Die Ausstellung: Glühender Pioniergeist

Die Albertina zeigt Albrecht Dürers berühmten „Feldhasen“.

Für eine große Ausstellung von Albrecht Dürer (1471–1528) ist die Wiener Albertina prädestiniert, besitzt sie doch den weltweit umfangreichsten Bestand seiner Werke, darunter etwa den berühmten „Feldhasen“ oder „Die Große Passion“. In der von Klaus Albrecht Schröder und Marie Luise Sternath kuratierten Schau wird mit 16 Gemälden und 200 Arbeiten auf Papier das umfassende Werk des bedeutendsten Renaissancekünstlers nördlich der Alpen, der die Entwicklung sowohl der Druckgrafik als auch der Malerei wesentlich mitbestimmte, chronologisch und thematisch präsentiert. Schwerpunkte bilden dabei Tier- und Pflanzenstudien, die Selbstbildnisse, die Landschaftsaquarelle, religiöse Darstellungen und Dürers Porträtkunst. Zahlreiche Leihgaben ergänzen die Werke in der Albertina, darunter das „Selbstbildnis von 1498“, die Porträts seiner Eltern und Studien für den 1729 einem Brand zum Opfer gefallenen Heller-Altar, zu denen unter anderem die „Betenden Hände“ zählen.

Spannend verspricht vor allem die Gegenüberstellung der Selbstporträts des Universalgenies zu werden: Dürer war der erste Künstler, der sich intensiv mit sich selbst beschäftigte. Die Bandbreite seines Schaffens reicht dabei von seinem „Selbstbildnis als Dreizehnjähriger“ bis zu seinem Selbstporträt als Akt, in dem existenzielle Melancholie spürbar wird.