Ebola: Acht Fakten zum Virus und dessen Verbreitung

Ebola: Acht Fakten zum Virus und dessen Verbreitung

Ende 2013 brach das Ebola-Virus in Guinea, Afrika, aus. Die Krankheit verbreitete sich schnell und umfasste bald auch Fälle in Sierra Leone und Nigeria. Am 8. August wurde die Ebola-Epidemie mit über 1000 Todesfällen von der WHO zu einem internationalen Gesundheitsnotfall erklärt. Aber woher stammt das Virus überhaupt und wie kann man sich vor ihm schützen? profil online hat acht Fragen und Antworten zusammengetragen.

Von Christina Feist

1. Was ist Ebola?
Ebola, eigentlich Ebolafieber genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch fünf verschiedene Arten des Ebolavirus übertragen werden kann:

• Bundibugyo Ebolavirus (BDBV)
• Zaire Ebolavirus (EBOV)
• Reston Ebolavirus (RESTV)
• Sudan Ebolavirus (SUDV)
• Tai Forest Ebolavirus (TAFV)

2. Wann wurde Ebola entdeckt?
Ebola wurde 1976 von einer Gruppe Wissenschaftler, unter ihnen auch der heutige Aids-Experte Peter Piot, entdeckt, als es zu zwei Ausbrüchen der Krankheit im Sudan und in der Demokratischen Republik Kongo kam. Seinen Namen bekam das Virus von seinem Entdeckungsort. Das Dorf Yambuku in der Demokratischen Republik Kongo liegt nahe des Flusses Ebola.

3. Wie werden Menschen mit Ebola infiziert?
Die Krankheit ist eine Kontaktinfektion, wird also durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten, beispielsweise Speichel oder Blut, übertragen. Träger der Infektionskrankheit sind zwar hauptsächlich Tiere, dennoch kann durch den Kontakt mit Tieren, zum Beispiel mit deren Kadavern, das Virus übertragen werden. Dadurch kommt es zur Übertragung auf den Menschen. Da schon eine geringe Menge des Virus ausreicht, um die Krankheit auszulösen, können bereits kleine Verletzungen der Haut zur Ansteckung anderer führen. Die Krankheit findet also von Mensch zu Mensch schnelle Verbreitung.

4. Welchen Krankheitsverlauf weist Ebola auf?
Die Inkubationszeit von Ebola kann bis zu 21 Tage betragen. Die ersten Symptome treten allerdings meist schon in den ersten acht bis zehn Tagen auf. Zu diesem zählen unter anderem: Schwächegefühl, Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe und innere Blutungen. Obwohl die Symptome häufig erst nach etwa einer Woche erstmalig auftreten, erliegen die mit Ebola erkrankten Menschen zumeist nach drei bis 30 Tagen der Krankheit

5. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Derzeit gibt es noch keine Möglichkeiten Ebola zu heilen, oder gar der Krankheit vorzubeugen. Daher kommt den erkrankten Patienten eine sogenannte „unterstützende Behandlung“ zu. Diese umfasst – auf Grund der häufig auftretenden Dehydration der Patienten - die Gabe von Flüssigkeit, Nahrung und Elektrolyten. Aktuell werden einige Impfstoffe und Behandlungsmöglichkeiten erforscht und erprobt. Dennoch ist keines der Mittel bereits zur effektiven Behandlung zugelassen.

6. Wo gab es in der Vergangenheit bereits Ausbrüche von Ebola?
Seit der Entdeckung des Ebolavirus 1976 gab es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis 2012 bereits 24 Ausbrüche von Ebola, alle davon in Afrika, zumeist in Uganda, in der Demokratischen Republik Kongo und im Kongo. Von diesen Ausbrüchen der Infektionskrankheit gab es bei dreien eine Sterberate von 100 Prozent, bei den meisten war die Sterberate höher als 50 Prozent. Seit 1976 sind mehr als 2200 Todesfälle auf Grund von Ebola bekannt.

7. Ebola-Epidemie 2014
2014 kam es zu einem erneuten Ausbruch des Virus in Afrika. Es handelt sich um den weltweit größten Ebola-Ausbruch bisher. Am stärksten von der Epidemie betroffen sind Liberia, Sierra Leone und Guinea. Trotz des Aufrufs der WHO zu internationalen Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit, reichen die Mittel nicht aus, um die Epidemie zu stoppen. In Monrovia, Liberias Hauptstadt, wurden bereits fünf der wichtigsten Krankenhäuser vorübergehend geschlossen, auch die internationalen Hilfskräfte stoßen an ihre Grenzen. Nicht nur, dass immer mehr Gesundheitspersonal infiziert wird, auch die Kapazitäten der Quarantäne- und Versorgungsstationen sind erschöpft. Im Dorf Kailahun, Sierra Leone, ist mittlerweile ein Großteil der 30 – 45-Jährigen dem Ebolavirus zum Opfer gefallen. In Guinea hat sich die Lage etwas gebessert. Bereits 45 Patienten konnten gesund nach Hause zurückkehren.

8. Besteht Gefahr für Europa?
Besonders Länder wie Italien, Spanien, Griechenland und Malta machen sich Sorgen, dass die Viruserkrankung durch die Ankunft von unwissentlich infizierten afrikanischen Flüchtlingen nach Europa verschleppt wird. Deutsche Forscher geben jedoch Entwarnung. Da die Krankheit eine Inkubationszeit von drei Wochen hat, und die Flüchtlinge meist mehrere Monate benötigen um die betreffenden Länder zu erreichen, sei es sehr unwahrscheinlich, dass die Ebola-Epidemie nach Europa ausufert. Sollte das Virus dennoch in Europa Einzug halten, sei es sehr unwahrscheinlich, „dass eine große Epidemie ausbricht“, erklärt Peter Piot, Entdecker des Virus, dem deutschen Magazin FOCUS.