Forschung: Wunderwelten

Fehlende Materie im All, Kugelblitze, Riesenwellen – ein neues Buch beschreibt „die letzten Rätsel der Wissenschaft“.

Gibt es nicht nur das eine Universum, das wir kennen, sondern eine Vielzahl davon? Was hält die Sternenhaufen am Rande unserer Galaxie? Gibt es unsichtbare Materie? Jahrhundertelang haben Wissenschafter derartige Fragen gestellt und ungeheure Mengen an Wissen zusammengetragen. Manchmal erwecken sie dabei den Eindruck, als wüssten sie schon alles, als gebe es gar nichts mehr zu entdecken.

Dem ist aber ganz und gar nicht so, wie ernsthafte Forscher sehr wohl wissen. Oft scheint es sogar, dass eine einmal gefundene Antwort gleich wieder neue Fragen aufwirft. Den meisten Menschen ist überhaupt nicht bewusst, wie viele rätselhafte Phänomene die Wissenschaft noch nicht geklärt hat, schreibt der deutsche Physiker und Bestsellerautor Felix R. Paturi in seinem neuen Buch „Die letzten Rätsel der Wissenschaft“.

So beschäftigt die Forscher beispielsweise die Frage, ob ein Transport von Information mit Überlichtgeschwindigkeit prinzipiell unmöglich ist oder nicht. Die physikalische Basis der Gravitation ist noch immer nicht völlig geklärt, und ein Experiment zur Abschirmung der Schwerkraft löst Diskussionen aus, ob es sich um Fehlmessungen oder um ein neues Phänomen handeln könnte.

Manche erstaunliche Naturphänomene wie etwa riesige Wellen mitten auf dem Ozean oder brennbare Eisbrocken vom Meeresgrund wurden erst in den letzten zehn Jahren entdeckt. Und sogar einige ungewöhnliche Eigenschaften einer so alltäglichen Substanz wie Wasser bieten immer noch Stoff für Forschungen. Auch die Frage, wo genau der Übergang von unbelebter Materie zu Lebewesen anzusiedeln ist und wie die ersten Lebensformen entstanden, sind noch immer nicht befriedigend beantwortet.

In jüngster Zeit entdeckt die Forschung immer neue Mikroorganismen, die unter äußerst lebensfeindlichen Bedingungen existieren, und die Suche nach Lebensformen auf anderen Planeten ist ein Dauerbrenner der Wissenschaft. Von der Öffentlichkeit weniger beachtet, stoßen aber auch Archäologen zuweilen auf seltsame Fundstücke, etwa auf eine Art Batterie, die vor 2000 Jahren entstanden ist. profil bringt eine Auswahl ungelöster Rätsel der Wissenschaft.

Von Gerhard Hertenberger

Das Buch

Felix R. Paturi: Die letzten Rätsel
der Wissenschaft,
Eichborn Verlag,
Frankfurt/Main 2005, 364 Seiten, 23,70 Euro