<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
Auf Auto-Pilot

Warum autonome Autos keine gute Idee sind.

Es gibt ein paar Dinge, die Menschen nicht wirklich gut können. Zum Beispiel Autofahren. Zwar glaubt die große Mehrheit der Leute, dass sie bessere Autofahrer wären als der Durchschnitt, aber das kann schon statistisch nicht stimmen. „Roboter-Autos sind feinfühligere und sicherere Autofahrer als Sie und ich“, sagte kürzlich der US-Professor Chris Urmson, Google-Projektleiter für autonomes Fahren. In Studien habe sich gezeigt, dass robotergesteuerte Autos weniger abrupt beschleunigten und bremsten als menschliche Fahrer, zudem hielten sie den Sicherheitsabstand besser ein. Urmsons Resümee laut „heise online“: „Unser Auto fährt sicherer als unsere geschulten Berufskraftfahrer.“ Bekanntlich arbeiten Google und einige ­Autokonzerne seit Längerem am vollautomatisierten Auto der Zukunft.

Was nach Science-Fiction klingt, ist zumindest technisch durchaus realistisch. Bereits heutige Oberklasse-Autos sind im Kern rollende Datenzentren, von der Motorsteuerung bis zum vernetzten Bordcomputer mit Internetverbindung. Bis zum ­„autonomen Auto“ fehlt scheinbar nicht mehr viel. Erste Prototypen funktionieren bereits. Die Skeptiker verweisen allerdings auf die hohen Kosten – und die Schwierigkeiten der Mensch-Computer-Interaktion. Einerseits steigt die Sicherheit beim autonomen Fahren, wenn der Mensch möglichst wenig eingreift. Andererseits dauert es womöglich zu lange, bis der Mensch tatsächlich eingreift, wenn die Technik einmal versagt. Der Internetkritiker Evgeny Morozov warnt in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zudem vor einer „Überwachung auf Rädern“. Ein Google-Auto würde aufzeichnen, wohin wir fahren, es könnte uns womöglich in bestimmten Situationen sogar am Fahren hindern. „Jeder weitere Google-Sensor im Auto bedeutet einen weiteren Kontrollhebel.“ Nichts gegen computergestützte Assistenzsysteme im Auto. Aber das vollautomatisierte Google-Auto mit eingebauter Insassenüberwachung ist keine gute Idee. Wie denken Sie darüber?

thomas.vasek@profil.at