Wie denken Gottlose?

Angesichts des weltweiten Vormarsches der Evangelikalen rüsten auch die Religionsgegner auf. Im Fahrwasser hochkarätiger angloamerikanischer Buchautoren wie Dawkins und Hitchens schwimmen nicht nur deutsche, sondern auch österreichische antireligiöse Aktivisten.

Nur zaghaft füllte sich der Hörsaal 1 im Neuen Institutsgebäude der Uni Wien. Der Universitätsbetrieb war am Freitag der Vorwoche ausgedünnt – viele Professoren und Studenten nutzten den Fenstertag nach Christi Himmelfahrt für einen Kurzurlaub über das verlängerte Wochenende. Wer an so einem Tag zu einem kritischen Vortrag über den tibetischen Buddhismus und den Dalai Lama kommt, muss schon zum harten Kern der Interessierten gehören. Immerhin zählten die Veranstalter an die 150 Zuhörer.

Angekündigt war Colin Goldner, ein Münchner Psychologe und Kulturanthropologe, der eine „gemeinnützige Beratungsstelle für Therapie- und Psychokultgeschädigte“ betreibt, sich kritisch mit Sekten, Okkultismus, Alternativmedizin und Heilslehren aus aller Welt befasst und schon 1999 ein recht unfreundliches Buch über den freundlichen alten Herrn im buddhistischen Mönchsgewand veröffentlicht hatte, das in den Jahren 2005 und 2008 in Neuauflagen erschien. Titel: „Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs“.

Die Internetplattform „ gottlos.at “ hatte schon vorweg Appetizer auf Goldners Vortrag serviert. Der Dalai Lama, der in unseren Breiten „als Symbol für Toleranz, Freiheit und Friedfertigkeit“ gelte, sei in Wahrheit „Führer einer Religion, die in Tibet jahrhundertelang ein feudales Regime betrieb, das für gnadenlose Ausbeutung der Bevölkerung verantwortlich zeichnete“, hieß es darin. Frauen-, Homosexuellenfeindlichkeit und systematische sexuelle Gewalt seien bis heute geübte Praxis. „Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren in Tibet unter der lamaistischen Diktatur Folter und Mord an der Tagesordnung“, so gottlos.at.

Trotz des Vorwurfs, er mache sich zum Handlanger der chinesischen Propaganda, findet Goldner stets gläubige Zuhörer, wenn auch bei Weitem nicht so viele wie der Dalai Lama. Um das geistige Oberhaupt der Tibeter hatten sich in der Vorwoche in der Klagenfurter Messehalle mehr als 4000 Zuhörer geschart, die bis zu 150 Euro auf den Tisch blätterten, weil sie sich vom sanftmütigen Friedensnobelpreisträger Heilung für Geist und Seele versprachen.

Wie gläubige Menschen ticken, ist im nach wie vor katholischen Österreich bekannt, weniger bekannt ist die Gedankenwelt der Atheisten. Der Anteil der Gottlosen an der österreichischen Bevölkerung lässt sich nur schätzen. Laut dem im Vorjahr vom Bundeskanzleramt herausgegebenen Bericht „Religionen in Österreich“ gehören hierzulande etwa 5,9 Millionen Menschen der römisch-katholischen sowie assoziierten Kirchen an, etwa 376.000 den evangelischen Kirchen, rund 340.000 der islamischen Glaubensgemeinschaft, etwa 240.000 sind Mitglieder orthodoxer oder anderer christlicher Kirchen. Gut 960.000 kreuzten bei der letzten Volkszählung den Punkt „ohne religiöses Bekenntnis“ an, etwa 160.000 machten dazu keine Angaben.

Aber die offiziellen Bekenntnisse geben über Glauben oder Nichtglauben nur bedingt Auskunft. Tatsache ist, dass die Zahl der Kirchgänger in vielen Ländern dramatisch sinkt, so auch in Österreich. Besuchten im Jahr 1970 noch 40 Prozent der Katholiken die Sonntagsmesse, so waren es im Jahr 1990 nur noch 27 Prozent, zehn Jahre später gerade noch 18 Prozent. Andererseits: Zum Weltjugendtag samt Papstmesse in Madrid kamen im vergangenen August an die zwei Millionen Jungkatholiken.

Michael Schmidt-Salomon , Vorstandssprecher der antireligiösen, der Aufklärung und dem Humanismus verpflichteten deutschen Giordano-Bruno-Stiftung, registriert zugleich mit der sinkenden Zahl von Kirchenmitgliedern und Kirchgängern ein weltweites Anwachsen von fundamentalistischen christlichen Strömungen – nicht nur in den USA, sondern auch in Lateinamerika und Afrika, aber auch in Europa. Als Beispiel nennt er den von der Presse als „Mähdrescher Gottes“ titulierten evangelikalen deutschen Prediger Reinhard Bonnke, der bei seinen Auftritten in Afrika dreimal so viele Zuhörer anlocke wie der Papst. Auf reges Publikumsinteresse stoße auch die Internetplattform „idea.de“. Das christliche Nachrichtenportal steht der Evangelischen Allianz nahe, einer weltweit aktiven Vereinigung christlicher Gruppen, die sich allein der Bibel verpflichtet fühlen.

Seit einigen Jahren gewinnt aber auch der Atheismus an Boden, wie der deutsche Religionswissenschafter Hubertus Mynarek in seinem 2010 erschienenen Buch „Die neuen Atheisten“ registriert. Mynarek beobachtet ein neues Phänomen im deutschen Literaturbetrieb: „Bücher dezidiert atheistischen Inhalts landen auf den Bestsellerlisten, atheistische Autoren sind gern gesehene Gäste in Talkshows, Verlage, die bisher vornehmlich Bücher christlicher oder dem Christentum nahestehender Autoren verlegten, bemühen sich eifrig um die Bestseller ausländischer Autoren, wenn deren Programm der Atheismus ist.“

Mynarek ist kein einseitiger Beobachter. Er rebellierte schon 1972 als Dekan der katholischen Fakultät der Uni Wien in einem offenen Brief an den Papst gegen den Zölibat, forderte eine Kirchenreform, heiratete, trat als erster deutschsprachiger katholischer Theologe aus der Kirche aus, verlor seine Lehrbefugnis und wurde deshalb vom österreichischen Staat zwangspensioniert. Laut seinem Befund hat sich die Atmosphäre in Deutschland nachhaltig gewandelt. Atheismus werde nicht mehr mit Unmoral gleichgesetzt, Menschen, die sich als Atheisten bezeichnen, würden keine erschrockenen oder verächtlichen Reaktionen mehr hervorrufen.

Diesen Einstellungswandel gegenüber Atheismus und Atheisten führt der Religionswissenschafter auf den fortschreitenden Erosionsprozess zurück, den die beiden Großkirchen in Deutschland und Österreich, aber auch in vielen anderen ­Ländern durchmachen. Zudem erscheint das christliche Welt- und Menschenbild immer verschwommener, was Mynarek auf die zunehmende Säkularisierung der ­postmodernen Gesellschaft zurückführt, die trotz der so genannten neuen religiösen Bewegungen unberirrt weiter fortschreite.

Die Säkularisierung macht auch vor bekennenden Christen nicht halt. Selbst wenn sie den Gottesdienst besuchen, verhalten sie sich im Alltags- und Berufsleben so, als ob es Gott nicht gebe. Sie verlassen sich mehr auf die Segnungen des Sozialstaats und der Versicherungen als auf Gottes Hilfe. Auf diese Weise praktizieren die meisten Menschen eine keineswegs fanatische oder gehässige Gottlosigkeit, sondern eine eher indifferente Abkehr von Gott, indem sie kaum noch Gedanken an ihn verschwenden, außer vielleicht an großen kirchlichen Feiertagen oder bei familiären Ereignissen, die man wie Hochzeit oder Begräbnis mit gewohnten kultischen Handlungen verbindet.

Über diesen hausgemachten, schleichenden Wandel schwappt eine Welle des Atheismus, die vor allem im angloamerikanischen Raum ihren Ausgang nahm. Autoren wie Daniel C. Dennett, Sam Harris und Christopher Hitchens, besonders aber der Brite Richard Dawkins legten in den vergangenen Jahren Bücher vor, die einen viel prononcierteren, frecheren Atheismus propagieren als der, den man bis dahin aus deutschsprachigen Medien kannte.

Die atheistische deutsche Giordano-Bruno-Stiftung lud Dawkins zu einem Vortrag in die Frankfurter Universität und verlieh ihm bei dieser Gelegenheit einen Ehrenpreis. Das mediale Echo der Veranstaltung trug dazu bei, dass Dawkins’ Buch „Der Gotteswahn“ wie zuvor in anderen Ländern auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte.

Die Aggressivität dieses neuen Atheismus ist aber aus der speziellen Situation in den USA viel eher verständlich als aus europäischem Blickwinkel. Denn der amerikanische Atheismus sieht sich einer ­fanatischen christlichen Rechten gegenüber, die danach trachtet, den Staat in eine Quasi­theokratie zu verwandeln. Umso überraschender war der Enthusiasmus, mit dem deutsche Intellektuelle den neuen Atheismus aus Übersee begrüßten. Sie taten dies weniger aus antifundamentalistischen Gründen, sondern vielmehr, weil die Medien bis dahin nur sehr verhalten und kleinlaut über die religionskritische Literatur berichtet hatten. Das triumphale Selbstbewusstsein und der wissenschaftliche Anspruch, mit denen die Autoren aus Übersee ihren Atheismus vortrugen, machten ihnen Mut.

Manche Zeitungskommentatoren überschlugen sich vor Begeisterung. Die „Welt am Sonntag“ schrieb im September 2007 über den „Gotteswahn“, Dawkins habe „das aufregendste Buch des Jahres geschrieben: eine Generalabrechnung mit der Religion.“ Über Christopher Hitchens’ Buch „Der
Herr ist kein Hirte“ urteilte der „Spiegel“: „Scharfzüngig, quecksilbrig und klug!“ Die „Süddeutsche“: „Christopher Hitchens zerpflückt mit rhetorischer Brillanz die Mythen von Glauben und Religiosität.“ Und der „Münchner Merkur“ über das Buch „Wir brauchen keinen Gott“ des Franzosen Michel Onfray: „Man muss kein Atheist sein, um dieses brillante Buch zu würdigen – aber man könnte es nach der Lektüre werden.“

Religionswissenschafter Mynarek kommt nach eingehender Textanalyse freilich zu einem anderen Schluss: Bei aller Forschheit des vorgetragenen Atheismus ließen die Autoren bei fast jeder These, die sie aufstellen, genügend Raum für Einwände und Einschränkungen und gäben durchaus auch zu, vieles nicht zu wissen und für manches noch keine Lösung zu besitzen. Jeder, der sich systematisch mit den Schriften der neuen Atheisten befasse, würde darin auf manches stoßen, „das die zweifelsfreie Überzeugung von der Wahrheit des Atheismus ins Wanken bringen kann“.

Inzwischen sind Ausläufer des neu gewonnenen Selbstbewusstseins auch bei Österreichs Atheisten zu erkennen, wenngleich die heimische Szene in vielen Fragen uneins und organisatorisch zersplittert ist. Die Bandbreite reicht von liberalen, Aufklärung, Humanismus und Wissenschaftlichkeit propagierenden bis zu teils aggressiv antireligiösen und antikirchlichen Gruppen. Sie bezeichnen sich als konfessions- oder gottlos, als Agnostiker oder Atheisten. Der Agnostiker weiß, dass er nicht wissen kann, ob es einen Gott gibt oder nicht. Der Atheist hingegen glaubt zu wissen, dass es keinen Gott gibt. Dawkins bezeichnet sich aus wissenschaftlicher Sicht als Agnostiker, aber eigentlich sei er Atheist, weil er die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes als äußerst gering einschätzt und auch danach lebt.

Der im vergangenen Dezember verstorbene Hitchens und sein Landsmann Sam Harris sind in ihren Büchern noch viel radikaler. Hitchens bezeichnet die Religion als Virus, das die Welt vergifte. Zur Existenz Gottes sagt er: „Was ohne Beweise behauptet werden kann, kann auch ohne Beweise verworfen werden.“ Harris nennt jede Religion eine tickende Zeitbombe, die den inneren Konsens einer Gesellschaft gefährde und den Weltfrieden bedrohe.

So radikal wollen die meisten österreichischen Atheisten gar nicht sein. Gerhard Engelmayer, seit wenigen Wochen neuer Vorsitzender des Freidenkerbundes Österreichs, kritisiert vor allem die „Einbahnstraße Religion“, in die Menschen schon im Babyalter hineingezwungen werden. Aufgrund der gesellschaftlichen Zwänge sei es viel leichter, den Atheismus zu verlassen als Religion und Kirche. Der Freidenkerbund ist die älteste und größte Atheistenorganisation Österreichs, die in der frühen Arbeiterbewegung wurzelt. Im ausgehenden 19. Jahrhundert traten areli­giöse oder atheistische Gruppen für die Trennung von Kirche und Staat, für die Abschaffung des Religionsunterrichts in den Schulen und für eine Zulassung der Feuerbestattung ein. Aus dem im Jahr 1887 in Wien gegründeten „Verein der Konfessionslosen“ ging 1921 der „Freidenkerbund Österreichs“ hervor, der auf 65.000 Mitglieder anwuchs, ehe er 1933 als erste sozialdemokratische Kulturorganisation vom austrofaschistischen Dollfuß-Regime per Notverordnung verboten wurde.

Der 1948 wieder gegründete Verein erhielt aber keine Unterstützung seitens der neuen SPÖ, da diese auf gute Kontakte zur ÖVP bedacht war. Wenngleich offiziell parteiunabhängig, galten die Freidenker aber noch lange als Vorfeldorganisation der SPÖ. Heute gibt es nur sporadische Kontakte zu einzelnen roten und grünen Abgeordneten, allerdings fern der Öffentlichkeit, „weil wenn’s um die Kirche geht, geht jeder in die Knie“, sagt Vereinsvorsitzender Engelmayer. Laut seinen Angaben zählen zu den Vereinsmitgliedern „auch hohe Repräsentanten des Staats, aber ich darf nicht sagen, wer“.

Neben den Freidenkern hat sich eine bunte Szene von Gruppen, Grüppchen und Einzelkämpfern gebildet. Die meisten Aktivisten verfügen über eine akademische Ausbildung und beteuern, manchmal erst auf Nachfrage, ihre Toleranz gegenüber Religion, solange sie Privatsache bleibt, sie bestehen jedenfalls aber auf strenger Trennung von Kirche und Staat. Häufig anzutreffende Berufe sind Naturwissenschafter, Historiker, Philosophen, Künstler.

Manche von ihnen entwickeln bei ihren Aktionen durchaus Kreativität und Witz. Der Wiener Werbefachmann Niko Alm, 36, Vorsitzender des Vereins „Die Konfessionslosen“ sowie Sprecher der ­Giordano-Bruno-Stiftung Österreich, suchte und fand eine Lücke im Gesetz, die es ihm erlaubte, seinen Führerschein mit einem ungewöhnlichen Foto zu schmücken. Im Jahr 2008 fiel ihm ein Folder des ehemaligen FPÖ-Verkehrsministers Hubert Gorbach in die Hände, in dem es hieß, auf Führerscheinfotos seien nur religiöse Kopfbedeckungen erlaubt. Alm ließ sich mit einem metallenen Nudelsieb auf dem Kopf ablichten und schaffte es nach langem Kampf, dass dieses Foto nunmehr seine Lenkerlizenz schmücken darf.

Ein auffallendes Merkmal vieler Atheisten ist, dass sie eine katholische Schule besuchten, teils gepaart mit einem liberalen Elternhaus. Die beiden Pole führten irgendwann, häufig noch in der Pubertät, zu einem „Erweckungserlebnis“, so der Freidenker Ronald Bilik, das ihnen die Augen geöffnet habe gegenüber einer Realität, in der Kirche und Staat viel enger miteinander verknüpft sind, als das allgemein wahrgenommen wird.

Hermann Geyer, studierter Elektrotechniker aus Sulz im Wienerwald, der zwei Jahre lang im Priesterseminar war, um sich dann „aus tiefster Überzeugung“ von Religion und Kirche abzuwenden, schreibt fallweise auf „derstandard.at“ Leserkommentare. Er kritisiert die „religiöse Indoktrination und die Privilegien der Kirche“, aber auch das teilweise „niveaulose Herumgeschimpfe“ von Atheisten, die Szene komme ihm „noch immer erbärmlich“ vor. Trotz Kritik an manchen seiner Mitstreiter beobachtet aber auch Geyer, dass die Aktivitäten der „non prophet organizations“ zugenommen haben.

Ein zentraler Punkt für die Atheistenszene ist nach wie vor die Einführung eines konfessionsfreien Ethikunterrichts anstelle des Religionsunterrichts in Schulen. Im Mai des Vorjahrs wurde dazu eine parlamentarische Enquete unter dem Titel „Werteerziehung durch Religions- u. Ethikunterricht in einer offenen, pluralistischen Gesellschaft“ abgehalten. Weil zu der Enquete alle gesellschaftlichen, nur nicht atheistische Gruppen eingeladen waren, schmuggelten die Freidenker den Wiener Physiker Heinz Oberhummer „im grünen Talar“ in die parlamentarische Diskussionsrunde.

Ein praktisches Ergebnis der Aktion steht aber noch aus. Denn nach wie vor herrscht um den aus Steuermitteln finanzierten Religionsunterricht Verwirrung. Eine Mutter: „Meine Tochter nahm in der Volksschule aus Interesse am Religionsunterricht teil. Alle bekamen im Zeugnis einen Einser, sie nur einen Strich, weil sie nicht getauft ist.“ Die Schulsprecherin eines Wiener Gymnasiums durfte den Wiener Kardinal Christoph Schönborn, der die Schule besuchte, nicht begrüßen, weil sie konfessionslos ist.

Unterdessen sammeln die Aktivisten Unterschriften für die Einleitung eines „Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien“ wie etwa das verpflichtende Kruzifix in Klassenzimmern, teils per Landesgesetz verpflichtende religöse Erziehung in Kindergärten, steuerliche Absetzbarkeit von Kirchenbeiträgen, Befreiung von kirchlichem Besitz von der Grundsteuer, Bezahlung katholischer Lehrer und universitärer Theologen aus Staatsmitteln. In Briefen und teils auch mit Klagen versuchen sie gegen die enge Verquickung von Kirche und Staat vorzugehen. Die Wiener Rechtsanwalts-Partnerschaft Pfletschinger- Renzl brachte im Namen von 120 antireligiösen Aktivisten eine Verfassungsklage gegen die Bevorzugung kirchlicher Organisationen im ORF ein.

In Briefen an Politiker wollen die Atheisten wissen, warum die Kirchen geschätzte zwei Milliarden Euro jährliche Subventionen aus Steuermitteln bekommen, Konfessionsfreie aber nichts. Staatliche Gelder sollten nur für die Erhaltung der Kulturgüter fließen, betont Niko Alm, der schon mal für die Erhaltung des Stephansdoms spendet. Im September wollen die Freidenker mit einer Großveranstaltung am Campus des Wiener Alten AKH an die Öffentlichkeit treten. Doch ihr neuer Vorsitzender Engelmayer beteuert, der Eindruck, dass Atheisten auch gegen private Religiosität seien, sei falsch: „Meine älteste Tochter hat sich als Erwachsene für den Glauben entschieden und taufen lassen. Ich habe ihr dazu gratuliert.“

Lesen Sie im profil 22/2012: „Hexenverfolgungen wie im Mittelalter“ - Der Sprecher der deutschen Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, über Religionskritik, Atheismus und den weltweiten Vormarsch der Evangelikalen.