Der bittere Geschmack kleiner Siege

Mit Einheiten der US-Marines in der afghanischen Unruhe- und Drogenprovinz Helmand: Zehn Jahre nach Kriegsbeginn versucht die NATO im umkämpften Süden des Landes, die Fehler der Vergangenheit gutzumachen – mit hohem Aufwand, großer Hoffnung und unklaren Aussichten auf dauerhaften Erfolg.

Zehn Jahre: Als der damalige US-Präsident George Bush am 7. Oktober 2001 den Beginn einer Militär­intervention in Afghanistan bekannt gab, konnte weder er noch sonst jemand a­hnen, dass damit einer der längsten Kriege begann, die das moderne Amerika bislang geführt hatte.
Die „Operation Enduring Freedom“ galt nicht nur dem radikalislamischen Taliban-Regime, das seit Mitte der neunziger Jahre einen Großteil des Landes kontrollierte – in erster Linie richtete sie sich gegen die Verantwortlichen für die Anschläge von 9/11: Osama Bin Laden und den innersten Zirkel von Al Kaida, die bei den Gotteskriegern Unterschlupf gefunden hatten.
Die Taliban waren binnen weniger Wochen geschlagen, Bin Laden konnte zwar entkommen, musste aber untertauchen und blieb in der Folge bis zu seinem Tod im vergangenen Mai nahezu handlungsunfähig. Was nach einem schnellen Erfolg aussah, wuchs sich in der Folge jedoch zu einem Endloskonflikt aus.

profil hat in den vergangenen zehn Jahren immer wieder im Kriegsgebiet recherchiert und von dort berichtet: Aus der Hauptstadt Kabul über das Leben nach dem Fall der Taliban. Aus Kandahar, im umkämpften Süden des Landes, über das Wiedererstarken der Radikal­islamisten wenige Jahre später. Aus den Schluchten der Bergprovinz Uruzgan, wo niederländische Truppen neben schweren Gefechten Pionierarbeit beim zivilen Aufbau des Landes leisteten. Oder von Bord eines amerikanischen Rettungshubschraubers, in dem Sanitäter um das Leben von Verwundeten kämpften.

Immer wieder war in diesen Berichten von der Hoffnung die Rede, dass der Krieg eine Wendung zum Besseren nehmen würde. Diese Hoffnung ist bislang nur im Kleinen wahr geworden.

Bislang ist es der NATO, die sich wenig später mit der aus 48 Nationen zusammengewürfelten Schutztruppe ISAF in Afghanistan einschaltete, auch mit mehr als 100.000 Soldaten nicht gelungen, das Land zu stabilisieren und der vom Westen eingesetzten Regierung ­Legitimation zu verschaffen. Im Gegenteil: Der wegen Wahlfälschung und Korruption höchst umstrittene Präsident Hamid Karzai und das westliche Militärbündnis sehen sich mit einem Aufstand konfrontiert, an dem längst nicht nur die Kader des ehemaligen Taliban-Regimes beteiligt sind.

Die Opfer, die der Krieg von allen Beteiligten forderte, sind beträchtlich. In den vergangenen zehn Jahren kamen in Afghanistan mehr als 2700 westliche Soldaten ums Leben, der Großteil davon – rund 1700 – Amerikaner. Wie viele Aufständische getötet wurden, ist nicht bekannt, die Zahl geht aber ebenfalls in die Tausende. Unter der Zivilbevölkerung forderten die Kampfhandlungen nach unterschiedlichen Angaben zwischen 14.000 und 17.000 Opfer.
Auch die indirekten Auswirkungen waren und sind erheblich. Das Ansehen der USA nahm durch Berichte über Geheimgefängnisse, in denen Verdächtige gefoltert wurden, Schaden. In vielen Staaten, etwa Deutschland, führte die Entsendung von Soldaten nach Afghanistan zu schweren innenpolitischen Auseinandersetzungen. In den Niederlanden zerbrach sogar eine Regierung daran.

Spätestens 2015 will die NATO den Großteil ihrer Soldaten nach Hause geholt und die Verantwortung für das Land den derzeit noch im Aufbau befindlichen afghanischen Sicherheitskräften übertragen haben. Der aktivste Unruheherd des Landes liegt immer noch im von der Volksgruppe der Paschtunen dominierten Süden: Kaum anderswo treten die Probleme Afghanistans so offen zutage wie hier.

Ausgerechnet da haben Einheiten der US-Marines scheinbar ein Rezept gefunden, wie den Taliban beizukommen ist.

I. Der Gouverneur
Aus der Entfernung sieht es fast aus, als würde Hadschi Abdul Manaf schweben, so geschmeidig gleitet er durch das Gewühl des Wochenmarkts. Die schlauen Äuglein strahlen, der schwarze Turban sitzt perfekt, der weiße Salwar Kameez leuchtet in der Sonne. Hier prüft Manaf fachmännisch die Qualität einer Zwiebel, dort nimmt er huldvoll den Handkuss eines Teppichhändlers entgegen. Wohlgefällig streift sein Blick über Geißen, Schafe und Rinder.

Vor ein paar Tagen haben sie versucht, ihn umzubringen. Es war eine Autobombe, zwei Leibwächter starben im Wrack des zweiten Wagens seines Konvois. Ohne einen Schwarm von Polizisten und Geheimdienstlern kann er seinen Amtssitz im Dorf Khalaj nicht verlassen.
„Es ist uns hier noch nie so gut gegangen wie jetzt“, sagt er.

Hadschi Abdul Manaf ist Gouverneur von Nawa im Süden von Helmand, und damit Repräsentant des Staats in einer Hochburg der Aufständischen. Wenn es hier gut geht, dann heißt das: Pro Woche werden bei rund 130.000 Einwohnern nicht mehr als fünf bis sechs Anschläge oder bewaffnete Angriffe verübt. Die Basare sind geöffnet, die Felder bestellt, die Buben können zur Schule gehen, und man darf sogar ­daran denken, sich auch eine für Mädchen zu wünschen. Es gibt Ansätze einer staatlichen Ordnung, und das ist tatsächlich mehr, als hier je denkbar schien.

Seit Menschengedenken haben die Leute in Helmand Wert darauf gelegt, ihre Angelegenheiten ohne Einmischung von außen zu regeln. Zu den Auswärtigen zählen sie dabei nicht nur fremde Truppen, sondern auch die jeweiligen Machthaber in Kabul, ihre Sicherheits- und Justizbehörden – und letztlich sogar die Taliban. „Die Leute hier halten zusammen“, sagt Manaf. „Deshalb konnte sich hier kein Feind auf Dauer halten – die Sowjets ­kamen von außen, wir haben sie verjagt. Die Taliban kamen auch von außen, und sie mussten wieder gehen, als sie die ­Unterstützung der Bevölkerung verloren haben.“

2009 rückten Einheiten der Marines in Nawa ein, 1200 Mann waren es anfangs. Ohne sie hätte Manaf sein Amt gar nicht antreten können, sie mussten ihm den Weg anfangs mehr oder weniger freischießen.
In den zwei Jahren seither hat Manaf gemeinsam mit den Marines eine Ochsentour absolviert, von Dorf zu Dorf, Stammesältesten zu Stammesältesten und Schura – also Versammlung – zu Schura, vieles davon zu Fuß. Das, sagt er, mache sich jetzt bezahlt: „Wir haben den Einfluss der Mullahs zurückgedrängt. Die Leute beginnen, mit ihren Problemen zu den Regierungsbehörden zu kommen. Und wir haben ihnen Arbeit gegeben: Weil jemand, der die Schaufel zur Hand nimmt, kein ­Gewehr mehr halten kann.“
Gleich neben seinem frisch geweißten Amtssitz steht ein nagelneues Justizgebäude, fertiggestellt mithilfe der US-Truppen. Jetzt kann er seine neuen Freunde aus Amerika gar nicht genug loben. „Wir ehren das Andenken der Marines, die hier ihr Leben gelassen haben!“, ruft er bei der Besichtigung einer gemeinsam von Ma­rines und Afghanen geführten Polizeistation mit orientalischer Begeisterung. „Sie haben es für uns getan, und wir werden von jedem einzelnen Gefallenen ein Bild aufhängen, um das nie zu vergessen.“
„Wir wissen das zu schätzen, aber viel wichtiger ist, was ihr für euch selbst tut“, sagt einer der Marines.

II. Das Platoon
1st Lieutenant Michael Haft hat mit 24 immer noch den ansteckenden Enthusiasmus eines amerikanischen College-Studenten, ein M-16-Sturmgewehr an der Schulter und derzeit 62 „Grunts“ unter seinem Kommando – das sind die Kampftruppen der US-Marines. Hafts Platoon gehört zum 1st Bataillon 9th Marines, Beiname „The Walking Dead“, und ist seit dem Frühsommer für insgesamt sieben Monate auf der vorgeschobenen Operations­basis Jaker stationiert, die unmittelbar neben dem Amtssitz von Gouverneur Manaf in der Ortschaft Khalaj liegt.

Im September 2001 war Haft 14 Jahre alt. Er erlebte 9/11 am Dach seiner Schule in Washington, D. C., mit Blick auf die Rauchwolke über dem brennenden Pentagon – und den Ausbruch des Afghanistan-Kriegs wenige Tage später als ferne Abenteuergeschichte. Eigentlich könnte er jetzt in einem klimatisierten Büro sitzen und Investment-Banker sein. Die Laufbahn schien nach einem Praktikum bei Merrill Lynch bereits vorgezeichnet. „Aber dann wollte ich etwas Besseres mit mir machen“, sagt er.

In Nawa war Haft auf Krieg gefasst. Immerhin hatten die Marines bei ihrem ersten Vorstoß in den Distrikt eine Todeszone vorgefunden. Sie konnten ihren ­Posten nicht verlassen, ohne sofort von allen Seiten beschossen zu werden. „Ich habe geglaubt, wir würden jeden Tag kämpfen. Jeder von uns hat eine heroische Vorstellung davon, was er tun wird“, sagt Haft.

Das Gegenteil ist der Fall. „Damned fucking boring“ sei es hier, ­beschissen langweilig also, raunzt einer der Marines. Hier passiert fast nichts, und das, obwohl inzwischen deutlich weniger als tausend Soldaten im Distrikt positioniert sind. Er wäre lieber ein paar Kilometer flussaufwärts, wo weiterhin schwere Gefechte zwischen Marines und Aufständischen stattfinden. Stattdessen steht er auf einem Wachturm, schaut über die weiten Kukuruzfelder am Helmand-Fluss und schlägt nach lästigen Fliegen.
Platoon-Kommandant Haft schlägt sich währenddessen mit lokalen Bauunternehmern herum, die für die Errichtung einer Versammlungshalle im Dorfzentrum unter Vertrag stehen und gekommen sind, um ihr Geld zu kassieren.

Auf kleinem Raum und mit großem Aufwand versuchen die Marines in Nawa, die Fehler der NATO in den ersten Jahren des Afghanistan-Kriegs gutzumachen. Für den Aufbau ziviler Infrastruktur und staatlicher Institutionen hatte das westliche Militärbündnis die längste Zeit ebenso wenig getan wie für die Bekämpfung der Korruption und eine wirklich effiziente Ausbildung der afghanischen Sicherheitsbehörden. Stattdessen konzentrierten sich die Truppen auf die Bekämpfung der Taliban – was angesichts der dabei angerichteten Kollateralschäden letztlich dazu führte, dass sich der Aufstand ausweitete, statt abzuflauen.

In Helmand soll nun genau das vermieden werden. Kaum waren die Kampfhandlungen etwas abgeflaut, begannen die Soldaten mit ersten zivilen Projekten. Insgesamt fünf Millionen Dollar haben die US-Marines aus einem eigenen Finanzierungstopf seither in Nawa investiert. Um das Geld wurden unter anderem Straßen gebaut, eine über hundert Meter lange Geschäftszeile im Basar errichtet und Bauern ausgezahlt, deren Pflanzungen bei Militäroperationen Schaden genommen hatten.

Gleichzeitig trainieren die Amerikaner intensiv mit den afghanischen Sicherheitskräften: Polizei und Armee würden von Woche zu Woche professioneller und eigenständiger, erzählen die Marines. „Was aber besonders wichtig ist: Der Opiumanbau im Distrikt ist komplett zum Erliegen gekommen. Ich gehe jeden Tag auf Patrouille, ich weiß das“, sagt Platoon-Kommandant Haft und lacht sein College-Studenten-Lächeln. „Jetzt können die Leute nicht mehr von den Taliban gezwungen werden, etwas Unislamisches anzubauen. Insgesamt denke ich: Man mag uns in Nawa wirklich.“

III. Die Opiumbauern
Die Männer, die im Schatten eines Teehauses am Basar von Khalaj die Nachmittagshitze aussitzen, würden das nicht ganz so formulieren. Sie haben auch kein Problem mit unislamischen Pflanzungen. „Was sich hier geändert hat? Nicht viel“, sagt einer und knabbert an einem Maiskorn. „Erst haben wir gegen die Taliban gekämpft, jetzt sind die fremden Soldaten da, und unser Geschäft ist ruiniert.“

Das Geschäft bestand im Drogenhandel. „Gutes Geld haben wir damit gemacht“, seufzt der Wortführer. Und das ist wohl kein Wunder. Wenn es eine Gegend gibt, die Anspruch darauf erheben kann, das Weltzentrum der Opiumproduktion zu sein, dann sind es Nawa und die umliegenden Distrikte. Mehr als 90 Prozent der Grundsubstanz für Heroin werden in Afghanistan hergestellt, der Großteil davon wiederum in den Provinzen Helmand und Kandahar.

Alleine im kleinen Nawa wurde bis vor Kurzem Schlafmohn auf einer Fläche von rund 320 Hektar gezogen – ein Gebiet, das größer ist als die Wiener Innenstadt. Bei einem Ertrag von 30 Kilogramm pro Hektar und mehr ergibt sich daraus die stattliche Menge von rund zehn Tonnen Roh­opium. Rechnet man mit dem Ab-Hof-Preis von Dezember 2010, der bei 324 Dollar pro Kilogramm lag, haben alleine die einfachen Bauern hier im Distrikt pro Jahr mehr als drei Millionen Dollar verdient. Das ist richtig viel Geld für eine der ärmsten Gegenden in einem der ärmsten Länder der Welt.

Im Süden von Helmand fanden US-Marines ein Anwesen, das offenbar einem Drogenbaron gehört hatte: Ihre Fotos zeigen einen Komplex von zweistöckigen, mit allen Finessen ausgestatteten Villen. Dort wurde eine derartig große Menge von Dollar-Scheinen sichergestellt, dass sich die Soldaten entschlossen, sie nicht zu zählen, sondern zu wiegen.
Mehr als die Hälfte der Schlafmohn­felder Afghanistans liegen in Helmand. Die Drogenbehörde der UN prognostiziert für die nächste Zukunft lediglich eine „leichte“ Verringerung der Fläche.

Beweist die Tatsache, dass jetzt im Spätsommer kein Opium in Nawa wächst, wirklich, dass die Bauern umdenken? Oder aber rührt sie möglicherweise bloß daher, dass hier laut der Drogenbehörde der Vereinten Nationen zweimal im Jahr gesät wird – im Frühjahr Gemüse, Baumwolle und Mais, und erst im Herbst Schlafmohn?

Dass in Helmand so viel Opium angebaut wird, liegt nicht zuletzt an der sowjetischen Besatzung. Als die Rote Armee in den achtziger Jahren in der Gegend auf erbitterten Widerstand stieß, holzte sie sämtliche Obstgärten ab und raubte den Ansässigen damit eine wichtige Lebensgrundlage. Bald danach begann auf den Brachen der Schlafmohn zu blühen.
Auch die Verbindung zwischen dem als gottlos geltenden Opium und den Taliban kommt nicht von ungefähr. Einerseits versuchten die Gotteskrieger nach ihrer Vertreibung von der Macht, an Geld zu kommen, indem sie „Steuern“ auf Mohnprodukte erpressten. Andererseits wurden viele Bauern ausgerechnet durch ein vom Westen initiiertes Antidrogenprogramm den Aufständischen in die Arme getrieben: Es bestand im Wesentlichen darin, Opiumfelder knapp vor der Ernte niederzuwalzen – was die Besitzer um den größten Teil ihres Jahreseinkommens brachte und es den Taliban leicht machte, sie für ein paar hundert Dollar als Kämpfer zu rekrutieren.
Neuerdings funktioniert es anders: Die Regierung und die NATO in Helmand gewähren etwa Übergangsfristen für den Ausstieg aus dem Schlafmohnanbau. Und vis-à-vis vom Teehaus wird gerade subventionierter Weizen verteilt, als Anreiz für den Umstieg auf andere Pflanzensorten. „Ach was, die Saat taugt nichts“, murrt einer der ehemaligen Opiumbauern und wirft einen finsteren Blick hinüber.

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Zehn Jahre: Das Durchschnittsalter der afghanischen Bevölkerung liegt bei nicht einmal 18, die meisten in Nawa stationierten Marines sind nicht älter als 25 Jahre. Sie sind mit diesem Krieg aufgewachsen, der 13 Jahre gedauert haben wird, wenn er Anfang 2015 tatsächlich offiziell endet – und damit um zwei Jahre länger als Vietnam.

„Es wird weder aussehen wie ein Sieg noch danach riechen, noch danach schmecken“, hat vergangenes Jahr ein Mitarbeiter des inzwischen abgelösten Afghanistan-Generals Stanley McChrystal gesagt.

Aber Siege gibt es, zumindest im Kleinen: Derzeit ist Nawa am Fluss Helmand ein Musterbeispiel dafür, wie Afghanistan aussehen könnte – halbwegs sicher, drogenfrei, mit zumindest ansatzweise funktionierenden Behörden.
Dazu brauchte es zwei Jahre, ein Bataillon US-Marines mit 1200 Soldaten und ein paar Millionen Dollar Handgeld, dazu finanzielle Unterstützung von der Regierung in Kabul und Hilfsorganisationen und nicht zuletzt einen rührigen, gut vernetzten Gouverneur. Das ist einerseits nicht viel – andererseits aber zu viel, wenn man den Aufwand auf die ganze Provinz oder gar den gesamten Süden Afghanistans hochrechnet. Und mehr, als in Zukunft auch für Nawa zur Verfügung stehen wird.

In drei Jahren sind die Marines und mit ihnen ein Großteil der finanziellen Unterstützung weg. Vielleicht schaffen es die Bauern, Polizisten und Beamten in der Gegend dann, dem Lockruf des Opiumgeldes weiterhin so wacker zu widerstehen, wie sie es derzeit tun. Vielleicht wenden sich die Einheimischen dann aber wieder gegen alle, die in ihren Augen Auswärtige sind.

„Wenn die Distrikte rund um uns so sicher sind wie Nawa, wird alles gut gehen“, hofft Gouverneur Manaf. Heute zelebriert er den Spatenstich für eine Schulsportanlage, die mithilfe der Marines gebaut wird. Der Bataillonskommandant des im Dis- trikt stationierten Marines-Kontingents ist ebenso gekommen wie eine Reihe namhafter Würdenträger aus der Gegend. Es gibt kiloweise Zuckerzeug, um den Anlass gebührend zu feiern.
Unter den Schaulustigen steht ein vielleicht vier Jahre alter Bub an der Hand eines jungen Manns. Einer der Westler drückt dem Kleinen Süßigkeiten in die Hand. Der greift, schaut erst die Bonbons und dann seinen Begleiter an. Der Große zischt etwas.

Und dann fliegen die Zuckerstücke in den grauen Schotter am Rand des Spielfelds.