Von Sky Ferreira bis Black Sabbath: Die 10 besten Alben 2013

Sky Ferreira: Night Time, My Time

Vampire Weekend: Modern Vampires Of The City

Überraschung: Miley Cyrus hat es nicht unter die besten Alben des Jahres geschafft. Warum? Lesen Sie hier! Dafür waren wir musikalisch auf Weltreise: von New York bis Neuseeland, von Großbritannien bis San Francisco. Philip Dulle bespricht im zweiten Teil des profil-unerhört-Jahresrückblicks die für ihn wichtigsten CDs des Jahres 2013.

Speedy Ortiz: Major Arcana (Carpark)

Jedes Jahrzehnt bekommt das Revival, das es verdient. Die neunziger Jahre sind Kurt Cobain als Poster-Gott, Dr.-Martens-Schuhe auf dem Laufsteg und Fruit-of-the-Loom-Pullover als Straßenkleidung. Ein Mädchen und drei Jungs aus Boston transferieren den Gitarrensound dieser Zeit ins Hier und Jetzt. Krachend, schmutzig, sexy. Die Augen leuchten.

Deafheaven: Sunbather (Deathwish/Indigo)

Bohrmaschinen-Gedröhne, Indierock-Gitarren, Double-Bass-Glückseligkeit, erfrierendes Gekeife: Auf sieben Songs zwischen drei und 14 Minuten verschmelzen bei der Band aus San Francisco Postrock, Black Metal und Shoegaze zu einem post-everything-melody -Monolithen.

Vampire Weekend: Modern Vampires Of The City (XL Recordings)

Teil drei der New-York-Trilogie: „Modern Vampires Of The City“ klingt nach dem Leben, der Liebe und dem genüsslichen Müßiggang an der Upper East Side, neuerdings aber auch nach einem partyfreien, ruhigen Sommerurlaub auf Martha's Vineyard. Die Indie-Gralshüter des guten Geschmacks.

Lorde: Royals (Single) (Universal)

Sehnsuchtsort Neuseeland. Sehnsuchtsmusik Lorde. Die 17-jährige aus Auckland ergibt sich nicht den funkelnden Disney-Channel-Verheißungen, singt lieber von der flüchtigen Zeit der Jugend: „We'll never be Royals, we're driving Cadillacs in our Dreams“.

Tides From Nebula: Eternal Movement (SPV)

Träge, verspielt, überlebensgroß: die polnischen Instrumental-Virtuosen Tides From Nebula steigern ihre nebelverhangenen Elegien auf Album Nummer zwei ins Unendliche. Der Soundtrack für den Spätherbst.

Lee Ranaldo: Last Night On Earth (Matador Records)

Wenn Thurston Moore und Kim Gordon sich trennen, gibt es immer noch Lee Ranaldo, der für Recht und Ordnung sorgt. Der Sonic-Youth-Gitarrist ist als Solokünstler der geerdetste Rockmusiker des Planeten.

Waxahatchee: Cerulean Salt (Pias/Rough Trade)

Gibt es ein schwierigeres Alter als 24? Katie Crutchfield alias Waxahtchee blickt mit ihrem überaus sympathischen Lo-Fi-Gitarren-Folk auf das Leben zwischen Erwachsensein und dem Wunsch, für ewig jung zu bleiben. Manches ändert sich eben nie.

Black Sabbath: 13 (Universal/Vertigo)

Das Comeback des Jahres feierte die britische Hardrock-Legende Black Sabbath: Ozzy Osbourne krächzt, der krebskranke Tony Iommi lässt seine Gitarre sprechen, Geezer Butler malträtiert den Bass und Bill Ward ist weiterhin auf Reha. Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse, Gott und Satan – vor allem aber gegen die eigenen Dämonen, geht in die nächste Runde.

Savages: Silence Yourself (Matador/Beggars/Indigo)

Die Postpunk-Revisionistinnen aus London werden nicht nur in einem Atemzug mit Ikonen wie Joy Division, Bauhaus und Siouxie and the Banshees genannt, sie führen die vielbesungene Frustration über die emotionale Leere mit ungeahnter Verve und Unbarmherzigkeit in die Zehnerjahre.

Sky Ferreira: Night Time, My Time (EMI)

The Next Big Thing : „Night Time, My Time“ erscheint in Europa zwar erst 2014, die Songs der zwischen Radio-Pop, Shirley Manson, Riot Grrrl, Achtziger- und Avantgarde-Pop changierenden 21-Jährigen schwirren dank US-Veröffentlichung schon seit Monaten durch das Netz. Lass dich nicht kleinkriegen, Sky!

In eigener Sache: profil unerhört macht Weihnachtspause und meldet sich am 3. Jänner wieder zurück.