Desinfektion: Ein Arzt in der Quarantänezone in Wuhan
Desinfektion: Ein Arzt in der Quarantänezone in Wuhan

© APA/AFP/STR

Ausland
02/05/2020

profil-Morgenpost: Krank gemeldet

Guten Morgen!

von Christoph Zotter

Christoph Zotter

Beginnen wir mit dem Unangenehmen: Wenn Sie nicht ohnehin schon krank sind, besteht derzeit eine erhöhte Chance, dass Sie es noch werden. Nein, das liegt nicht am Corona-Virus, das das chinesische Regime dazu gebracht hat, mehr als 60 Millionen Chinesen eine Hausquarantäne zu verordnen und das Land auf den Kopf zu stellen.

Es ist einfach nur Winter. Und da kommt wie jedes Jahr verlässlich eine Grippe-Welle. Wie überhaupt Viren und der Mensch eine lange Geschichte miteinander haben, in der „n2019- CoV“ – so der offizielle Name des Corona-Virus – nur eine Episode von vielen ist.

Krisenmodus

Das Problem beginnt so gut wie immer an derselben Stelle: Ein Tier trägt irgendeinen Virus. Einmal ist es eine Schleichkatze (SARS), dann ein Dromedar (MERS) oder ein Affe (Ebola). Das Virus mutiert und springt auf den Menschen über. Wie das genau passiert und warum jederzeit ein gefährliches Virus entstehen kann, erklärt Alwin Schönberger in der aktuellen Titelgeschichte (LINK). Und weil das profil-Wissenschaftsressort mitunter zu den fleißigsten gehört, gibt es auch noch einen Podcast, in dem der Virologe Norbert Nowotny erklärt, wie gefährlich das neue Corona-Virus jetzt wirklich ist.

China ist jedenfalls im Krisenmodus, bereits mehr als 300 Menschen sind gestorben. Das profil-Auslandsressort hat mit Bewohnern der Stadt Wuhan gesprochen, die als Epizentrum der Viren-Epidemie gilt. Sie verlassen seit Tagen ihre Häuser nicht, einige langweilen sich und spielen Majong, andere singen patriotische Lieder zum Fenster hinaus.

Krisengespräch

Dass so eine große Krise im Kleinen auch etwas Gutes hervorbringen kann, zeigt die Geschichte von Herrn Gao: Der Rentner aus Wuhan verbringt seine Tage mit seinem Sohn in seiner Wohnung. In der Notlage haben die beiden wieder näher zueinander gefunden. „Normalerweise reden wir selten, weil er so beschäftigt ist“, sagt Herr Gao.

Wir wünschen einen gesunden Tag! Christoph Zotter

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