Nacktfoto-Skandal: Worauf man bei der iCloud-Nutzung achten sollte

Nacktfoto-Skandal: Worauf man bei der iCloud-Nutzung achten sollte

Dutzende private Nacktfotos von Stars wie Jennifer Lawrence und Rihanna kursieren derzeit im Internet - geklaut und verbreitet von Hackern.

Vermutlich wurden die Aufnahmen bei einem Angriff auf den Online-Speicherdienst iCloud von Apple erbeutet. Wer - ganz privat, nackt oder angezogen - seine Fotos nicht in fremden Händen oder auf fremden Internetseiten wiederfinden will, sollte einige Dinge beachten.

Was ist iCloud?

ICloud ist der Online-Speicherdienst des US-Konzerns Apple. Solche Speicherdienste gibt es auch von zahlreichen anderen Anbietern. Daten werden dabei nicht auf dem Computer zu Hause abgelegt, sondern auf Servern des Anbieters. In solchen "Clouds" (Wolken) können Daten aller Art gespeichert werden, also Dokumente, Tabellen, Videos - und Fotos. Der Vorteil einer Cloud ist, dass von überall mit vielen verschiedenen Geräten darauf zugegriffen werden kann.

Sind Clouds ein sicherer Speicherplatz?

Da Nutzer über das Internet auf eine Cloud zugreifen, sind die Daten zunächst so sicher, wie die verwendeten Passwörter. Je simpler das Passwort, umso einfacher ist es für Hacker, es zu knacken. Aber auch das beste Passwort schützt nicht, wenn sich Cyberkriminelle direkten Zugang zu den Servern der Anbieter oder zu deren Datenbanken verschaffen, in denen alle Benutzernamen und Passwörter gespeichert sind.

Wie kann ich meine Daten und Fotos schützen?

Zunächst sind gute Passwörter sind wichtig. Ansonsten gilt: Egal wo ich meine Fotos speichere, am besten hinterlege ich sie verschlüsselt. Vor allem Daten, die in die Wolke verschoben werden, sollten vorher verschlüsselt werden, rät der Datenschutzexperte Holger Bleich vom Computermagazin "c't". Dazu gibt es Programme, die zum Teil kostenlos Daten aller Art chiffrieren, sowohl für die Cloud als auch für den eigenen Computer oder externe Festplatten. Am sichersten seien Verschlüsselungsprogramme, bei denen der Schlüssel zur Chiffrierung nicht zentral beim Anbieter sondern lokal beim Nutzer liege. Der eigene Computer sollte außerdem mit einem guten Virenschutz ausgestattet sein, da über Viren Dritte an Daten gelangen können.

Drohen beim Handy besondere Gefahren?

Bei Handyfotos sollten Nutzer besonders vorsichtig sein, rät Bleich. Zunächst könne ein Handy und alle darauf gespeicherten Fotos geklaut werden und so in fremde Hände fallen. Aber auch wenn Nutzer ihr Handy in den eigenen Händen behalten, seien die Fotos oft nicht sicher. Denn bei den meisten Smartphones werden die Bilder - wenn man die Funktion nicht ausschaltet - automatisch in eine Cloud hochgeladen. Und in der Wolke bleiben sie auch dann, wenn sie auf dem Handy gelöscht werden.

Kann ich Fotos sicher verschicken?

Nachrichten-Dienste wie Whatsapp sind unter anderem deshalb beliebt, da über sie schnell und einfach Bilder verschickt werden können. Doch werden die Fotos auf Servern der Unternehmen zwischengespeichert. Das gilt auch für soziale Netzwerke wie Facebook. Wenn ich also ein Foto über ein solches Medium versende, landet es außer beim Empfänger auch auf den Rechnern der Firmen. Was dort mit den Bildern geschehe, wie lange sie gespeichert würden und wer darauf zugreifen könne, könnten Nutzer nicht beeinflussen oder einsehen, sagt Bleich. Er rät dringend davon ab, sensible Daten auf einem solchen Weg zu verschicken. Ähnlich verhält es sich mit E-Mails - doch die können, anders als Whatsapp Nachrichten, wenigstens verschlüsselt werden.

(APA/Red.)