Das Glück, ein Vogerl

Verhaftungen, Kursfeuerwerke und umstrittene Lizenzen: Das auf Sportwetten und Online-Glücksspiel spezialisierte Unternehmen bwin hat seit seiner Gründung im Jahr 1997 eine bewegte Geschichte hinter sich.

Von Philip Dulle

Von Gibraltar und Österreich ausgehend, schuf das Glücksspielunternehmen bwin Interactive Entertainment AG (vormals betandwin) ein weit reichendes Geschäftsfeld, das unter ­anderem Online-Sportwetten, Glücks- und Geschicklichkeitsspiele wie Poker, Black Jack und Roulette umfasst. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen rund 1400 Mitarbeiter, den größten Teil davon im bwin-Hauptquartier in Gibraltar.

Die Papiere des seit 2000 an der Wiener Börse notierten Unternehmens setzten 2005 zu einem spektakulären Höhenflug an. Von Anfang 2005 bis Mitte 2006 stieg der Kurs von unter zehn Euro je Aktie auf den Rekordwert von 104,32 Euro – nur um dann innerhalb weniger Wochen wieder auf unter 20 Euro abzustürzen. Seither bewegt sich der Kurs zwischen 20 und 30 Euro. Mit ein Grund dafür war ein fehlgeschlagenes Investment. Durch die Übernahme des Poker-Anbieters Ongame wollte bwin sich den Zutritt in den US-Markt erkaufen. Ein unter Präsident George W. Bush verabschiedetes Gesetz zum Verbot von Internet-Glücksspielportalen machte die Pläne zunichte. In Deutschland, wo man unter anderem mit einer umstrittenen DDR-Lizenz agiert, sieht sich bwin wegen der unklaren Rechtslage regelmäßig mit Klagen der Monopolisten konfrontiert.

2006 wurden die beiden bwin-Vorstände Manfred Bodner und Norbert Teufelberger bei einer Pressekonferenz im Côte-d’Azur-Ort La Turbie – wo ein Sponsorvertrag mit dem Fußballklub AS Monaco vorgestellt werden sollte – wegen des Vorwurfs des Verstoßes gegen das französische Glücksspielgesetz von Zivilbeamten der Polizei verhaftet und für 72 Stunden in Untersuchungshaft genommen. Nach einer Überstellung in den Pariser Vorort Nanterre ­kamen Bodner und Teufelberger nach einer Anhörung beim U-Richter und der Hinterlegung von jeweils 300.000 Euro wieder frei. Bei der darauf folgenden Pressekonferenz in Wien meinten die Manager: „Wir tragen das Kreuz der ganzen Branche.“