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Gesellschaft
01/11/2019

Österreich, statistisch betrachtet

Wir trinken zu viel Alkohol, haben dafür unsere Smartphone-Sucht, verglichen mit anderen Ländern, relativ gut im Griff. An der Liebe schätzen wir vor allem das Gefühl, nicht allein zu sein. Schlecht ist es dagegen um den Feminismus bestellt.

von Sebastian Hofer

11,4 LITER ALKOHOL PRO KOPF Hochprozentige Hymnen wie "Es wird ein Wein sein" und "Die Reblaus" entstanden mit gutem Grund in Wien. Österreich rangiert laut einer OECD-Studie auf einem Spitzenplatz, was die alkoholischen Trinkgewohnheiten betrifft: 11,4 Liter pro Kopf und Jahr. Mehr gesoffen wird nur in Litauen (13,2 Liter), Tschechien und Frankreich (jeweils 11,7 Liter). Geradezu abstinent präsentieren sich - wider alle Klischees - Italien (7,1 Liter) und Griechenland (6,5 Liter).

54% TEILZEITQUOTE UNTER FRAUEN Der jüngste Einkommensbericht des Rechnungshofs stellt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Österreich ein vernichtendes Zeugnis aus: Die Teilzeitquote unter ganzjährig beschäftigten Frauen stieg auf ein Allzeithoch von 54 Prozent, die Zahl der Vollzeit arbeitenden Frauen sank um drei Prozent. Die Konsequenzen: Frauen schaffen im Schnitt nur 63 Prozent des Mediaeinkommens von Männern. Im europäischen Vergleich zeigen ansonsten nur die Niederlande stärkere Backlash-Tendenzen.

49% DER FRAUEN SUCHEN "EMOTIONALE GEBORGENHEIT" Nahezu die Hälfte aller Single-Österreicherinnen gibt "emotionale Geborgenheit" als zentralen Faktor einer Beziehung an. Bei Männern zählen solche Gefühle deutlich weniger: Nur 40 Prozent kreuzten in einer Umfrage der Online-Partnervermittlung "Parship" diese Kategorie an. Ein regelmäßiges Sexleben ist für 40 Pozent der Männer wichtig, bei den Frauen waren es nur 30 Prozent. Auch die Ursachen für ihre Solo-Existenzen sehen die Geschlechter unterschiedlich: Während 37 Prozent der Frauen meinen, an ihren überzogenen Ansprüchen zu scheitern, sehen die Männer ihrer Schüchternheit als Beziehungshemmer.

139 MINUTEN BILDSCHIRMZEIT Während Österreich in der internationalen Lasterliga (Nikotin, Alkohol, Drogen) meist im Spitzenfeld rangiert, wird hierzulande - abseits der Arbeit - vergleichsweise wenig Zeit an Bildschirmen (Smartphones, Computer, Fernsehen) totgeschlagen, zumindest laut einer Untersuchung des Statistischen Amts der Europäischen Union. Nur Italien bekommt ein noch besseres Zeugnis ausgestellt: Dort verbringen die Menschen abends im Schnitt 1,56 Stunden mit dem passiven Zeitvertreib. Spitzenreiter ist Griechenland (185 Minuten), gefolgt von Belgien und Finnland.

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