Neue Alben: The New Pornographers, Opeth und J Mascis

FKA Twigs: LP1

Völlig sorgenfrei: Die New Pornographers, J Mascis und Opeth machen das, was sie am besten können – feiern, murmeln, verwirren. profil unerhört bespricht die wichtigsten CDs der Woche.

Von Philip Dulle und Stephan Wabl

The New Pornographers: Brill Bruisers (Matador)

Probleme einer Supergroup: Die Schlüsselfiguren der Vancouver Indiepop-Titanen The New Pornographers – Dan Bejar (alias Destroyer), Neko Case und Carl Newman – sind mittlerweile Solo so erfolgreich, dass man nur noch hoffen kann, dass die achtköpfige Band zumindest alle vier Jahre ein neues Album vorlegen wird. Bei „Brill Bruisers“ stehen die Zeichen noch einmal auf Sturm: Herausgekommen ist eine Partyplatte, die alle Register klassischer Popmusik mit freudiger und ansteckender Vehemenz auf den Nenner bringt: Harmoniegesang, Trinkliederstimmung, Mörderrefrains, Mitsingstrophen. Alles tanz- und mithüpfbar. Vielleicht ein letztes großes Popalbum. Das gehört gefeiert. (8.0/10) Ph. D.

J Mascis: Tied to a Star (Sub Pop)

„I have got less and less to prove“, murmelt J Mascis in aller Ruhe auf dem Stück „Trailing Off“, und hat damit gleich doppelt Recht: „Tied to a Star“ ist nicht ganz so „tight“ und eingängig geworden wie der Vorgänger „Several Shades of Why“; der Dinosaur Jr-Chef muss ja weder Schwiegermutter noch Labelchefs beeindrucken. Gerade die Gelassenheit des grauhaarigen Endvierzigers mit der langen Old-School-Mähne ist es jedoch nach wie vor, die uns verführerisch in ein Stück nach dem anderen hineinkippen lässt. Dabei läuft man Gefahr, am Ende gar nicht mehr aus diesem Sog aus nasal-melancholischem Gesang, hellen Gitarrensoli und süßen Zweitstimmen herauszukommen. Der Herbst kann kommen! (7.5/10) S. W.

Opeth: Pale Communion (Roadrunner Records)

Die Schweden Opeth verstehen eine Menge Spaß. Und das, obwohl man sich im Blut-und-Beuschel-Genre noch immer ein wenig schwer damit tut. Spätestens seit dem 2011 erschienen Album „Heritage“ führt die Band um Mastermind Mikael Åkerfeldt ihre Death-Metal-Wurzeln endgültig ad absurdum. „Pale Communion“, das mittlerweile elfte Studioalbum der Band aus Stockholm, klingt nun nach ausufernden Prog-Rock-Exzessen der Siebziger, nach Crosby, Stills & Nash, nach Hammond-Orgel, Krautrock, Westerngeschrammel und den manischen Gitarren von The Mars Volta. Kein Scherz, alles todernst. (8.6/10) Ph. D.

profil-Wertung:
Von "0" (absolute Niederlage) bis "10" (Klassiker)

Den Autoren auf Twitter folgen

+++ Bleiben Sie auf dem Laufenden: Melden Sie sich noch heute für den profil-Newsletter an +++