Neue Alben: The Black Keys, Ex Friends, Too Slow To Disco

Philadelphia ist das neue Seattle, The Black Keys veredelt den guten alten Nashville-Sound und ein Berliner DJ sammelt hedonistische West-Coast-Sounds der späten siebziger Jahre. profil unerhört präsentiert die wichtigsten CDs der Woche.

Von Philip Dulle und Stephan Wabl

The Black Keys: Turn Blue (Warner)

Aufbruchhymnen des Alltags: Das Bluesrock-Duo The Black Keys um Dan Auerbach und Pat Carney versteht es wie kaum eine andere Band, nicht nur die Leichtigkeit der sechziger Jahre (Stichwort Garagenpunk) mit aktuellen Rock’n’Roll-Reminiszenzen zu verbinden, sondern ein homogenes Werk zwischen Nashville-Blues und Grammy-Pop zu kreieren. Als Pointe: die wunderbare Radiorocknummer „Gotta Get Away“ als Rausschmeißer. (7.4) Ph. D.

Ex Friends: Animal Needs (Coolidge Records)

Es ist bislang ein schönes Jahrzehnt – Wirtschaftskrise hin oder her. Und der Grund dafür ist ganz einfach auszumachen: Philadelphia. Die raue Stadt an der Ostküste ist aktuell für Musikliebhaber das, was New York in den 1960ern und Seattle in den 1990ern war. Es ist schlicht und einfach zum Auszucken, wie viele grandiose Punk-Rock-Bands derzeit aus Philadelphia kommen; Hop Along, Glocca Morra, the Menzingers, Beach Slang – um nur einige zu nennen. Und Ex Friends fügen sich hier nahtlos ein. Nach ihrem Debütalbum „Rules for Making Up Words“ (2013) liegen mit der EP „Animal Needs“ bereits die nächsten großartigen Pop-Punk-Rock-Lieder vor. Vier klug-geradlinig-euphorische Songs, die jede Krise - wirtschaftlich oder existentiell - zum Fenster hinaustanzen. (7.5/10) S. W.

Too Slow To Disco: Diverse Interpreten (Rough Trade)

Der Name ist Programm: Der Sound der späten siebziger Jahre, gekünstelte Traumtänzer-Songs, hedonistische Musiker, sonnige West-Coast-Bungalows. Mit dabei: Ned Doheny, White Horse, Nicolette Larson, Chicago, The Doobie Brothers, Tony Joe White, Jan Hammer Group und Fleetwood Mac. Gesammelt vom Berliner DJ Marcus Liesenfeld. Immer auf der Suche nach dem Best Song Ever . (8.5/10) Ph. D.

profil-Wertung:
Von "0" (absolute Niederlage) bis "10" (Klassiker)

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