Wie gehen wir mit dem Älterwerden der eigenen Eltern um?

Wie gehen wir damit um, wenn unsere Eltern langsam alt werden?

Wie gehen wir damit um, wenn unsere Eltern langsam alt werden?

Wenn die eigenen Eltern alt werden, gerät das jahrzehntelang bewährte Gleichgewicht innerhalb der Familie ins Wanken. Verantwortung muss übernommen, das eigene Leben umgestellt werden. Wie gehen die Kinder mit Krankheit und Tod um? Drei Geschichten von vielen.

Werner und Irene Löcker aus St. Michael im Lungau sitzen auf der Holzbank hinter ihrem Küchentisch. Werner ist 73, Irene 71; sie wirken jünger, sitzen nebeneinander, mit ein paar Zentimetern Abstand. Es ist still in der Küche, im Hintergrund tickt eine Uhr. Werner und Irene leben seit 18 Jahren getrennt: er im Keller, sie in den Wohnräumen des gemeinsamen Hauses. Das Verhältnis zwischen den beiden schwankt zwischen gleichgültig und schlecht. Seit ihrer Trennung reden sie kaum noch miteinander, selten sind sie einer Meinung. Bei der Antwort auf eine Frage, die ihre Tochter Ivette, 48, ihnen stellt, sind sie es doch: „War es gut, dass wir Kinder jetzt wieder mehr daheim waren?“ – „Es war sehr gut.“ – „Und Papa, für dich?“ – „Für mich war die Zeit jetzt auch sehr positiv. Mein Wunsch ist, dass ihr so oft wie möglich kommt.“

Endgültig erwachsen werden

Wer an seine Eltern denkt, denkt immer auch ein wenig an sich selbst. Die Menschen, die einen einst machten, machen einen aus – mal mehr, mal weniger, mal unmittelbar, mal indirekt. Und dann merkt man auf einmal, dass die Eltern nicht mehr so sind, wie sie immer waren: nicht mehr so stark, nicht mehr so sicher, nicht mehr so gesund. Sie sind ganz einfach alt geworden. Spätestens in diesem Moment muss man als Kind endgültig erwachsen werden und Verantwortung für jene übernehmen, die früher, in den entscheidenden Jahren des eigenen Lebens, noch für einen selbst verantwortlich waren.

Was diese fundamentale und oft auch dramatische Schubumkehr innerhalb der Familie bei den Betroffenen auslöst, schildern Irina Angerer und Sebastian Hofer in der aktuellen Coverstory. Sie konzentrieren sich dabei auf drei Fallgeschichten, die einerseits von ihrer Besonderheit leben, andererseits aber auch prototypisch genug sind, um die gesellschaftspolitische Tragweite des Phänomens abzubilden. Denn es gibt abertausende solcher Geschichten, und früher oder später sind wir alle, ausnahmslos alle ganz unmittelbar damit konfrontiert.

Lesen Sie die Geschichte von Irina Angerer und Sebastian Hofer in der aktuellen Printausgabe oder als E-Paper (www.profil.at/epaper)!