Kreml-Kritiker Alexej Nawalny fordert Erklärung von österreichischen Banken

Alexej Nawalny

Alexej Nawalny

Russischer Oppositionsführer vermutet Verstoß gegen Geldwäscheregeln – „Alle wissen, dass korrupte Gauner gerne in Österreich investieren“.

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin profil übt der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny scharfe Kritik sowohl an den Banken als auch an der Politik in Österreich. „Es gibt viele Russen, die Immobilien besitzen, in Tirol und anderswo, aber hier wie dort hat das politische Establishment überhaupt kein Problem damit“, sagt der 43-Jährige Politiker: „Alle wissen, dass korrupte Gauner gerne in Österreich investieren.“

Vor Kurzem enthüllte Nawalny, dass der einflussreiche russische Politiker Andrej Metelskij – Chef des mächtigen Moskauer Flügels der Putin-Partei „Einiges Russland“, die ein Kooperationsabkommen mit der FPÖ unterzeichnet hat – vier Hotels in Wien und Tirol besitzt. In diesem Zusammenhang wirft Nawalny den österreichischen Banken vor, sich nicht an die Geldwäscheregeln gehalten zu haben. „Das sind gestohlene Gelder, die von einem europäischen Land angenommen werden, ohne dass irgendwelche Fragen gestellt werden“, so Nawalny gegenüber profil.

Während seiner Recherchen habe er die österreichischen Behörden bewusst nicht informiert: „Leider wissen wir, dass viele österreichische Politiker sehr freundschaftliche Kontakte zu russischen Politikern pflegen“, so Nawalny.

Im Interview mit profil fordert Nawalny eine Erklärung der österreichischen Banken. Dazu schlägt er vor, strikte EU-Einreiseverbote gegen die „1000 wichtigsten Putin-Korruptionisten“ zu erlassen.

„Sie leben bei euch, fahren Ski in Tirol und essen köstlichen Erdäpfelsalat“, so Nawalny: „In Russland erzählen sie uns dann, wie das alte, zauberhafte Europa zugrunde geht und dass wir Russen dagegen kämpfen müssen.“