Wer wird Trump herausfordern? 3 Punkte zur Vorwahl in Iowa

Senator Bernie Sanders gilt in Iowa als leichter Favorit

Senator Bernie Sanders gilt in Iowa als leichter Favorit

Die Vorwahl im US-Bundesstaat Iowa gilt als wichtiges Stimmungsbarometer im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft. Das Wahlverfahren ist bei den Demokraten besonders aufwändig und richtungsweisend. Wer Iowa bei den Demokraten gewinnt, hat im November gute Chancen, Präsident Trump herauszufordern.

Ein guter Start in Iowa kann die Aussichten des demokratischen Kandidaten auf die Präsidentschaftskandidatur beflügeln. Ein schlechtes Abschneiden ist dagegen kaum mehr aufzuholen. Die Vorwahlen der Demokraten laufen bis Anfang Juni. Aktuell gilt der linksgerichtete Senator Sanders als Favorit, gefolgt vom früheren Vizepräsidenten Biden.

1) Wie wird gewählt?

Das Wahlverfahren der Demokraten in Iowa ist ein Caucus und damit nicht vergleichbar mit einer Wahl in der Wahlkabine. Eingetragene demokratische Wähler des US-Staats müssen sich in öffentlichen Orten wie Schulen, Kirchen, Büchereien einfinden und sich in ihren Wahlsprengeln auf einen Favoriten einigen. Das dauert zumeist Stunden. Die Wahl startet um 19.00 Uhr Ortszeit (4.2., 02.00 Uhr MEZ).

"Der Iowa Caucus ist zeitintensiv, und die meisten Wähler haben schlichtweg nicht die Zeit dafür", erklärt Politikexperte Patrick Schoettmer von der Seattle University. Im letzten Wahljahr 2016 wählten im Rahmen des Caucus der Demokraten etwa 171.000 Menschen, und damit gerade einmal fünf Prozent der Gesamtbevölkerung von Iowa (3,2 Millionen Einwohner).

2) Wie läuft der Caucus ab?

In einem ersten Wahlgang finden sich in den Wahlräumlichkeiten Präferenzengruppen für bestimmte Kandidaten ein. Das heißt, dass sich Wähler für jeden Kandidaten an einer bestimmten Stelle des Wahllokals sammeln - anschließend werden die Stimmen gezählt. Wenn sich für einen bestimmten Kandidaten weniger als 15 Prozent der Wähler entscheiden, wird dieser eliminiert. Die Gruppen der anderen Wähler müssen nun versuchen, die übergebliebenen Wähler von "ihrem" Kandidaten zu überzeugen. Anschließend verteilen sich die verbliebenen Wählerstimmen neu. "Man hat besser einen Backup-Kandidaten auf Lager, den man sich ebenfalls vorstellen kann", meint Politikexperte Schoettmer.

3) Wer ist Favorit?

In Anbetracht der jüngsten Zwistigkeiten zwischen den beiden Links-Kandidaten Bernie Sanders und Elizabeth Warren könnte es Überraschungen geben. Die moderaten Kandidaten Pete Buttigieg oder Ex-Vize Joe Biden könnten davon profitieren, dass sich Sanders und Warren Stimmen wegnehmen. Der Statistik-Website FiveThirtyEight zufolge liegt Sanders mit 22 Prozent nur noch knapp vor Biden mit 21,5 Prozent, Buttigieg mit 15,5 Prozent und Warren mit 14,4 Prozent - Amy Klobuchar kommt als Fünfte gerade einmal auf rund zehn Prozent.