Explosion in U-Bahn in St. Petersburg: Tote und Verletzte

Rettungsfahrzeuge und Helikopter bei der U-Bahnstation Technologisches Institut in St. Petersburg.

Rettungsfahrzeuge und Helikopter bei der U-Bahnstation Technologisches Institut in St. Petersburg.

Einem Insider zufolge gab es bei dem mutmaßlichen Anschlag in St. Petersburg nur eine und nicht zwei Explosion.

Das russische Anti-Terror-Komitee hat die Zahl der Toten bei dem mutmaßlichen Anschlag in St. Petersburg mit neun beziffert. Weitere 20 Personen seien verletzt worden, berichtete das staatliche russische Fernsehen am Montag. Den Angaben nach explodierte ein Sprengsatz in einem Zug auf der Fahrt zwischen zwei Stationen im Zentrum. Der genaue Hintergrund der Explosion war zunächst unklar. Darüber hinaus war von einem Sprengsatz die Rede, die in einer Metro-Station in St. Petersburg gefunden, aber entschärft wurde.

Präsident Wladimir Putin war am Montag in St. Petersburg, hielt sich aber nach Angaben seines Sprechers im Vorort Strelna auf. Die Sicherheitsbehörden würden die Explosion aufklären, versprach Putin. "Wir ziehen alle Möglichkeiten in Betracht - ob es eine kriminelle Tat war oder sie einen terroristischen Charakter hat", sagte er der Agentur Interfax zufolge. Auch der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hielt sich bei der Konferenz mit Putin auf.

Alle Anzeichen deuteten auf einen Terroranschlag hin, sagte Viktor Oserow, Abgeordneter im russischen Föderationsrat.

Behördenquellen schätzten die Sprengkraft auf 200 bis 300 Gramm Dynamit. Der Sprengsatz sei mit Metallteilen versehen gewesen. Nach ersten Erkenntnissen sei kein Selbstmordattentäter unterwegs gewesen. Der Sprengsatz sei in dem Wagen platziert worden.

Alle U-Bahn-Stationen in der Fünf-Millionen-Stadt wurden geräumt. In der betroffene Station Sennaja Ploschtschad (Heuplatz) entwickelte sich starker Rauch. Laut der Agentur RIA Novosti war auch die Station Technologistschesky Institut betroffen. Im Internet machten Bilder des zerstörten U-Bahn-Wagens die Runde. Den Rettungskräften zufolge gab es in zwei Metro-Zügen Detonationen. Der TV-Sender Life News zeigte Bilder von Verletzten, die auf einem Bahnsteig lagen.

In der Vergangenheit hatte es mehrere Anschläge auf die U-Bahn in Moskau mit zahlreichen Toten gegeben. Die meisten davon wurden in Verbindung mit islamistischen Terroristen aus Tschetschenien gebracht. In St. Petersburg gab es bisher keine Anschläge. Im Jahr 2000 waren mindestens 38 Menschen getötet worden, als sich zwei Selbstmordattentäterinnen in der Moskauer U-Bahn in die Luft sprengten.