Was Kim Dotcom mit Frank Stronach gemeinsam hat

Was Kim Dotcom mit Frank Stronach gemeinsam hat

Schnittmengenlehre: Warum der Internet-Unternehmer Kim Dotcom mit Edward Snowden nicht besonders viel gemein hat, mit Frank Stronach aber schon.

Er ist so etwas wie der erste echte Renaissancemensch des Digitalzeitalters, ein Thomas Middelhoff der Hackerszene, eine lebensstilprägende Figur aus dem New-Economy-Whirlpool: Kim Schmitz , 40, besser bekannt als Kim Dotcom , vom FBI dringend der Urheberrechtsverletzung verdächtigter Filesharing-Unternehmer aus Kiel mit Wohnsitz Neuseeland. Vergangene Woche erklärte Schmitz in einer Skype-Konferenz, aufgrund exzessiver Anwaltshonorare vor der Pleite zu stehen, was zwar nicht ganz den Tatsachen entspricht (der größte Teil seines 160-Millionen-Dollar-Vermögens wird im laufenden Verfahren derzeit aber von neuseeländischen Behörden verwaltet), trotzdem weltweit für Schlagzeilen sorgte und unter anderem Harald Schmidt dazu veranlasste, via Twitter eine Kopf-hoch-Nachricht an "unseren Edward Snowden " zu schicken. Das wiederum war wohl ironisch gemeint, denn abgesehen von Branche (Datensicherheit) und Intimfeinden (US-Behörden) verbindet den eher bescheiden auftretenden NSA-Aufdecker und den konsumfreudigen Ballerspiel-Aficionado nicht besonders viel. Wesentlich mehr hat Schmitz (Wunschkennzeichen: "GOTT") dagegen mit dem austrokanadischen Autoteileunternehmer Frank Stronach gemein, darunter etwa einen Hang zu groß angelegten Grünflächen (in Schmitz' Fall: 24 Hektar Privatanwesen inklusive Tennisplatz, Irrgarten und Schwanensee) sowie ein nicht minder großes Pech in politischen Belangen. Just an dem Tag, als Kathrin Nachbaur in Wien sich daran machte, das Team Stronach (und sämtliche politischen Beobachter des Landes) zu verwirren, legte in Auckland die Parteichefin der von Schmitz begründeten (und großzügig alimentierten) "Internetpartei" ihr Amt zurück. Bei den Wahlen im September hatte die Bewegung den Einzug ins Parlament deutlich verpasst, worunter das Image ihres Gründers dramatisch litt. Aus dem Robin Hood, der es tapfer mit dem Establishment aufnahm, war in der öffentlichen Meinung eine eher schrullige Figur geworden, der man die Selbstlosigkeit ihres Engagements nicht mehr so ganz abnahm. Es gibt natürlich auch viele Unterschiede zwischen Stronach und Dotcom. Ersterer hat, soweit man weiß, noch nie eine Platte mit dem AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd aufgenommen.

(Red.)