft steuert seit 2010 zahlreiche Ziele in West- und Zentralafrika an und hat ihren Hauptsitz in Lome in Togo.

Andere Fluggesellschaften wurden ebenfalls dringend aufgefordert, alle nötigen Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, damit keine Passagiere mit dem Virus nach Nigeria geflogen werden. Die meisten Menschen, die mit dem verstorbenen Liberianer in Kontakt waren, seien unterdessen von der Lokalregierung in Lagos ausfindig gemacht und auf Isolierstationen gebracht worden.

Lage von Nigeria

Ausbreitung in Westafrika
Die Krankheit war im März zunächst in Guinea aufgetreten und hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Bisher sind 672 Menschen an dem Ebola-Virus gestorben. Es handelt sich um den bisher weltweit schlimmsten Ausbruch.

Lage von Guinea in Westafrika

Dorfvorsteher sensibilisieren
Marie-Christine Ferir von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sagte anlässlich einer Ebola-Konferenz in Accra, sie rechne mit mehreren Wochen bis Monaten bis zu einem Ende der Ebola-Epidemie. Die Minister von elf afrikanischen Staaten berieten in Accra mit WHO-Vertretern und anderen Experten darüber, wie das gefährliche Ebola-Virus gestoppt werden kann. Die Teilnehmer sprachen sich unter anderem dafür aus, Dorfvorsteher für die Krankheit zu sensibilisieren, weil ihnen oft mehr vertraut werde als Vertretern der Gesundheitsdienste.

Es fehlt das Wissen darum, wie die Krankheit sich verbreitet - die Aufklärung wird dadurch erschwert, viele zivile, politische und religiöse Autoritäten sich lange weigerten, die Ausmaße des Ausbruchs anzuerkennen.

"Ebenfalls ist es wichtig, dass alle politischen Führer und Personen mit Einfluss in den betroffenen Ländern mobilisiert werden und dabei helfen, Gesundheitsbotschaften in den Gemeinden zu verbreiten. Nur auf diese Weise kann der Angst der Bevölkerung entgegengewirkt werden, sodass alle Patienten die Behandlungszentren erreichen können und allen Verdachtsfälle nachgegangen werden kann“, sagte Marie-Christine Férir im Anschluss an die Konferenz in einem Statement.

Ursprung des tödlichen Erregers
Seinen Ursprung hat der Erreger im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten. Die Krankheit wird laut Ärzte ohne Grenzen hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Patienten übertragen.

Das Ausmaß der aktuellen Ebola-Epidemie ist beispiellos, was die geographische Verbreitung, die Zahl der infizierten Menschen und die Todesfälle betrifft, so die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Das 1976 im damaligen Zaire (dem heutigen Kongo) erstmals bei Menschen entdeckte Virus hatte sich zu Jahresbeginn erstmals in Westafrika ausgebreitet. Seitdem starben nach Angaben der WHO in Guinea, Liberia und Sierra Leone bereits mehrere hundert Menschen an hämorrhagischem Fieber.

Das hochansteckende Fieber verläuft in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich, eine Medizin gegen Ebola gibt es bisher nicht.

(Ph. D./APA)