Der scheidende Operndirektor Ioan Holender im profil-Interview

Vor dem Ende seiner Amtszeit legt der verlässlich provokative Staatsoperndirektor Ioan Holender, 74, noch einmal los – über den Opernball, den ORF, die Salzburger Festspiele und seine Liebe zur Anti-Diplomatie.

profil: Ihr Sohn Liviu wird heuer diesen „stupiden“ Opernball eröffnen.
Holender: Wieso stupide?

profil: So haben Sie die Veranstaltung im Magazin „Fleisch“ bezeichnet.
Holender: Ja, aber im entsprechenden Zusammenhang! Auf meinen Sohn bin ich stolz, dass er auf eine Interviewanfrage von „News“ geantwortet hat, er eröffne den Ball unabhängig vom verwandtschaftlichen Grad zu naheliegenden Personen. Abgesehen davon finde ich nach wie vor, dass der Kostenaufwand für den Umbau, die notwendigen Schließtage und der zwangsläufig verdünnte Spielplan davor und danach in keinem Verhältnis zu den Ein­nahmen stehen. Ich kann auch überhaupt nicht begreifen, war­um Menschen bei dieser wirklich faden Übertragung im Fernsehen überhaupt stundenlang zuschauen wollen. Haben die nichts Besseres zu tun?

profil: Laut den Einschaltziffern offenbar nicht.
Holender: Es ist eine meiner Niederlagen, dass der ORF bei der Art der Übertragung zu keinen Änderungen bereit war. Immer wieder habe ich gesagt: Warum stehen die Kameras stets am selben Fleck? Warum stellen immer die gleichen faden Moderatoren den gleichen Menschen die gleichen faden Fragen?

profil: Sie meinen Alfons Haider?
Holender: Ach, lassen wir den bitte! Es ist eine Frechheit, was er in der Sendung „Willkommen Österreich“, die ich übrigens hervorragend finde, gesagt hat.

profil: Sie meinen, dass Österreich „ein verlogenes und verschissenes Land“ ist.
Holender: Das auch. Abgesehen davon hat er mich als „alternden rumänischen Tennislehrer“ bezeichnet. Letzteres ist eine xenophobe Äußerung. Aber da jetzt die FPÖ sich bei der Kritik an ihm angehängt hat und ich keinen Applaus von der falschen Seite haben möchte, sage ich besser gar nichts. Natürlich habe ich ihn vorher in Bezug auf seine Tätigkeit beim Opernball kritisiert. Ich würde mir jemand von der Qualität eines Armin Wolf als Opernballmoderator wünschen.

profil: Beim Einstecken scheinen Sie eine dünnere Haut zu haben als beim Austeilen. Bei Google findet man unter der Stichwort-Paarung Ioan Holender und Beleidigung hunderte Einträge.
Holender: Na, jetzt wird’s ungemütlich. Ich erlaube mir eben den Luxus, eine Meinung zu haben und die Wahrheit direkt zu sagen. Ich verstehe nicht, dass das ständig solche Irritationen hervorruft. Ich bin eben nicht nur der am längsten amtierende Direktor der Wiener Staatsoper, sondern auch der am meisten attackierte. Aber Sie sehen: Ich habe das 19 Jahre lang überlebt.

profil: Bei der Durchsicht Ihrer Interviews im profil-Archiv konnte man eine gewisse Meinungsflexibilität feststellen, die man auch als Machtopportunismus deuten könnte. Im Jahr 2000, während der Sondierungsgespräche, haben Sie vor einer schwarz-blauen Koalition gewarnt, mit Hinblick auf die Folgen einer FPÖ-Regierungsbeteiligung im In- und Ausland und die damit drohende Demagogie und den Populismus in der Kulturpolitik. Wir dürfen Sie zitieren: „Dass die ÖVP den Kanzler stellen will, ist besonders bizarr …“
Holender: Das ist richtig. Ich hatte ja mit Thomas Klestil ein freundschaftliches Verhältnis, wir haben jeden Dienstagmorgen Tennis gespielt. Er ist auch viel auf der Bank gesessen, und wir haben geredet, was eine rechts-rechte Regierung für eine Katastrophe für dieses Land bedeuten würde. „Du würdest als Retter Österreichs in die Geschichte dieses Landes eingehen“, habe ich ihm gesagt, „wenn du zurücktrittst und diese Regierung nicht angelobst.“

profil: 2001 haben Sie aber einen offensichtlichen Gesinnungswandel durchgemacht. Wir dürfen Sie wieder zitieren: „Als Staatsoperndirektor habe ich mit dieser Regierung keine Probleme. Mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel habe ich ein gutes Ver­hältnis.“
Holender: Ich habe gelernt, Persönlichkeiten unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit zu schätzen und zu respektieren. Dazu gehören unter anderen Frau Riess-Passer und Herr Böhmdorfer. Wolfgang Schüssel hat mich in einem langen Gespräch im Mai nach der Regierungsbildung argumentativ überzeugt. Ich schätze ihn bis heute für ­seine hohe Intelligenz, Sachlichkeit und für seine nicht von Populismus beeinflussten Entscheidungen. Außerdem hat Schüssel sehr geschickt der FPÖ Macht und Kraft weggenommen, indem er sie umarmt hat.

profil: Dieser Tabubruch hat bewirkt, dass FPÖ und BZÖ heute wieder bei 25 Prozent liegen und die Instrumentalisierung der Xenophobie zum politischen Alltag gehört.
Holender: Ich bin absolut nicht der Meinung, dass die heutige Situation eine Folge der damaligen Koalition unter Schüssel ist. Vielmehr sind die zwei derzeit regierenden Parteien durch ihr nur auf Wählerstimmen und Wählersympathie abzielendes Verhalten schuld daran. Das Erwecken der niederen Instinkte von 25 Prozent der Österreicher ist keine ruhmreiche Tat.

profil: Welche Regierungsmitglieder fallen Ihnen da besonders negativ auf?
Holender: Ich mache die Innenministerin nicht persönlich verantwortlich für die traurige Eberau-Debatte. Der Fisch stinkt vom Kopf.

profil: Sie meinen damit den Bundeskanzler Werner Faymann?
Holender: Ich meine damit, dass alles getan wird, um die Macht zu erhalten. Das sieht man ja auch an dem beschämenden Lavieren bei dem Rauchergesetz, wo man weder dafür noch dagegen entscheidet, weil man in beiden Fällen Stimmen verlieren könnte. Die Gesundheit der Wählerinnen und Wähler ist dabei irrelevant. Es wäre ein Leichtes, im Fall Arigona Zogaj die gesetzlich vorgesehene humanitäre Klausel zum Einsatz zu bringen. Aber wenn man die greifen ließe, würde man mit Sicherheit weniger Wählerzuspruch bekommen, als wenn man Frau Zogaj des Landes verweist. An der Eberau-Debatte sieht man auch wieder ganz deutlich, was in diesem Land die Landeshauptleute für eine wirklich absurde Macht ausüben. Solange man sich diesen Luxus leistet, kann man in Österreich wirklich nicht von ökonomischen Problemen sprechen.

profil: Sie sind 1959 aus Rumänien nach ­Österreich geflüchtet …
Holender: Ich war 24 Jahre alt, konnte mein Maschinenbaustudium an der Universität nicht mehr fortsetzen und hatte bereits das Gefühl, eine gescheiterte Existenz zu sein. Ich war dann ungefähr drei Wochen im Lager Traiskirchen. Das war für mich nicht schlimm, ich war heilfroh, da sein zu können. Ich kam ja nicht nach Österreich, um zu leben, sondern um zu überleben. Rückblickend würde ich mir wirklich wünschen, dass die Ausländerfeindlichkeit in diesem Land heute nur so wäre wie unter der Regierung Schüssel-Haider. Ich sage absichtlich Haider, denn der hat ja schließlich im Hintergrund die Fäden von Schüssels ­Koalitionspartner gezogen.

profil: Hatten Sie nach der Angelobung von Schwarz-Blau je mit Jörg Haider zu tun?
Holender: Ich kannte ihn nicht persönlich. Einmal hat das Büro Haider bei mir um einen Termin gebeten. Das war knapp vor den letzten Wiener Wahlen. Ich war ratlos und habe den damaligen Kulturstadtrat Peter Marboe um Rat gebeten. Auf dessen Anraten habe ich mich dann wichtiger gestellt, als ich bin, und behauptet, dass ich keine Zeit habe. Nach den Wiener Wahlen gab es Gott sei Dank kein Interesse mehr an diesem Gespräch.

profil: Ihrem Opernball-Wunschkandidaten Armin Wolf haben Sie 2005 in einer „Pressestunde“ vor den damaligen Wiener Kommunalwahlen eine klare Wahlempfehlung für Grün abgegeben.
Holender: Ich habe gesagt, dass ich noch am ehesten grün wählen würde.

profil: Sie haben diese Aussage damals mit der katastrophalen Kulturpolitik der SPÖ begründet.
Holender: Der Vorteil der Grünen ist, dass die gar keine Kulturpolitik haben. Obwohl ich diese Frau, die da eben zurückgetreten ist, sehr schätze.

profil: Sie meinen Marie Ringler?
Holender: Ja, genau. Ich habe mich auch bei der Unterschriftenaktion gegen den Bau einer Konzerthalle für die Sängerknaben im Augarten beteiligt, als ich mit meiner Tochter dort spazieren ging. Warum brauchen die eine eigene Konzerthalle, wo sie vielleicht höchstens einmal die Woche in diesen längst von keinem Kind mehr getragenen Matrosenanzügen auftreten? Man müsste sich überhaupt die Frage stellen, wie zeitgemäß es ist, Kinder für Essen und eine Schlafgelegenheit arbeiten zu lassen.

profil: Sie meinen, dass das einer Art Missbrauch gleichkommt?
Holender: Das haben Sie gesagt. Ich meine, dass man das Prinzip zur Diskussion stellen sollte.

profil: Also: Werden Sie diesmal in Wien grün wählen?
Holender: Selbst wenn ich das täte, würde das denen nicht helfen.

profil: Wie stehen Sie zur Kulturpolitik von Claudia Schmied?
Holender: Ich schätze sie für ihre Reformversuche im Schul- und Bildungsbereich. Das nimmt offensichtlich den Großteil ihrer Kräfte in Anspruch.

profil: Aber Sie werden doch eine Meinung zu ihren kulturpolitischen Entscheidungen haben.
Holender: Ich schätze an ihr, dass sie sich bei der Bestellung meines Nachfolgers dann doch durchgesetzt hat.

profil: Sie meinen, dass sie gegen den Wunschkandidaten des damaligen Bundeskanzlers Alfred Gusenbauer, den Tenor Neil Shicoff, den Elsässer Kulturmanager Dominique Meyer bestellt hat.
Holender: Wenn Sie so wollen: ja.

profil: Ist das Duo Meyer und Franz Welser-Möst als musikalischer Direktor für Sie die ideale Besetzung?
Holender: Es ist eine gute Entscheidung.

profil: Wer wäre Ihre Traumnachfolge?
Holender: Ich träume prinzipiell von anderen Dingen als von meinen möglichen Nachfolgern.

profil: Es war nachzulesen, dass Dominique Meyer plant, Ihr besonderes Liebkind, die Kinderoper auf dem Dach, abzusetzen.
Holender: Das Kinderopernzelt ist nicht mein besonderes Liebkind, sondern jenes der Kinder. Ich glaube auch nicht, dass es abgeschafft wird. Man muss nicht alles glauben, was in der Zeitung steht.

profil: Ist Frau Schmied ein häufiger Gast in der Oper?
Holender: Es gab bis jetzt keine Regierung, die die Wiener Staatsoper so wenig wahrgenommen hat wie diese. Wir finden unter dieser Regierung nicht statt, befinden uns im luftleeren Raum.

profil: Müsste die Kulturministerin ihre Karte bezahlen?
Holender: Selbstverständlich. Auch der Bundeskanzler. Die durchschnittliche 97-prozentige Auslastung der Staatsoper kam und kommt nicht, wie bei allen anderen Wiener Theatern außer dem Burgtheater, durch ­verschenkte, sondern durch real verkaufte ­Karten zustande. Nur die Opernball-Karten werden Regierungsmitgliedern, und nur diesen, zur Verfügung gestellt.

profil: Wie erklären Sie sich dieses Desinter­esse der Regierung?
Holender: Falsches Wort. Denn „Desinteresse“ impliziert irgendeine Form von Inter­esse. Die Oper bringt keine Wählerstimmen und dient nicht der Machterhaltung. Solange ich mit unserem Budget auskomme und kein medialer Wirbel entsteht, schluckt man sogar die Äußerungen, die ich jenseits des Opernbetriebs tätige.

profil: Äußerungen wie Ihren profil-­Kommentar zur Freilassung des ehemaligen Bawag-Chefs Helmut Elsner?
Holender: Zum Beispiel. Was diesem Mann widerfährt, ist barbarisch.

profil: Haben Sie ein Naheverhältnis zu ­Elsner?
Holender: Nein, gar nicht. Seine Frau hat sich nur bei mir für den Artikel bedankt.

profil: Was halten Sie vom aktuellen Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll?
Holender: Im Gegensatz zum Kanzler habe ich beim Vizekanzler den Eindruck, dass der durchaus Maßnahmen setzt, die weniger Wählerstimmen bringen als vielmehr den Menschen helfen. Aber persönlich kenne ich ihn kaum, den Kanzler noch weniger als kaum. Ich bin kein Mensch, der ständig auf Empfänge und Veranstaltungen rennt. Ich gehe nur dorthin, wo ich auch wirklich hingehen will. Zum Beispiel zu diesem Schweinekopf-Essen von Christian Konrad.

profil: Sie meinen das Sauschädel-Essen?
Holender: Ja, dort trifft man wirklich interessante Menschen.

profil: Welche Gesprächspartner schätzen Sie denn?
Holender: Die montägliche Tennisrunde am WAC, wo ehemalige Fußballer wie Herbert Prohaska und Hans Menasse dabei sind. Ich schätze auch Martin Schlaff, Brigitte Fassbaender und den ehemaligen Kanzler Alfred Gusenbauer, der einer der wenigen ist, mit denen ich per du bin. Ich duze zwar die meisten, bin aber mit wenigen per du.

profil: Das bringt uns zu Ihren Umgangsformen, die manche Menschen als ruppig empfinden. Es heißt, dass Sie Ihre Mitarbeiter durch Fingerschnippen und das bloße Rufen ihrer Nachnamen kommandieren und sich generell wenig mit Höflichkeiten aufhalten.
Holender: Ich versuche, alles, was mit Zeitverschwendung zu tun hat, zu vermeiden. Und mit meinen Mitarbeitern bespreche ich mich manchmal am Gang oder auf dem Weg zum Klo, wo auch immer ich sie treffe. Eine Oper kann man nur autokratisch führen. Da muss einer bestimmen, wie und wo’s langgeht. Diese Händeschüttlerei und Herumküsserei nervt mich generell furchtbar. Ich küsse nicht.

profil:
Auch Ihre Frau und Ihre Kinder nicht?
Holender: Meine Frau nur, wenn ich Konsequenzen beabsichtige. (lacht) Meine Tochter, die kommenden Montag zwölf wird, vor dem Schlafengehen, obwohl sie das auch schon nicht mehr so gern hat.

profil: Nicht wirklich höflich mutete auch die Art der Absage an, als Sie entschieden hatten, nach 2010 nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Sie haben die Kulturministerin nicht einmal persönlich, sondern per Fax die APA informiert.
Holender: Ich bin gewohnt, selbst zu entscheiden und nicht auf die Entscheidung von Dritten zu warten. Das heißt ja nicht, dass man mich vielleicht nicht gewollt hätte. Aber ich hätte zu diesem Zeitpunkt (Anm. Februar 2007) nicht mehr das Haus ab 2010 in der gewohnten Qualität führen können, weil man zu lange keine Entscheidung getroffen hat. Die weltbesten Sänger sind ja sehr langfristig verplant, und ich hätte keine Lust gehabt, nach meiner fünften Verlängerung jene zu besetzen, die dann noch übrig waren. Dar­über hinaus wäre eine fünfte Verlängerung fast skurril gewesen. Da hätte man mich gleich auf Lebenszeit ernennen können, wie eine böse Zunge behauptet hat … (lacht)

profil: Wird der Umgang mit dem Machtverlust für Sie eine schwierige Turnübung werden?
Holender: Gedanklich habe ich mich damit schon länger beschäftigt. Natürlich werden mich weniger Menschen grüßen, und ich werde dann auf manche Annehmlichkeiten verzichten müssen. Ich besitze selbst ja keinen Frack und werde mir dann auch nicht mehr den Leihfrack aus dem Kostümfundus gratis nehmen können. Aber da ich auch nicht mehr auf den Opernball gehen werde, ist das auch egal.

profil: Es heißt, Sie seien geizig und eitel …
Holender: Ein bisschen von beidem, glaube ich, wenn ich ehrlich bin. Ich kaufe mir nie etwas, weil es modisch ist, und trage so lange Anzüge, bis sie es wieder sind. Wenn Sie das Nicht-zunehmen-Wollen als Eitelkeit apostrophieren, so meine ich, dass diese auch zum Geiz gehört. Denn mir passen die Hosen von vor 30 Jahren heute noch!

profil: Neben Ihrem Ruf als Sparweltmeister gelten Sie als einer der weltbesten Stimmenkenner und -entdecker. War das die ­große Tragödie Ihres Lebens, dass Sie als Sänger, wie Sie selbst sagten, nur über eine mittelmäßige Begabung verfügten?
Holender: Der glücklichste Tag meines Lebens war, als ich als Erster Bariton ans Klagenfurter Stadttheater engagiert wurde. Und ich sang dort tolle Partien, hatte fantastische Frauen und war sehr beliebt. Ich lebte vier Jahre lang von meiner Sängertätigkeit, doch dann fing ich an, darüber nachzudenken und meine eigene Leistung zu objektivieren. Die Folge war, dass ich für die nächsten 22 Jahre Bühnenvermittler wurde. Da war ich ganz gut. Dass das richtige Einschätzen von Gesangsstimmen eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Leitung eines Opernhauses ist, ist bekannt.

profil: Was halten Sie vom designierten Chef der Salzburger Festspiele, Alexander ­Pereira?
Holender: Pereira kenne ich, seit er Verkaufsleiter bei Olivetti in Frankfurt und dort auch für die Kulturveranstaltungen zuständig war. Ich hoffe, dass er es schafft, dass bei den Salzburger Festspielen wieder das, was mit Vorstellungsbeginn passiert, wichtiger wird als das Spektakel davor und danach.

profil: Ein großes Drama bei Weltstars ist oft, dass sie zu spät aufhören.
Holender: Ich habe der langjährigen Wiener Gepflogenheit, dass berühmte Sänger so lange singen, bis sie keinen Ton mehr rauskriegen, Einhalt geboten und stattdessen junge Sänger engagiert, die zwar unbekannt, dafür aber besser und natürlich preiswerter sind. Das hat nicht zu meiner Beliebtheit beigetragen. Viele waren und sind deshalb beleidigt. Niemand hat es sehr gerne, wenn er einen Spiegel vorgehalten kriegt.