Israel: Palästinenser in mutmaßlichem Racheakt ermordet

Israel: Palästinenser in mutmaßlichem Racheakt ermordet

Vergeltung im Westjordanland? Die Entführung und Ermordung eines arabischen Jugendlichen in Jerusalem ist mutmaßlich aus Rache für den Mord an drei Israelis begangen worden.

Die Leiche eines arabischen Jugendlichen ist laut israelischen Medienberichten am Mittwoch in einem Wald bei Jerusalem gefunden worden.

Es bestehe der Verdacht, dass er zuvor von rechtsgerichteten Israelis entführt worden sei, meldete das israelische Fernsehen. Am Dienstag hatten Hunderte Demonstranten in Jerusalem Rache für den Mord an drei jüdischen Jugendlichen gefordert, deren Leichen im Westjordanland gefunden worden waren.

Israel verstärkt Angriffe
Der Mord hatte die Öffentlichkeit tief entsetzt. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu machte die radikalislamische Hamas für die Tat verantwortlich und drohte mit Vergeltung und einer Verstärkung der Bombenangriffe auf Stellungen der Hamas im Gazastreifen.

Die Hamas beschuldigte ihrerseits Israel, den Tod der drei Jugendlichen für weitere Militäraktionen gegen die Palästinenser zu benutzen. "Wir weisen alle israelische Unterstellungen und Drohungen gegen uns zurück", hieß es in einer Erklärung der Hamas. Keine palästinensische Gruppe - auch nicht die Hamas - habe sich zu der Aktion bekannt.

UN-Sicherheitsrat setzt auf Deeskalation
Die israelische Luftwaffe hat nach dem Fund der Leichen von drei vermissten israelischen Jugendlichen im Westjordanland nach Augenzeugenberichten Dutzende Angriffe gegen Ziele im Gazastreifen geflogen.

Der Einsatz im Westjordanland werde parallel fortgesetzt. Laut dem Fernsehen schloss Netanyahu aber eine Bodenoffensive im Gazastreifen oder die erneute Besetzung des Gebiets aus. Der UN-Sicherheitsrat hatte zuvor noch die Ermordung der drei israelischen Jugendlichen im Westjordanland "auf das Schärfste" verurteilt. Das Gremium rief alle Parteien in dem Konflikt auf, auf Maßnahmen zu verzichten, "die die Situation weiter destabilisieren könnten".

(APA/Red.)