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04/23/2021

Gewissensbisse

Unternehmertum mit sozialen Zielen verbinden – diese Kombination wird auch in Österreich beliebter. Es hapert aber bei den Rahmenbedingungen.

Wirtschaftliches Agieren mit sozialem Handeln verbinden – das ist die Devise der sogenannten Social Entrepreneurs. Rund 2300 solcher Unternehmen sind in Österreich tätig, Tendenz steigend. Ihr Kerngeschäft ist auf ein soziales bzw. ökologisches Ziel ausgerichtet, wozu die Gewinne wieder in diese Richtung investiert werden. Ein Problem ist der Mangel an Förderungen für Social Entrepreneurs – und wenn es welche gibt, sind sie vorwiegend auf die Bedürfnisse von Start-ups ausgelegt. Ebenso mangelt es laut dem jüngsten Social Entrepreneurship Monitor Österreich an der passenden Rechtsform; eine solche könnte auch die Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit und die Chancen auf Geldquellen erhöhen.

2300 Social Entrepreneurs sind in Österreich aktiv, mehr als die Hälfte davon sind Start-ups. Knapp 50 Prozent der Gründungen in diesem Bereich wird von Frauen durchgeführt.

Zu den bekanntesten Unternehmen dieser Art zählen Helioz, das sich dem Zugang zu sauberem Trinkwasser in Entwicklungsländern widmet, und Atempo, das unter anderem eine Onlineplattform zur Assistenz behinderter Menschen betreibt. Der Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in Haushalten und Unternehmen wiederum ist das Ziel von Elke Oberhauser: Früher hat sie ein Lokal betrieben, in dem mit jenen Lebensmitteln gekocht wurde, die in Supermärkten oder Gärtnereien nicht verkauft wurden. Heute konzentriert sie sich unter der Devise „Best of the Rest“ auf Beratung, unter anderem für Gastronomiebetriebe. Wegen der Coronakrise konnte das Consulting in diesem Bereich allerdings nicht durchgeführt werden, auch Workshops waren nicht möglich. „Aber ich habe die Zeit genutzt, um mein Angebot auszubauen und zu verfeinern“, sagt Oberhauser. Sie will nun in Schulen und sozialen Einrichtungen den bewussten Umgang mit Lebensmitteln weitergeben. „Außerdem müssen viele Menschen derzeit mit wenig Geld auskommen. Ich will ihnen zeigen, wie man seine Familie auch mit geringen Mitteln gut ernähren kann.“ Der richtige Umgang mit Lebensmitteln sei vielen nicht mehr bewusst, meint Oberhauser. „Es ist ja alles im Überfluss vorhanden.“ Die Krise könnte auch zu einem Umdenken in dieser Hinsicht führen. Allerdings müsste schon früher das Bewusstsein dafür geschaffen werden, beispielsweise in der Schule. Oberhauser: „Im Haushalt kann man mit wenig Einsatz einiges erreichen, etwa mit der richtigen Temperatur im Kühlschrank oder der richtigen Lagerung.“

Die Zukunft für den Sektor der Unternehmen mit sozialen Zielen sieht sie positiv: „Da tut sich sehr viel in Österreich.“ Allerdings fehle es an Unterstützungen, in ihrem Fall beispielsweise vom Bundesland. „Ich bin da als Einzelkämpferin ziemlich auf mich gestellt.“

Österreich liegt unter den Nationen mit den besten Möglichkeiten für Start-ups weltweit auf Rang vier – das meint zumindest das britische Vergleichsportal money.co.uk. Laut dessen Analyse kommt Kanada in dieser Hinsicht auf den ersten Platz, gefolgt von Singapur und dem Vereinigten Königreich. Als Gründe für das gute Abschneiden Österreichs werden attraktive Start-up-Förderungen sowie das hohe Niveau von Technologie und Forschung angeführt; vor allem die Einbindung der Privatwirtschaft in die Forschung wird hervorgehoben.

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