Frankreich-Wahl: Emmanuel Macron wird neuer Staatspräsident

Macron will gespaltenes Volk einen

Ein Sieg für Europa: Der unabhängige pro-europäische Kandidat Emmanuel Macron wird neuer Präsident Frankreichs.

Nach einem harten Wahlkampf gegen die europafeindliche Rechtspopulistin Marine Le Pen will Frankreichs künftiger Präsident Emmanuel Macron sein zerrissenes Land wieder einen. "Ich werde mit allen Kräften gegen die Spaltung kämpfen, die uns zermürbt und entmutigt" , sagte der Mitte-Links-Politiker nach seiner Wahl. Der 39-Jährige wird der jüngste französische Präsident aller Zeiten sein. Er errang 66,1 Prozent der Stimmen bei der Stichwahl am Sonntag um das Präsidentenamt.

Die Front-National-Kandidatin und EU-Gegnerin Le Pen landete bei 33,9 Prozent . Mit ihrer Niederlage ist die Gefahr eines französischen EU-Austritts gebannt.

Wahlbeteiligung knapp 75 Prozent

Laut dem französischen Innenministerium lag die Wahlbeteiligung bei der französischen Präsidentenwahl bei knapp 75 Prozent. Vor zwei Wochen hatte sie bei 77,8 Prozent gelegen. Etwa 25,4 Prozent der 47 Millionen Wahlberechtigten blieben der Wahl ganz fern.

Vier Millionen Franzosen entschieden sich in der zweiten Runde dafür, entweder einen leeren Wahlumschlag abzugeben ("weiße Stimme") oder ungültig zu stimmen. Demnach erreichte der Anteil von ungültigen oder leeren Stimmzetteln einen Rekordwert von 11,5 Prozent.

Macron wird der jüngste Präsident in Frankreichs Geschichte. Die Nachfolge des scheidenden Staatschefs Francois Hollande wird er spätestens am kommenden Sonntag antreten. Macron plant sozialliberale Reformen in Frankreich und will die Zusammenarbeit in der EU und in der Eurozone vertiefen. Ob er auch eine Regierungsmehrheit bekommt, wird sich erst bei der Parlamentswahl im Juni entscheiden.

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"Neues Kapitel"

Der künftige französische Präsident hat sich optimistisch über die Zukunft seines Landes geäußert. Er sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntagabend, mit seinem Sieg in der Stichwahl öffne sich "ein neues Kapitel" - das "der Hoffnung und der wiedergewonnenen Zuversicht".

Le Pen hatte zuvor dem parteilosen Wirtschaftsliberalen zu seinem Sieg gratuliert. Frankreich habe am Sonntag für Kontinuität gestimmt, erklärte die Front-National-Chefin am Abend. Das Land sei gespalten zwischen Patrioten und Globalisierern. Ihr Abschneiden mit rund 35 Prozent sei historisch, ihre Partei sei nun die wichtigste Oppositionskraft in Frankreich, sagte sie mit Blick auf die im Juni bevorstehenden Parlamentswahlen.

Macron übernimmt spätestens am Sonntag

Der pro-europäische frühere französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron wird die Nachfolge des scheidenden Staatschefs Francois Hollande spätestens am kommenden Sonntag antreten. Macron plant sozialliberale Reformen und will die Zusammenarbeit in der EU und in der Eurozone vertiefen. Ob er auch eine Regierungsmehrheit bekommt, wird sich erst bei der Parlamentswahl im Juni entscheiden.

Die Präsidentenwahl war in ganz Europa mit großer Spannung und Nervosität verfolgt worden. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hatte im Wahlkampf ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft versprochen und ein Ende der Gemeinschaftswährung Euro als normales Zahlungsmittel gefordert.

Der frühere Investmentbanker Macron steht hingegen für einen klar europafreundlichen Kurs und tritt für eine enge Partnerschaft mit Deutschland ein.

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Macron, Le Pen

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