Kasparow: „Mein Land geht den Bach runter“

Interview. Der ehemalige Schachweltmeister Garry Kasparow über die Situation in Russland, das Ende des Putin-Regimes und die Wahlchancen der von ihm angeführten Opposition.

Garry Kasparow, 43, gehört einer aussterbenden Gattung an: Der ehemalige Schachweltmeister ist einer der letzten Oppositionspolitiker Russlands. Kasparow führt mit Expremier Michail Kasjanow die Plattform „Anderes Russland“ an. Die demokratische Opposition kämpft für faire und freie Wahlen – sowohl bei den Parlamentswahlen im Dezember 2007 als auch bei den Präsidentschaftswahlen am 10. März 2008. Der Meisterstratege, der manchen als genialster Schachspieler aller Zeiten gilt, spielt gegen Präsident Wladimir Putin allerdings eine Partie, die er nur verlieren kann.

Putin kann sich zwar nicht zum dritten Mal zum Präsidenten küren lassen, wird die Macht aber nicht abgeben. Kasparow bleibt im bereits weit gehend entdemokratisierten Russland bestenfalls die Rolle des einsamen Rufers in der Wüste und schlechtestenfalls jene des Hofnarren. Kasparow lässt sich von diesen düsteren Aussichten nicht beirren: „Politik unterliegt anderen Regeln als das Schachspiel, es kommt etwas hinzu: politische Moral.“

Das Regime lässt den ehemaligen Mustersowjetbürger – er wurde als Sohn eines deutschstämmigen Juden und einer armenischen Mutter als Garik Weinstein in Baku geboren – seinen Dissidentenstatus bereits spüren. Die von ihm organisierte Protestkundgebung am 16. Dezember durfte nur als „Spaziergang auf dem Trottoir“ stattfinden, im Vorfeld wurde sein Büro durchsucht. In den staatlich kontrollierten Massenmedien hat Kasparow längst Auftrittsverbot. Aber auch die deutsche Polittalkerin Sabine Christiansen lud ihn als zugeschalteten Diskutanten aus ihrer Sendung am zweiten Adventsonntag wieder aus – vermutlich, weil der russische Botschafter in Berlin gegen seine Teilnahme protestiert hatte. Kasparow hatte sich im März 2005 überraschend aus der aktiven Schachwelt zurückgezogen. Als 22-Jähriger hatte er 1985 den Titel von Anatoli Karpow gewonnen und wurde erst 1997 vom Schachcomputer „Deep blue“ und 2000 von Waldimir Kramnik geschlagen.

profil: Die Morde an der regimekritischen Journalistin Anna Politkowskaja und dem Exgeheimdienstagenten Alexander Litwinenko haben die Welt aufgerüttelt. Die Beziehungen zwischen Ost und West sind schlecht wie seit Sowjetzeiten nicht mehr. Hilft das der russischen Opposition?
Kasparow: Es ist hier derzeit wie im Wilden Westen. Jeder schießt auf jeden. Die verschiedenen Gruppen um Präsident Wladimir Putin wollen sicherstellen, dass sie die beste Ausgangslage für die Zeit nach 2008 haben, wenn Putin abtritt. Bis zum Stichtag, den Präsidentenwahlen im März 2008, sind es nur noch knapp 15 Monate. Und keiner weiß, was dann passiert. Wer wird den Laden übernehmen? Diese Unsicherheit ist den jetzigen Machthabern ein Gräuel. Sie sind sehr reich. Sie wollen ihre Reichtümer behalten. Sie wollen Stabilität und Kontinuität. Und es sind offensichtlich nicht wir, die machtlose Opposition von Kasparow, Kasjanow (dem einstigen Premierminister Michail Kasjanow, Anm.) und Limonow (Eduard Limonow, anarchistischer Führer der Kleinpartei der Nationalbolschewiken, Anm.), die diese Stabilität bedrohen. Die Instabilität entsteht, weil die Zukunft so unsicher ist. Wird Verteidigungsminister Sergej Iwanow oder Vizepremier Dimitri Medwedew das Rennen um die Nachfolge machen? Oder gewinnt ein Außenseiterkandidat wie Eisenbahnchef Wladimir Jakunin den Jackpot? Kein Kandidat hat ein politisches Programm, die Legitimationsgrundlage ist allein die Frage: Warum nicht ich?
profil: Sehen Sie die jüngsten Morde in kremlkritischen Kreisen als Resultat dieser Diadochenkämpfe? Versucht Iwanow, gegenüber seinem Rivalen Medwedew Kapital aus dem Tod von Politkowskaja und Litwinenko zu schlagen?
Kasparow: Ich will das nicht an den jeweiligen Namen festmachen. Die Fälle Litwinenko und Politkowskaja sind ganz eng mit der Nachfolgefrage verknüpft. Es ist mir unangenehm, dem Ergebnis der Untersuchungen vorzugreifen, aber ich bin mir ganz sicher, dass diese Morde eine Art Vorwahlkampf darstellen. Es steht einfach zu viel auf dem Spiel. Wer die Nachfolge nicht für sich entscheiden kann, wird fürchterlich verlieren. So war es 1999/2000, als Putin an die Macht kam. Er hat weder jene geschont, die gegen ihn waren, noch jene, die ihn ins Amt beförderten.
profil: Damals ging es Russland aber schlecht, heute sind die Staatskoffer voll, Günstlinge können gut versorgt werden.
Kasparow: Stimmt, die russische Wirtschaft lag am Boden, die Ölpreise konnten nur steigen. Heute aber geht es nur scheinbar besser. Die Ölpreise werden zwar auf absehbare Zeit nicht in sich zusammenbrechen, aber steigen werden sie auch nicht mehr unbedingt. Und statt in die Infrastruktur zu investieren, wird das Geld doch entweder gestohlen oder verschenkt. Ich habe in den vergangenen 18 Monaten ganz Russland besucht, ich habe 29 Reisen von Wladiwostok bis Kaliningrad unternommen. Ich habe gesehen, wie es außerhalb der Hauptstadt Moskau aussieht. Ich war entsetzt: Das Land steht am Rande des Zusammenbruchs. Das wissen die im Kreml natürlich. Nachdem ein neuer Präsident sein Amt antritt, müssen dafür die Schuldigen gefunden werden. Die Spielregeln sehen vor, dass die Schuldigen unter den Verlierern im Nachfolgekampf gefunden werden. Sogar wenn 90 Prozent der regierenden Elite überlebt, werden zehn Prozent die Schuld für alles Übel tragen müssen. Seit der Yukos-Affäre wissen wir, dass nicht nur riesige Konzerne innerhalb kürzester Zeit zerschlagen werden können, auch die persönliche Freiheit kann dem mächtigsten Mann von heute auf morgen genommen werden. Es gibt keine Garantie, dass einer sein Vermögen in aller Ruhe an der Côte d’Azur genießen kann.
profil: Auch wenn sich die Machthaber jetzt untereinander bekriegen, kann nach den Wahlen 2008 doch wieder relative Ruhe einkehren?
Kasparow: Nicht lange. Die Strukturprobleme reichen viel tiefer. Das Land ist ungefähr in 15 Prozent Reiche und 85 Prozent Arme aufgeteilt. Ein bis zwei Prozent sind superreich, der Rest der Reichen arbeitet für diese Superreichen. 85 Prozent kämpfen um irgendwie erträgliche Lebensumstände, die meisten haben überhaupt keine Chance, aus ihrer Misere herauszukommen. Selbst in Moskau liegt das Durchschnittseinkommen nur bei 770 Euro, dabei ist Moskaus Zentrum zum teuersten Platz der Erde geworden. Abgesehen von ein paar Superreichen verdienen die meisten Leute aber auch hier schlecht: 5000 Rubel oder weniger, das sind gerade 140 Euro. Sogar hier in der Boomstadt Moskau finden Sie diese krassen Unterschiede! Jetzt stellen Sie sich einmal vor, wie es außerhalb von Kaliningrad ist. Ich war gerade in Osjorsk, das hieß bis 1945 Darkemmen. Der kommunistische Bürgermeister, ein führender Schachspieler, brachte mich ins Museum. Auf dem Weg war es stockfinster, ich konnte die Hand vor den Augen nicht sehen – es gibt nämlich für die Straßenlaternen keinen Strom. Im Museum sagte der Bürgermeister zu mir: „Wir sind sehr stolz, dass Darkemmen schon sechs Jahre vor Königsberg elektrisches Licht erhalten hat: im Jahre 1886.“ 120 Jahre später, in Putins reichem Russland: zappenduster dort in der Nacht. Zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Kann so ein Land stabil sein?
profil: Jenseits der Grenze, im Osten Polens, gibt es auch nicht immer Straßenlicht.
Kasparow: Aber wie lange können jene 80 Prozent der russischen Bevölkerung, an denen das Ölpreiswunder komplett vorbeigeht, ruhig gehalten werden? Irgendwann kommt es hier zu einer furchtbaren Explosion. Die Regierung verdächtigt die Bevölkerung jetzt schon, dass sie irgendwann einen Aufstand planen wird, und verstärkt daher die Repressionen schon präventiv.
profil: Noch verhält sich die Bevölkerung aber extrem ruhig.
Kasparow: Es knirscht bereits im Gebälk dieses Regimes. Über Jahre hinweg wurden alle bedrohlichen Entwicklungen vom Tisch gewischt: der Krieg in Tschetschenien; das Geiseldrama im Nord-Ost-Musical-Theater; Wohnblöcke, die 1999 in die Luft gesprengt wurden – jedes Mal erklärte der Kreml, dass jemand die von Putin geschaffene Stabilität und Ordnung unterminieren will. Nun plötzlich beginnen die Leute, diese Lügen nicht mehr zu glauben. Wir sind an einem Punkt angelangt, wo sich all diese Vorfälle zu einer kritischen Masse verdichtet haben. Wegen der Ermordung von Litwinenko ist Feuer am Dach, aber Putin und seine Leute können überhaupt nicht verstehen, warum die Briten sich so aufregen. Für sie ist der Tod eines Bürgers nicht von solcher Bedeutung. Doch die Tatsache, dass nukleares Gift aus Russland nach Großbritannien gebracht wurde, um damit einen Mord zu begehen, ist eben für eine normale Regierung schon eine große Sache.
profil: Präsident Putin und seine Administration erwecken aber den Eindruck, als sei es ihnen herzlich gleichgültig, was man im Westen über sie denkt.
Kasparow: Am Ende des Tages wollen auch Putin und seine Leute nicht alle Beziehungen zum Westen abbrechen. Das war zu Sowjetzeiten anders. Putin ist auch nicht Lukaschenko (Weißrusslands diktatorisch regierender Präsident Alexander Lukaschenko, Anm.), Russland drängt geradezu in den Westen. Die Kinder der russischen Elite gehen in London in die Schule. Putin, sein grauer Kardinal Igor Setschin, Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow oder Putins Thronprinz Dimitri Medwedew – sie alle sind megareich, und das Geld wird nicht in der Sberbank (russische Staatsbank, Anm.) aufgehoben. Sie wollen den Westen nicht dazu provozieren, die bisherigen freundlichen Beziehungen grundsätzlich infrage zu stellen. Der Kreml tritt heute so arrogant auf, weil Putin seit sieben Jahren von allen westlichen Politikern hofiert wird. Tony Blair, Jacques Chirac, Gerhard Schröder – den ehemaligen Kanzler von Deutschland konnte Putin sogar kaufen, sogar noch während dessen Amtszeit! Ich bin wirklich kein großer Fan von Herrn Putin, aber was verlangen wir von ihm? Putin hat die „westlichen Standards“ eben so verstanden, wie Gerhard Schröder sie ihm vermittelt hat. Ob sich ein Politiker kaufen lässt, hängt auch bei Ihnen nur vom Preis ab.
profil: Mehr Kritik aus dem Westen wäre Ihnen also willkommen?
Kasparow: Das kommt auf die Kritik an. George Bush übt Kritik so nebenbei. Diese „By the way“-Kritik nimmt Putin nicht ernst. Vizepräsident Dick Cheney redete im Mai in Riga durchaus Klartext. Allerdings hätte er diese Aussagen nicht in einem baltischen Staat tätigen und dann nach Kasachstan fahren sollen, um Nursultan Naserbajew (autokratisch regierender Präsident Kasachstans, Anm.) zu umarmen. Für die Russen war die Botschaft klar: Washington geht es auch nicht um Demokratie, sondern ums Geschäft. Doch kürzlich in Helsinki hat Putin zum ersten Mal gespürt, dass die Europäer die Entwicklung in Russland nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen. Das halte ich für den Anfang vom Ende dieses Regimes. Es war ein Schock für Putin, weil er wohl dachte, er könne als Gasprom-Chef oder als inoffizieller Herr der Gasleitungen in Pension gehen. Das könnte nun schwieriger werden. Wir haben in Russland eben die schlimmste Mischung aus Adam Smith und Karl Marx: Die Ausgaben sind nationalisiert und die Einnahmen privatisiert.
profil: Halten Sie Putin selbst für korrupt?
Kasparow: Ich respektiere das Gesetz. Solange ich keine Beweise hier vor mir auf dem Tisch liegen habe, behaupte ich das nicht. Aber: Glauben wir, dass der Mann, der ganz oben an der Spitze der korrupten Bürokratie sitzt, sauber ist? Das haben sich die Leute früher immer gefragt: Hat Stalin von den Repressionen gewusst? Heute gibt es einige Leute, die Megadeals abschließen, etwa der Geschäftsmann Gennadi Timtschenko, der das gesamte Öl von Surgutneftegas verkauft, ein sehr, sehr enger Freund von Putin. Weiß Putin, was seine Freunde machen? Wir werden es nach 2008 herausfinden.
profil: Kann Ihr neu gegründetes Oppositionsbündnis „Das andere Russland“ überhaupt noch etwas gegen diese kremlgesteuerte Machtpolitik ausrichten?
Kasparow: Wir vereinigen jetzt nicht nur die liberale, sondern auch die linke Opposition. Wir haben sogar radikale Kommunisten an Bord genommen. Unsere Leute haben eine sehr unterschiedliche politische Agenda. Das müsste den Kreml eigentlich alarmieren: Alle oppositionellen Kräfte ziehen an einem Strang, weil sie um ein fundamentales Recht kämpfen müssen: die Wiedereinführung der Demokratie. Denn die Regierung hat die Demokratie eliminiert.
profil: Verdienen die Wahlen zur Duma im Dezember 2007 und die Präsidentenwahlen im März 2008 überhaupt noch diesen Namen?
Kasparow: Der Unterschied zwischen unserem Kampf hier und einer westlichen Demokratie ist, dass wir nicht dafür kämpfen, die Wahlen zu gewinnen, sondern dafür, dass wir überhaupt Wahlen haben. Die Natur unseres Kampfes ist also eine ganz andere. Wir könnten Russland heute vielleicht mit Chile 1988/1989 vergleichen. Wir fordern konstitutionelle Rechte, freie Wahlen und eine unabhängige Justiz. Wir, das heißt: alle Demokraten. Das ist die positive Folge des Putinismus: Selbst diejenigen, die gegen die Demokratie waren, wissen heute, dass nur demokratische Verhältnisse die Freiheit des Einzelnen garantieren.
profil: Sollte der Kreml jedoch nicht auf Ihre Forderungen nach fairen Wahlen eingehen, wollen Sie die Wahlen dann boykottieren?
Kasparow: In 15 Monaten kann viel geschehen. Vorher gibt es noch Regionalwahlen, die wollen wir mit unabhängigen Kandidaten bestreiten. Das stärkt unsere Strukturen in den Regionen. Wir sollten uns dann auf einen Oppositionskandidaten einigen. Es wird schwierig, aber wir müssen einen Kandidaten finden. Ich sage „er“, weil „sie“ in Russland noch keine Chance hätte.
profil: Irina Khakamada hat letztes Mal kandidiert.
Kasparow: Das stimmt, aber ich meine: Wir brauchen jemanden, der gewinnen kann. Russland ist noch nicht bereit für eine Frau als Präsidentin.
profil: Andererseits sitzen gemeinsam mit Ihnen im „Anderen Russland“ einige der unpopulärsten Politiker Russlands. Liberale wie Frau Khakamada werden für die chaotischen Verhältnisse in den neunziger Jahren verantwortlich gemacht. Auch Expremier Michail Kasjanow wird die Leute nicht hinter dem Ofen hervorholen.
Kasparow: Noch ist unklar, wer unser Kandidat sein wird. Er muss nicht zur Gründungsgeneration des „Anderen Russland“ gehören. Wir brauchen einen, der linke wie rechte Kräfte vereinen kann. Es werden noch viele Linke und Liberale zu uns stoßen. Wenn wir wissen, wo unser politisches Zentrum ist, dann werden wir einen entsprechenden Kandidaten küren.
profil: Wollen Sie selbst nicht dieser Kandidat sein?
Kasparow: Wir müssen gewinnen, das ist das Wichtigste. Wenn es sein muss, werde ich der Kandidat der Opposition sein. Doch meine persönlichen Ambitionen sind zweitrangig. Es geht um mein Land, und der beste Kandidat sollte uns repräsentieren.
profil: Die Opposition kann doch 2008 gar nicht gewinnen, alles wird vom Kreml kontrolliert und entschieden. Als Schachspieler sind Sie im strategischen Denken geschult. Wenn die Lage hoffnungslos ist, akzeptiert man ein Schachmatt.
Kasparow: Natürlich ist die Lage schwierig: Der Kreml dominiert nicht nur diese Partie, er verändert auch die Spielregeln, wenn es ihm passt. In der Politik aber benehme ich mich anders als beim Schachspiel. Mein Land geht den Bach runter, dagegen muss ich ankämpfen. Es gibt in der Politik eine andere Ebene, die über die reine Strategie hinausgeht. Ich kann nicht einfach aufgeben, es steht eben mehr auf dem Spiel als eine gewonnene Schlacht im Schach.
profil: Warum tun Sie sich diesen verlorenen Kampf an?
Kasparow: Ich kann auch Bücher schreiben und Vorträge über Strategie halten. Ich halte es aber für meine moralische Pflicht, in der Politik zu bleiben. Russland ist mehr mein Land als Putins Land. Ich wurde in Baku geboren, als armenischer Jude. Ich habe den Zusammenbruch der Sowjetunion erlebt. Wie dutzende Millionen andere bin ich außerhalb Russlands geboren worden, bezeichne mich aber als Russe. Russisch ist meine Sprache, meine Kultur, mein geistiges Erbe. Nach dem Zusammenbruch zog ich nach Moskau, weil das die Hauptstadt meines Landes war. Moskau ist meine Hauptstadt geblieben.
profil: Haben Sie keine Angst, dass das Regime auch Sie zum Abschuss freigibt?
Kasparow: Nein. (Zögert, lacht dann laut.) Sagen wir so: Es wäre dumm von mir, keine Angst zu haben. Ich nehme mich auch in Acht. Aber ich werde nicht aufhören, für ein besseres Russland zu kämpfen.

Interview: Andrej Iwanowski, Tessa Szyszkowitz, Moskau